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Testbericht

26. Juli 2004
München, 23. Juli 2004 – Das Wettrüsten in der Kompaktklasse geht unvermindert weiter. Jede Neuauflage von Astra, Golf und Co kommt mit dynamischeren Fahreigenschaften auf den Markt. Mit einem Mehr an Sportlichkeit will auch der neue Mazda 3 in der Gunst der Kunden nach vorne fahren. Bereits beim 6 ist dies Mazda mit einem hervorragend abgestimmten Fahrwerk gelungen. Der neue 3 Sport – so die Bezeichnung für die fünftürige Fließheck-Version – soll mit ähnlichem Rüstzeug auf Golfjagd gehen. Wie athletisch der Mazda 3 wirklich ist und was er noch alles im Gepäck hat, erfahren Sie in unserem Testbericht. Wir waren im Fünftürer mit dem 105 PS starken 1,6-Liter-Benzinmotor unterwegs.

Innenraum sportlich abgeschmeckt Das schicke und aufgeräumte Innere des Mazda 3 sorgt für Wohlfühl-Atmosphäre. Attraktive und hochwertige Materialien paaren sich mit einfacher und übersichtlicher Bedienbarkeit. Sportliches Flair schaffen unter anderem die drei tunnelartigen Rundinstrumente im Cockpit. Der Schaltknauf liegt ebenso wie das Sportlederlenkrad sehr gut zur Hand. Zum dynamischen Charakter passen die präzise Schaltung mit kurzen Wegen ebenso wie die straffen Sitze mit gutem Seitenhalt. Die vorderen Passagiere werden überdies mit viel Platz, diversen Staufächern, großem Handschuhfach und zwei Getränkehaltern verwöhnt. Auf den hinteren Plätzen sitzt man zu zweit noch gut.

Tolles Navi mit kleinen Schwächen Es sind lediglich Kleinigkeiten, die den positiven Gesamteindruck etwas trüben. Das 2.300 Euro teure Navigationssystem unseres Testwagens ist nicht immer einfach zu bedienen. Das im Cockpit versenkbare, große Farbdisplay ist zudem vor Sonneneinstrahlung nicht optimal geschützt und die deutsche Stimme klingt hölzern bis unfreundlich.

Mäßige Übersicht Das ansonsten tadellos arbeitende Navi ist beim Rangieren in enge Parklücken leider nicht behilflich. Problem hier: Die lackierte Stoßstange am unübersichtlichen Heck erscheint – eine praktische Überprüfung haben wir Mazda erspart – recht kratzempflindlich. Mit der 4,42 Meter langen Karosserie ist beim Einparken also besondere Vorsicht geboten. Eine Einparkhilfe ist für den Mazda 3 Sport ab Werk ebenso wenig bestellbar wie Xenon-Scheinwerfer.

Mäßig Platz für Gepäck Angesichts der für die Kompaktklasse langen Karosserie sind die 300 Liter Stauvolumen im Kofferraum des Mazda 3 keineswegs berauschend. Der immerhin 20 Zentimeter kürzere VW Golf bietet 50 Liter mehr. Wo der Platz beim Dreier von Mazda geblieben ist, bleibt ein Rätsel. Klassenüblich: Die Rücksitzlehne des 3 Sport lässt sich asymmetrisch umklappen. Bis zur Fensterunterkante beträgt das maximale Volumen des leicht ansteigenden Kofferraums 600 Liter.

Die goldene Mitte Beim Mazda 3 hat man die Wahl zwischen vier Motorisierungen. Neben dem 1,6-Liter-Dieselmotor gibt es für den Dreier noch drei Benziner. Einstiegsaggregat ist der 80 PS starke 1,4-Liter-Vierzylinder, Topmotorisierung der 2,0-Liter-Vierzylinder mit 150 PS. Leistungsmäßig die goldene Mitte bildet der von uns gefahrene 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS.

