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Testbericht

Sebastian Viehmann, 16. Oktober 2010
Ford und Mazda liefern Nachschub für Abenteuerurlaub, Baustelle und Prärie. Die Schwestermodelle BT-50 und Ranger wurden auf eine neue Plattform gestellt. In Deutschland dürfte ihnen aber der VW Amarok das Leben schwer machen.

Die Fernsehwerbung für den VW Amarok hat es in sich. Der Pick-up rast, driftet und springt durch die spektakuläre Landschaft Chiles und zieht mächtige Staubfontänen hinter sich her. Passend wäre auch folgender Spot: Der Amarok steht in einer Westernstadt, Auge in Auge mit Ford Ranger oder Mazda BT-50. Dann die Stimme aus dem Off: „Fremder, diese Stadt ist zu klein für uns beide“. Denn das Pick-Up-Segment in Deutschland ist überschaubar, und mit mehr als 2000 Vorbestellungen könnte der Amarok bald den Sheriff im Revier markieren. VW will sogar seine Fertigungskapazitäten ausbauen und das Europa-Kontingent des Pick-Ups ab 2012 in Hannover produzieren.

Doch genau wie der Amarok sollen Ford Ranger und Mazda BT-50 ja weniger auf ihren Heimatmärkten, sondern weltweit Erfolge feiern. Wie schon ihre Vorgänger wurden Ranger und BT-50 auf einer gemeinsamen Plattform entwickelt, um Entwicklungskosten zu sparen. Beide Modelle haben in Länge und Breite kräftig zugelegt. Vor allem der BT-50 ist dynamischer und rundlicher geformt als bisher. Das Fahrer-orientierte Cockpit mit seiner breiten Mittelkonsole erinnert eher an einen PKW als an ein Nutzfahrzeug.

Auch bei Ford gibt es Ladeflächen-Nachschub. Der Ranger soll den Pick-up-Markt in über 180 Ländern erobern. Der Radstand beträgt nun 3,2 statt drei Meter, die Ladefläche ist fast zehn Zentimeter breiter und mit 1,55 Metern auch etwas länger als beim Vorgänger. Das Ladevolumen beträgt 1,21 Kubikmeter. Optisch präsentiert sich der Ranger mit seiner breiten Front und den dicken horizontalen Streben am Kühlergrill kantiger als der Mazda.

Die Ranger-Modellfamilie umfasst je nach Verkaufsregion vier verschiedene Karosserieversionen. Es gibt wahlweise reinen Hinterrad- oder Allradantrieb sowie Varianten mit erhöhter Bodenfreiheit. Zudem stehen vier Ausstattungsniveaus zur Verfügung (XL, XLT, XLT Limited und Wildtrak). Die Ausstattung der Innenräume reicht von abwasch- und ausspritzbaren Kunststoff-Wüsten bis zu komfortablen Lederpolstern. Im Innenraum warten zahlreiche Ablagen, darunter Raum für 1,5-Liter-Flaschen in allen vier Türen. Zu den neuen Ausstattungsoptionen zählen Rückfahrkamera und Sprachsteuerung.

Trotz aller Komfortoptionen behalten Ranger und BT-50 ihren Nutzfahrzeug-Charakter. Bei der Hinterachse beispielsweise bleibt es bei einer strapazierfähigen Starrachsen-Konstruktion mit Blattfedern. Dennoch dienen die Autos nicht nur als Lastesel, sondern auch als PKW-Ersatz. „Kompakte Pick-ups spielen in immer mehr Teilen der Welt eine wichtige Rolle. Viele Käufer nutzen ihren Ranger als einziges Auto im Haushalt“, sagt Fords Marketing-Vizepräsident Jim Farley. Auch bei Mazda hat man nicht nur Bauarbeiter im Blick: Der Pick-Up soll ein „Active Lifestyle Vehicle“ sein. Man wolle damit „über die traditionellen gewerblichen Nutzer hinaus neue Kundengruppen einschließlich Familien und Menschen mit aktivem Lebensstil ansprechen“, heißt es bei den Japanern.

Der BT-50 ist mit einem 2,2 Liter großen Vierzylinder-Diesel ausgerüstet, der 110 kW / 150 PS leistet. Unter der Haube des Ford Ranger hat man die Wahl zwischen zwei Dieselmotoren. Der kleine Vierzylinder mit 2,2 Litern Hubraum ist in zwei Leistungsstufen erhältlich (96 kW / 125 PS mit 320 Nm Drehmoment oder 110 kW / 150 PS mit 375 Nm Drehmoment). Der 3,2-Liter große Duratorq-TDCi-Fünfzylinder hat 147 kW (200 PS) und ein maximales Drehmoment von 470 Nm. Der 166 PS starke und 2,5 Liter große Benzinmotor ist in Deutschland nicht verfügbar. Kombiniert werden die Motoren sowohl bei Mazda als auch bei Ford mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsgang-Automatik.

Die für Deutschland bestimmten Ranger-Versionen werden in Südafrika gebaut und sind mit zuschaltbarem Allradantrieb ausgerüstet. Im 2WD-Modus werden Ford und Mazda allein über die Hinterräder angetrieben, was gerade bei nassen Straßen bei den Vorgängermodellen schnell das Heck ausbrechen ließ. Bei den neuen Modellen ist ESP serienmäßig an Bord, darin integriert sind ein Überroll-Schutz und eine Anhänger-Stabilisierung. Was der neue Ranger auf dem deutschen Markt kosten wird, ist noch nicht bekannt. Auch die Preise des Mazda BT-50 wurden noch nicht veröffentlicht.

Nach Europa kommen die beiden Lifestyle-Lastentiere Ende 2011. Ausgerechnet in den Pick-Up-verliebten USA soll es den Ford Ranger übrigens nicht mehr geben. Das dürfte daran liegen, dass der stark gewachsene Ranger eine Konkurrenz für den Dauerbrenner Ford F-150 wäre. Zudem gibt es in den USA den Sport Trac, eine Pick-up-Variante des Geländewagens Escape. Der Sport Trac ist allerdings deutlich teurer als ein Ranger, so dass unterhalb des F-150 eine Lücke im Angebot klaffen würde.
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Quelle: Autoplenum, 2010-10-16

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