Kia Optima im Test: Neue Konkurrenz für den Passat?
Testbericht
Nizza (Frankreich), 9. Dezember 2011 - Der ein oder andere schaut genauer hin. Köpfe werden gereckt. Blicke fliegen hinterher. Nicht permanent, aber immer wieder. An der Côte d‘Azur, wo Mercedes, Porsche und Bentley zum alltäglichen Straßenbild gehören, ist das keine Selbstverständlichkeit. Zumal, wenn man mit einer Mittelklasse-Limousine aus Korea unterwegs ist. Doch optisch hat der Kia Optima einfach was zu bieten. Gilt das auch für den Rest des Autos? Nachfolger des Magentis In Asien und den USA ist der Optima bereits seit 2010 zu haben und kommt gut an. Über 200.000 Fahrzeuge konnten bisher weltweit abgesetzt werden. Jetzt wagt sich Kia zwei Jahre nach dem Auslaufen des recht biederen Vorgängers Magentis auch wieder auf den europäischen Mittelklasse-Markt, wo etablierte Konkurrenten wie VW Passat, Opel Insignia oder Ford Mondeo warten. Von außen vermittelt der Optima dank langer Haube, abfallendem Dach und kurzem hinteren Überhang eine gelungene Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Die weit nach hinten gezogenen Scheinwerfer, ein markanter Kühlergrill und breite Rückleuchten ermöglichen einen hohen Wiedererkennungswert, der die Marke unter der Designverantwortung von Ex-VW- und Audi-Mann Peter Schreyer mittlerweile auszeichnet. Üppige BeinfreiheitMit stattlichen 4,85 Meter ist der Optima hierzulande das längste Modell in der Mittelklasse. Der Radstand von beinahe 2,80 Meter gehört ebenfalls zu den größten im Segment. Das macht sich vor allem im Fond bemerkbar, wo die Insassen üppige Beinfreiheit genießen können. Als Chauffeurs-Limo eignet sich der Optima dennoch nur bedingt, da man hinten bereits ab einer Körpergröße von 1,75 Meter mit dem Kopf an der Decke anstößt. Das Innenraum-Ambiente spräche nicht dagegen. Die Kabine ist ansprechend gestaltet und - von wenigen Details abgesehen - wertig verarbeitet. In den höheren Ausstattungslinien wartet das Cockpit mit Ledersitzen, Ziernähten sowie Interieurleisten in Metall-, Karbon- oder Holz-Optik auf. Lediglich der Kunststoff rund um die Klimaregler dürfte eine Spur edler ausfallen. Der Kofferraum fasst ordentliche 505 Liter, gibt aber dennoch Anlass zur Kritik: Bei umgelegten Rücksitzlehnen entsteht eine deutliche Stufe im Ladeboden, die niedrige und zugleich schmale Durchreiche erschwert den Transport sperriger Gegenstände zusätzlich.
| Antrieb: | Frontantrieb |
|---|---|
| Anzahl Gänge: | 6 |
| Getriebe: | Automatik |
| Motor Bauart: | Reihen-Dieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung und Turboaufladung |
| Hubraum: | 1.685 |
| Anzahl Ventile: | 4 |
| Anzahl Zylinder: | 4 |
| Leistung: | 100 kW (136 PS) bei 4.000 UPM |
| Drehmoment: | 325 Nm bei 2.000 bis 2.500 UPM |
Nach Picanto, Rio, Venga und Sportage bietet Kia mit dem Optima ein weiteres Modell, das sich hinter der Konkurrenz alles andere als verstecken muss. Auf dem Niveau des Klassenprimus VW Passat liegt die Mittelklasse-Limousine aus Korea zwar noch nicht, aber die Mitbewerber aus Japan oder Frankreich werden über den neuen Optima nicht unbedingt erfreut sein. Das günstige Preis-/Leistungsverhältnis dürfte Kaufargument Nummer eins bleiben. Doch abgesehen von wenigen Schwächen überzeugt der Optima auch darüber hinaus. Und schön anzuschauen ist er sowieso.






