Kommt spät, aber gutDie auf dem Papier gute Leistung beflügelt den 3 zumindest gefühlsmäßig nicht zum sonderlich lustvollen Boliden. Im Drehzahlkeller wirkt er etwas schwachbrüstig. Die 145 Newtonmeter Drehmoment liegen erst bei 4.000 Umdrehungen an. Wer flott fahren will, muss den Motor also ausdrehen. Dann entwickelt der Vierzylinder durchaus Temperament. Das dokumentieren auch die respektablen Fahrleistungen: Immerhin knackt er nach 11,0 Sekunden die 100-km/h-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 185 km/h.

Etwas durstig Obwohl sehr laufruhig und bis im hohen Drehzahlbereich keineswegs angestrengt, hat der Benziner recht raue Trinksitten. Beim Verbrauch genehmigt sich der Motor einfach ein Quäntchen zu viel Sprit. Auf schnellen Autobahnetappen haben wir bis zu elf Liter Benzin verbraucht. Selbst auf langsamen Fahrten blieb der Konsum nur knapp unter acht Litern.

Für Adrenalin-Junkies Mit satter Straßenlage und betont direkter Lenkung sorgt der Mazda 3 hingegen für großes und ungetrübtes Fahrvergnügen. Das aufpreispflichtige Stabilitätsprogramm DSC und die kräftig zupackenden Bremsen sorgen zudem für ein hohes Maß an aktiver Sicherheit. Zugegeben: Beim Komfort muss man aufgrund der sportlichen Abstimmung Abstriche hinnehmen. Dennoch geht das Komfortniveau in Ordnung. Zumal das agile Fahrverhalten und die große Kurvenlust für alles entschädigen. In seiner Klasse bietet der Mazda 3 in Sachen Dynamik ein eindeutig referenzverdächtiges Fahrwerk.

Preis und Leistung Ein Schnäppchen ist der Mazda 3 Sport 1.6 mit mindestens 16.590 Euro nicht. Zumindest bekommt man für dieses Geld einen übergroßen Kompakten mit bereits umfangreicher Serienausstattung in der Ausstattung Comfort. Ab Werk ist er unter anderem mit sechs Airbags, einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung und vier elektrischen Fensterhebern ausgestattet. Eine Klimaanlage kostet zusätzlich 1.050 Euro, das Stabilitätsprogramm DSC mit Traktionskontrolle schlägt mit 520 Euro zu Buche. In der von uns gefahrenen Austattung Exclusive gehören unter anderem diese Extras bereits zur Serienausstattung. Für den Exclusive sind 18.790 Euro fällig. Die deutsche Konkurrenz liegt auf etwa gleichem Preisniveau. Für einen fünftürigen VW Golf 1.6 sind in der Einstiegsversion mit Klimaanlage 17.795 Euro fällig. Der Opel Astra 1.6 kostet als Fünftürer mit Klimaanlage hingegen lediglich 16.490 Euro. Der Rüsselsheimer Konkurrent ist damit deutlich billiger.
Technische Daten
Motor Bauart:Vierzylinder-Reihen-Benzinmotor, 16 Ventile
Hubraum:1.598
Leistung:77 kW (105 PS) bei UPM
Drehmoment:145 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 16.890 € (Stand: Juli 2004)
Fazit
Die versprochene Sportlichkeit wird vom tollen Fahrwerk des neuen Mazda 3 Sport tatkräftig unterstützt. Ein sportives und schickes Ambiente bietet zudem der gelungene und großzügige Innenraum. Nicht ganz mithalten kann der von unten heraus etwas zugeschnürt wirkende 1,6-Liter-Vierzylinder-Motor mit seinen 105 PS. Erst bei höheren Touren geht hier die Post ab.

Wer also keine Drehzahlen scheut, kann auch mit dieser Motorisierung flott unterwegs sein. Dann genehmigt sich der Mazda 3 jedoch ein Quäntchen zuviel Sprit. Nicht nur beim Spritkonsum, auch beim Anschaffungspreis ist der Mazda 3 kein Sparmobil. Angesichts der guten Ausstattung und Fahrzeuggröße ist der Preis dennoch konkurrenzfähig. Der Kofferraum ist hingegen bei der fünftürigen Version Sport etwas zu klein ausgefallen. (mh)

Quelle: auto-news, 2004-07-26

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