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Testbericht

3. Juli 2013
Bratislava (Slowakei), 4. Juli 2013 - Als Schüttelwort begann der Nissan Note sein Leben: 2004 wurde er als Studie namens Tone präsentiert, bevor er 2005 mit veränderter Buchstabenfolge als Note auf den Markt kam. Damals, in der ersten Hälfte der Nuller-Jahre, herrschte schon fast Minivan-Inflation: Der Opel Meriva kam 2003, ein Jahr später starteten das doppelte Lottchen Fiat Idea und Lancia Musa sowie der Renault Modus. Heute sind Minivans nicht mehr ganz so in wie damals, im Mittelpunkt stehen eher die kleinen SUVs - offenbar zählt die Optik nun mehr als die inneren Werte. Dennoch legt Nissan den Note jetzt neu auf. Die zweite Generation basiert auf der Plattform des neuen Clio von Konzernpartner Renault und avanciert schon fast zum Technologieträger. Wir fuhren die Version 1.2 DIG-S zur Probe. Gleiche Länge, aber deutlich mehr Platz Der wichtigste Grund, einen Minivan zu kaufen, ist wohl das große Innenraumangebot bei kleiner Außenlänge. Die kleinen Autos sind ideal, um Nachwuchs und Familieneinkäufe durch die Stadt zu bugsieren und dann auch noch einen Parkplatz zu finden. Während die Länge des Note mit 4,10 Meter gleich blieb, wurde der vordere Überhang um 30 Zentimeter kleiner, der hintere um 30 Zentimeter größer. Das kam dem Innenraum zugute. In der Tat hat man im Fond des Note sehr viel Platz - die Kniefreiheit ist exzellent, und zwar nicht nur für ein so kurzes Fahrzeug. Das gilt, wenn man die um 16 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank nach ganz hinten bewegt. Mehr Kofferraum als ein Passat VariantAuch der Kofferraum wuchs deutlich gegenüber dem Vorgänger. Es sind jetzt 325 bis 2.012 Liter. Besonders der letzte Wert ist grandios - selbst in einen VW Passat Variant passt viel weniger Gepäck. Auch der kleinere Wert ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass er sich auf den Zustand mit nach hinten geschobener Fondbank bezieht. Bewegt man sie nach vorn, erweitert sich der Kofferraum auf 411 Liter. Der Kofferraum des Note ist außerdem gut nutzbar. Die Rücksitze werden bei Bedarf einfach umgeklappt, das früher bei vielen Vans verwendete Wickelsystem ist offenbar aus der Mode. Pluspunkte bei der Variabilität bringt neben der verschiebbaren Rückbank auch der in zwei Höhen installierbare Kofferraum-Einlegeboden.
Totwinkelassistent und Spurverlassenswarner Das zweite Highlight des neuen Note sind die vielen Technik-Extras. Das beginnt bei dem für alle Motoren serienmäßigen Start-Stopp-System und reicht über ein 5,8-Zoll-Navi bis hin zum Technology-Paket. Letzteres umfasst unter anderem ein auf vier Kameras basierendes Around-View-System, das beim Einparken das Auto aus der Vogelperspektive zeigt - und das im Kleinwagen-Segment. Auch gehören Sicherheitsassistenten dazu, wie sie bislang in diesem Segment nicht angeboten wurden, wie Totwinkelassistent und Spurverlassenswarner. Diese beiden System benötigen nur einzige Weitwinkelkamera am Heck des Fahrzeugs. Damit die Kameralinse immer sauber bleibt, haben sich die Ingenieure ein ausgefuchstes Wasch- und Trocknungssystem ausgedacht. Navi-Ziel ans Fahrzeug schicken Das Infotainmentsystem Nissan Connect ist ebenfalls Teil des Technology-Pakets. Damit kann man zum Beispiel am heimischen PC in Google Maps ein Ziel auswählen und es sich via Send-to-Car-Funktion ans Fahrzeug schicken lassen. Dort muss das Ziel nur noch bestätigt werden. Für die Übertragung genügt ein Bluetooth-Handy, es muss kein Smartphone sein. Der Nissan-Server überträgt das Ziel nämlich über eine normale Telefonverbindung, ähnlich wie früher Daten per Modem verschickt wurden. Eine komplette Fünf-Tages-Tour durch die Alpen allerdings lässt sich so nicht versenden. Brauchbarer ist wohl die Funktion, mit der man sich die günstigsten Tankstellen der Gegend auflisten lassen kann. Die Daten sollen fünfmal täglich aktualisiert werden, sodass auch die oft beträchtlichen Schwankungen während eines Tages einigermaßen berücksichtigt werden. Diese Services sind in den ersten drei Jahren kostenlos, danach wird man wohl einen Obolus bezahlen müssen. Optik-Anreize fürs Spritsparen Bemerkenswert im Innenraum sind die Spritspar-Anzeigen. Optische Belohnungen fürs effiziente Fahren gab es bisher vor allem bei Hybrid- und Elektromodellen. Da blühen dann Bäumchen auf, wenn man sparsam fährt, oder die Instrumente bekommen eine ökologisch korrekte Farbe. Ein solches Anreizsystem bringt Nissan nun in ein normales Modell. Beim Note gibt es einen per Schalter aktivierbaren Eco-Modus. Ist er angeschaltet, wird behutsames Fahren mit grünlichen Punkten belohnt. Am Schluss der Fahrt spuckt das System auch noch einen Eco-Score mit maximal fünf Sternen aus. Bei gedrückter Spritspartaste bleiben die Aggregate allerdings auch arg lahm, wie wir bei unserer Fahrt schnell feststellen mussten.
