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Testbericht

Peter Maahn/SP-X, 17. Juli 2019
SP-X/Königstein. Eigentlich sollte man meinen, dass der vor weit über 100 Jahren erfundene Benzinmotor längst zu Ende entwickelt ist. Wenn da nicht die Tüftler von Mazda wären. Die Japaner bringen jetzt einen Serienmotor, der die Vorteile eines Benziners mit denen eines Dieseltriebwerks kombinieren will - obwohl kein Tropfen Diesel im Tank ist. Dabei geht es um die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemischs und dessen Zündung.Um die ausgefeilte Technik zu verstehen, sollte man im Physik-Unterricht gut aufgepasst haben. Oder man räumt ehrlich ein, dass einen die technischen Geheimnisse im Motorraum nicht interessieren. Schließlich interessiert ja auch nicht, was im Innenleben eines Computers oder eines Smartphone so vor sich geht.Dennoch wagen wir einen laienhaften Blick in die Untiefen der Physik. Ein normaler Benzinmotor funktioniert immer schon nach dem gleichen Prinzip: Der Motor saugt Luft aus der Umgebung an, die dann mit dem eingespritzten Benzin gemischt wird. Daraus entsteht ein hochexplosives Gemisch. In der Regel besteht dieses Gas auf 14 Teilen Luft und einem Teil Benzin. Um es zu zünden, genügt ein Funke aus der Zündkerze. Die folgende feurige Reaktion liefert so viel Kraft, dass die Kolben im Zylinder bewegt werden. Die Kurbelwelle überträgt dann die Power an die Achsen, das Auto fährt. Das alles läuft in Bruchteilen von Sekunden ab. Anders beim Dieselmotor. Der braucht bekanntlich keine Zündkerze, sein Gemisch wird so zusammengepresst, dass es sich von selbst entzündet.Mazda hat jetzt diese beiden Brennverfahren kombiniert und nutzt zwei verschiedene Gemische im Zylinder. Eines, das wie gehabt mit den Verhältnis 14 zu 1 (Luft zu Benzin) arbeitet. Der Großteil des gasförmigen Innenlebens jedoch mischt einen Teil Benzin mit 30 Teilen Luft, ist also „magerer“. Durch ein extrem schnell drehendes Verdichterrad wird das Ganze dann so zusammengestaucht, dass es ebenso wie ein Luft-Diesel-Gemisch von alleine zünden kann.Aber: Diese „Selbstzündung“ liefe ohne weitere Maßnahmen so träge und unregelmäßig ab, dass sich die Insassen über Fehlzündungen und ruckelndes Fortkommen beschweren würden. Also greift Mazda zu einem Trick. Die klassische Zündkerze entflammt zunächst den kleinen Teil der Mixtur, der mit dem üblichen Mischungsverhältnis zubereitet wurde. Dessen Flammentod wiederum bringt in einer Art Kettenreaktion den größeren Teil des übrigen Gemischs in die erwünschte Wallung. Da diese Art von Verbrennung weniger Benzin benötigt, reduzieren sich zwangsläufig auch die Schadstoffe. Das gilt vor allem für das nach Dieselskandal und Fahrverboten ins Gerede gekommene NOx (Stickoxid).Und was bekommt der Fahrer von der Technik mit, die natürlich nur dank ausgefeilter Kleinarbeit, Sensoren und Rechenleistung des bordeigenen Elektronik-Gehirns funktioniert? Schlicht gesagt – nichts. Das wird auf einer Tour mit dem Mazda3 klar, der als erstes Serienauto mit dem neuen Motor unterwegs ist. „Skyactiv-X“ steht auf dessen Typenschild, wobei das „X“ eben jene Kreuzung zwischen Benziner und Diesel symbolisieren soll.Schon nach wenigen Kilometern wird klar: Trotz 132 kW/180 PS ist der so angetriebene Golf-Rivale nicht ausgeprägt sportlich, was aber auch nicht das Ziel der Ingenieure war. Er wirkt vielleicht etwas träger als gewohnt, will mit mittleren Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Das belegen auch die etwas mehr als acht Sekunden, bevor der Dreier die Tempo-100-Marke erreicht. Nach einigen Kilometern aber hat man den Bogen raus, um dem Neuling einen Hauch von Sportlichkeit zu entlocken. Die Fortbewegung mit schwerem rechten Fuß nämlich lässt die Technik reagieren und auf die bislang übliche Art der Verbrennung zurückkehren. Unterm Strich wird das Gemisch also auf den Stand vor Entdeckung der neuen Technik zurückgefahren. Der Verbrauchsvorteil löst sich im wahrsten Sinne in Luft auf.Da das nicht im Sinne der Erfinden wäre, ist es also ratsam, den Mazda3 mit dem „X“ eher verhalten zu bewegen, Klugheit statt Sportgeist wird an der Tankstelle belohnt. Dann nämlich passen die nach WLTP-Norm geprüften 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Für ein 180-PS-Auto ein sehr guter Wert. Ansonsten bietet der Mazda3 alle Annehmlichkeiten der anderen Familienmitglieder der Modellreihe. Auch eine gute Serienausstattung, die sich nach einer Einkaufstour in der Preisliste natürlich noch verbessern lässt. Der Grundpreis für den „Skyactiv-X“ liegt bei 26.790 Euro, 2.000 Euro über dem 90 kW/122 PS Benziner mit herkömmlicher Verbrennungstechnik.Mazda 3 Skyactiv-X 2,0 M-Hybrid – Technische Daten:Fünftürige, fünfsitzige Limousine, Länge: 4,46 Meter, Breite (mit Außenspiegeln): 2,03 Meter, Höhe: 1,44 Meter, Radstand: 2,73 Meter, Kofferraumvolumen: 358 -1.026 Liter2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Kompressionszündung und 24-Volt-Mildhybrid-System, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 224 Nm bei 3.000 U/min, Frontantrieb (Allradantrieb gegen Aufpreis), Sechsgang-Schaltgetriebe (Sechs-Stufen-Automatik gegen Aufpreis), Vmax: 216 km/h, 0-100 km/h: 8,2 s, Durchschnittsverbrauch: 5,2 l/100 km, CO2-Ausstoß: 117 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: k. A.Grundpreis: 26.790 EuroMazda 3 Skyactiv-X 2,0 M-Hybrid – Kurzcharakteristik:Warum: Vorreiter einer neuen Technik – und der Mazda3 ist ein schönes AutoWarum nicht: weil ein moderner Diesel noch besser sparen kannWas sonst: diese Technik ist bislang einmaligMazda baut den ersten Serien-Benzinmotor, der die vom Diesel her bekannte Kompressionszündung nutzt. Die Vorteile: geringerer Verbrauch und weniger Schadstoffe bei gleichzeitig höherer Leistung. Als erstes Modell nutzt nun die Topversion der Kompaktlimousine Mazda3 diese Technik.
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Fazit
Mazda baut den ersten Serien-Benzinmotor, der die vom Diesel her bekannte Kompressionszündung nutzt. Die Vorteile: geringerer Verbrauch und weniger Schadstoffe bei gleichzeitig höherer Leistung. Als erstes Modell nutzt nun die Topversion der Kompaktlimousine Mazda3 diese Technik.

Quelle: Autoplenum, 2019-07-17

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