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Testbericht

Sebastian Viehmann, 18. November 2010
Mazdas Dreier bekommt einen neuen Basisdiesel. Das Aggregat ist einfacher konstruiert als bisher, es bleibt dabei sparsam und durchzugsstark. Der Einstiegspreis ist aber ziemlich hoch angesetzt.

Der neue Commonrail-Diesel des Mazda 3 erfüllt die Abgasnorm Euro 5, schöpft 115 PS (85 kW) aus 1,6 Litern Hubraum und entwickelt ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern – ein Plus von 30 Nm im Vergleich zum Vorgängermotor. Statt zwei obenliegender Nockenwellen hat der Diesel nur noch eine und damit acht statt 16 Ventile, dafür wurde das Einspritzsystem gründlich überarbeitet. Das Aggregat kaufen sich die Japaner wie gehabt beim PSA-Konzern (Peugeot / Citroën) ein. Diese Zwischenlösung wird beendet sein, wenn Mazda seine selbst entwickelte neue Motorengeneration auf den Markt bringt, die auch Euro 6-tauglich sein dürfte.

Die 115 PS-Maschine im Mazda 3 hängt gut am Gas und stellt ihr Drehmoment über ein breites Drehzahlband bereit. So kann man schaltfaul fahren und hat bereits aus dem Stand viel Kraft zur Verfügung. Bisher gab es für den Basisdiesel nur ein Fünfganggetriebe, jetzt wird er mit einer Sechsgangbox kombiniert. Die ersten Gänge sind kurz übersetzt und verschaffen dem Motor die nötige Agilität, der sechste Gang ist zum entspannten Dahingleiten auf der Autobahn. Die Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h absolviert der 1.6 MZ-CD in 11 Sekunden.

Mit seiner direkten Lenkung und dem relativ geringen Gewicht (1,3 Tonnen) ist der Mazda 3 ein kleines Fahrspaß-Paket. Die Federung ist optimal abgestimmt und die Kurvenlage für einen Kompaktwagen ausgezeichnet. Natürlich geht erst mit dem 185 PS starken Top-Diesel so richtig die Post ab, doch der Basis-Selbstzünder dürfte den meisten Bedürfnissen genügen. Etwas nervig ist auf Dauer der brummige Motorsound.

Den Durchschnittsverbrauch des Wagens gibt Mazda mit 4,4 Litern pro 100 Kilometer an, auf den Testfahrten errechnete der Bordcomputer bei normaler Fahrweise einen Schnitt um fünf Liter. Mazdas Dreier hat keine speziellen Sparmaßnahmen an Bord wie etwa eine Start-Stopp-Automatik, liegt beim Verbrauch aber im Klassendurchschnitt: Der Opel Astra 1.7 CDTi (110 PS) genehmigt sich im Schnitt 4,5 Liter pro 100 Kilometer, der Ford Focus 1.6 TDCI (109 PS) 4,4 Liter, der Citroën C4 HDi 110 (112 PS) 4,2 Liter und der Kia Cee’d 1.6 CRDi (115 PS) 4,5 Liter.

Das Cockpit des kompakten Mazda ist fahrerorientiert aufgebaut, der Schalthebel ist optimal erreichbar und die Sitze mit genügend Seitenhalt ausgestattet. Dicker Minuspunkt: Große Piloten mit langen Beinen haben Schwierigkeiten, die optimale Sitzposition zu finden, weil der Sitz nicht weit genug nach unten verstellbar ist und die Knie an der Plastikverkleidung unterm Lenkrad anstoßen.

Lobenswert ist die Vielfalt an Ablagen, von Becher- und Flaschenhaltern über Fächer für Krimskrams bis zum großen Staufach in der Mittelkonsole ist alles vorhanden. Auch das Platzangebot im Fond mit genügend Knie- und Kopffreiheit für Erwachsene kann sich sehen lassen. Das Gepäckabteil jedoch hat eine hohe Ladekante und steht mit 340 Litern Fassungsvermögen im Klassenvergleich nicht besonders gut da da (VW Golf: 350 Liter, Renault Mégane 405 Liter, Kia Cee’d 340 Liter, Ford Focus 396 Liter, Opel Astra 370 Liter). Die viertürige Stufenheckversion des Mazda 3 hat 430 Liter Gepäckraum, sie wird auf dem deutschen Markt aber nur mit zwei verschiedenen Benzinmotoren angeboten.

Die Preisliste des Mazda 3 mit dem neuem Dieselmotor beginnt bei 20.390 Euro (Ausstattung Prime-Line). Zum Serienumfang gehören unter anderem ESP, elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, CD-Radio, Zentralverriegelung und elektrisch verstellbare Außenspiegel. Zum Vergleich: Der Opel Astra 1.7 CDTi ist ab 20.150 Euro zu haben, ein Citroën C4 HDi 110 ab 19.600 Euro, der Kia Cee’d 1.6 CRDi ab 19.140 Euro, der Ford Focus 1.6 TDCI ab 19.000 Euro und der VW Golf 1.6 TDI ab 20.825 Euro.

Ab Center-Line-Ausstattung (21.890 Euro) sind im Mazda 3 zusätzlich Dinge wie Leichtmetallfelgen, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten und mehr optischer Zierrat an Bord, im Modell Exclusive-Line (23.490 Euro) ergänzen Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer, Tempomat, Einparkhilfe, Spurwechselassistent (Warnung vor Autos im toten Winkel) und Sitzheizung die Ausstattung. Gegen Aufpreis gibt es weitere Extras wie Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht (1150 Euro) oder das Navigationssystem (720 Euro), das allerdings umständlich zu bedienen ist und einen sehr kleinen Bildschirm hat. Den Mazda 3 Sports-Line gibt es in Verbindung mit dem 2,2-Liter Dieselmotor (185 PS). Dieses Aggregat ist auch in einer 150 PS-Version erhältlich.
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Quelle: Autoplenum, 2010-11-18

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