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Testbericht

Stefan Grundhoff, 27. März 2012
Die Schwaben sind ein sparsames Volk. Was läge da näher, als den Sparmeister Mercedes E 250 CDI noch genügsamer zu machen?

Allzu gerne wäre Daimler als erster durchs Ziel gefahren. Doch die beiden schwächelnden Hersteller Peugeot und Citroen als Erfinder der sauberen Partikelfiltertechnik drehten der deutschen Konkurrenz eine Nase. Die Franzosen brachten die Symbiose aus sparsamem Dieselmotor und citytauglichem Elektromodul als erste in die Serie. Doch Daimler ist mit dem Mercedes E 300 Bluetec Hybrid dicht hintendran. Die Oberklasselimousine mit der nervig langen Produktbezeichnung ist eine Mogelpackung. Denn die sparsamste E-Klasse aller Zeiten wird von dem bekannten Commonrail-Diesel des OM 651 angetrieben. Keine drei, sondern nur 2,2 Liter Hubraum - kein Vier- sondern ein Sechszylinder arbeitet hinter dem Kühlergrill mit dem Stern.

So darf man keine Laufruhe wie von einem Sechszylinder erwarten. Doch der E 300 Bluetec Hybrid erwacht nach dem Dreh am Zündschlüssel sogar lautlos zum Leben. Denn die ersten Meter legt der 1,8 Tonnen schwere Spar-Daimler allein mit seinem 20 Kilowatt starken Elektromotor zurück, der unsichtbar zwischen Verbrennungsmotor und Siebenstufenautomatik verbaut ist. "Die modulare Hybridtechnik öffnet uns den Weg, zügig weitere Baureihen um Hybridmodelle zu ergänzen", so Dr. Thomas Weber, Entwicklungsvorstand bei Daimler. Längst kein Geheimnis mehr, dass in den nächsten Jahren mehrere Mercedes-Modelle Elektromodule bekommen.

Der Mercedes E 300 Bluetec Hybrid präsentiert sich dabei als besonders sparsam. Der Normverbrauch des E 250 CDI reduziert sich durch den kleinen Elektromotor von rund fünf Liter Diesel auf 100 Kilometern auf 4,2 Liter. Die Fahrleistungen des Bluetec Hybrid können sich fahren lassen. Ein Unterschied zum Standarddiesel ist kaum spürbar. Allein die Getriebeautomatik hat nach Elektrofahrt und Segelmodus (bis 160 km/h) bisweilen Probleme, sich wieder im Hintergrund zu sortieren. 150 KW / 204 PS und 500 Nm maximales Drehmoment bekommen durch die elektrische Leistungsspritze von 20 KW und 250 Nm wahre Flügel. Heißt unter dem Strich 0 auf 100 km/h in 7,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h. Nicht schlecht für einen Vierzylinderdiesel, dessen Laufruhe und Geräuschkulisse allerdings nennenswertes Potenzial nach oben lässt. Für viele Kunden dürfte die Kombiversion des E 300 Bluetec Hybrid noch interessanter sein. Auch der schafft 232 km/h Spitze und soll sich mit 4,5 Litern zufrieden geben.

Während andere Hybridmodelle mit zerklüfteten Laderäumen nerven, gibt es beim Daimler-Hybrid keinerlei Beeinträchtigung. Abgesehen von den Hybridschriftzügen, der bis zu einem Kilometer langen Schleichfahrt im Elektromodus und der kleinen Ladeanzeige im Cockpit, unterscheidet sich der Spar-Daimler nicht von seinen Diesel-Brüdern. Der Durchbruch dürfte ihm trotzdem verwehrt bleiben. Denn der Hybridantrieb hat einen stattlichen Preis. Der Mehrpreis von exakt 3.570 Euro lässt sich durch die Kraftstoffersparnis selbst kaum herausfahren - insbesondere nicht im Langstreckenbetrieb. So dürfte sich insbesondere Taxifahrer für den mindestens 51.794 Euro teuren E 300 Bluetec Hybrid erwärmen können. "Zudem ist der Wagen Dank seiner 109 Gramm CO2 für Flottenkunden sehr interessant", so Produktmanager Hans-Peter Bühler, "besonders in Ländern wie Italien, Spanien und Benelux."
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2012-03-27

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