Technischer Sonderling mit Kompressor Für den Note werden drei Motoren angeboten. Vom Vorgänger bekannt ist der 90 PS starke 1,5-Liter-Diesel, der nun aber schon die Euro-6-Norm erfüllt. Die beiden Vierzylinder-Benziner mit 88 beziehungsweise 110 PS werden durch einen 1,2-Liter-Dreizylinder ersetzt: Als Saugmotor kommt er auf 80 PS, mit Kompressor auf 98 PS. Beide Varianten sind aus dem Micra bekannt. Wir fuhren einen Note mit dem Kompressormotor der Bezeichnung DIG-S (Direct Injection Gasoline Supercharged) sowie Fünfgang-Schaltung. Im City-Modus kann man damit jede Art von Fahrspaß vergessen. Erst wenn man ihn deaktiviert, bessert sich der DIG-S etwas. Das von Dreizylindern bekannte, leicht raue Motorgeräusch beim Beschleunigen gefällt, doch bei Konstantfahrt klingt das Aggregat oft dumpf. Das geschieht vor allem, wenn man nach den Anweisungen der Schaltpunktempfehlung fährt - dann landet man oft bei niedrigen Drehzahlen von unter 2.000 Touren. Rekordniedriger Verbrauch Als Kompressor-Dreizylinder ist das Direkteinspritzer-Aggregat des DIG-S ein technisch interessanter Sonderling. Zu den Besonderheiten gehört eine elektronische On-Off-Kupplung, mit der der Kompressor bei niedrigen Drehzahlen abgekoppelt wird. Das senkt den Spritverbrauch. Ein weiterer Spartrick ist der so genannte Miller-Verbrennungszyklus, bei dem die Einlassventile etwas länger als üblich offen bleiben. Zusammen mit der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik soll sich der Note 1.2 DIG-S mit 4,3 Liter Sprit auf 100 Kilometer begnügen. Das ist ein Rekordwert. Der 100-PS-Meriva braucht mit Start-Stopp-System gleich 5,6 Liter. Und auch der ebenso starke Ford B-Max 1.0 Ecoboost mit dem hochgelobten Turbo-Dreizylinder benötigt noch 4,9 Liter auf 100 Kilometer. Ab 17.290 Euro Der ultrasparsame DIG-S soll in der dreigliedrigen Motorenpalette für ein Viertel der Verkäufe gut sein, der Löwenanteil von 56 Prozent wird auf den Basismotor entfallen. Der 80-PS-Motor ist eben doch 1.300 Euro günstiger. Den getesteten 1.2 DIG-S gibt es ab 17.290 Euro. Dafür erhält man die mittlere Version Acenta. Die Ausstattungsumfänge stehen noch nicht im Einzelnen fest. Doch sechs Airbags, Tempomat, Klimaanlage, elektrische Fensterheber rundum sowie 16-Zoll-Alufelgen sind serienmäßig. Preislich etwa gleichauf mit dieser Version liegen die ähnlich starken Modelle Opel Meriva 1.4 Ecoflex Selection für 17.025 Euro und Ford B-Max 1.0 Ecoboost Trend für 17.700 Euro. Deutlich günstiger, nämlich schon für unter 14.000 Euro, gibt es einen Kia Venga mit 90 PS. Marktstart für den neuen Note ist Mitte Oktober 2013, doch den DIG-S gibt es erst ab Anfang 2014.
Technische Daten
Antrieb:Front
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Kompressor-Benziner mit Multipoint-Direkteinspritzung, Miller-Verbrennungszyklus
Hubraum:1.198
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:72 kW (98 PS) bei UPM
Drehmoment:147 Nm bei 4.400 UPM
Preis
Neupreis: 17.290 € (Stand: Juli 2013)
Fazit
Moderne Sicherheitsassistenten ziehen in die kleinen Klassen ein. Dank der pfiffigen Ein-Kamera-Lösung ist der neue Nissan Note dabei ein Vorreiter. Auch das Innenraumangebot ist Spitze - und das ist schließlich ein Hauptgrund, einen Minivan zu kaufen. Das dritte Argument für den Note ist der extrem niedrige Normverbrauch des DIG-S. Auf der Negativseite stehen die Lahmheit des Motors vor allem im Eco-Modus sowie sein gelegentlich dumpfer Klang. + großer Kofferraum, überraschend viele Technik-Extras, extrem sparsamer DIG-S-Motor - oft dumpfer Klang des DIG-S, wenig überzeugende Performance
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2013-07-03

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