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Testbericht

Sebastian Viehmann, 24. Oktober 2011
Kein Nippon-Hersteller stellt den Fahrspaß so in den Vordergrund wie Mazda. Beim Facelift des Mazda 3 wurden deshalb Fahrwerk und Lenkung verändert. Beim Kurvenspaß fährt der Japaner vielen Konkurrenten davon, hinkt aber in anderen Punkten hinterher.

Als 1977 der erste Mazda 323 auf der Frankfurter IAA vorgestellt wurde, hätte man die Autos einfach einfliegen können. Doch Mazda briet sich wie so oft eine Extrawurst. Zwei 323 fuhren 15.000 Kilometer weit vom Werk in Hiroshima bis nach Frankfurt. Heute ist aus dem 323 längst der Mazda 3 geworden, seit 2009 in zweiter Generation und nun frisch geliftet. „Noch nie hat ein Auto in unserer Geschichte so schnell die Millionen-Marke geknackt“, freut sich Mazdas Europa-Chef Jeffrey Guyton. Mittlerweile wurden seit 2003 drei Millionen Stück verkauft. Und noch immer steht das Fahrerlebnis im Vordergrund: Zu den Änderungen am Mazda 3 zählt Feinschliff an Lenkung, Karosserie und Fahrwerk, was bei einem Facelift eher selten passiert.

In Sachen Fahrverhalten konnte sich der Mazda 3 schon bisher locker mit dem Golf messen, jetzt gewinnt er noch einen Schuss Komfort und Dynamik. Mit geänderten Verstärkungen im Unterboden haben die Ingenieure die Karosserie versteift, die Dämpfer wurden neu abgestimmt. In der Praxis ist der Wagen bei unebener Fahrbahn nun etwas ruhiger unterwegs, bisher geriet der straff abgestimmte Japaner manchmal leicht ins Hoppeln. Die Servolenkung haben sich die Entwickler ebenfalls vorgenommen. Die Lenkung vermittelt auch in schnellen Kurven einen ausgezeichneten Fahrbahnkontakt, sie spricht sehr direkt an.

In anderen Disziplinen hinkt Mazda dagegen hinterher. So fehlt zum Beispiel die flächendeckende Start-Stopp-Automatik. Sie steht nur für den Zweiliter-Benzindirekteinspritzer zur Verfügung. Die Motorenpalette des Wagens bleibt nach dem Facelift unverändert (drei Benziner von 105 bis 260 PS, zwei Diesel von 115 bis 185 PS).Die minimalen Verbrauchsverbesserungen gehen vor allem auf eine leicht modifizierte Aerodynamik zurück. Stoßfänger und Hinterteil des Wagens wurden neu gestaltet, die Unterbodenabdeckung vergrößert.

Das Basismodell Prime-Line (ab 16.990 Euro) wird von einem 1,6 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit 105 PS / 77 kW angetrieben, und für die meisten Bedürfnisse dürfte dieser Antrieb ausreichen. Der Motor ist drehfreudig, braucht aber für ordentliches Vorankommen keine allzu hohen Drehzahlen. Laut wird das Aggregat nur unter Volllast, ansonsten hält es sich angenehm im Hintergrund. Eine Schaltanzeige im Instrumentenbrett mahnt zum Gangwechsel, wenn die passenden Drehzahlen erreicht sind. Die Fünfgangschaltung ist schön knackig mit kurzen Wegen, doch der kräftige Benziner könnte sechs Gänge gut vertragen. Die gibt es erst beim 2.0 MZR mit 150 PS. Alternativ zur Handschaltung steht für den Basisbenziner 1.6 erstmals eine Automatik zur Verfügung, die mit ihren vier Stufen allerdings keinen Innovationspreis gewinnt.

Den Durchschnittsverbrauch des 1.6 MZR gibt Mazda mit 6,4 Litern pro 100 Kilometer an. Zum Vergleich: Der Ford Focus 1.6 Ti-VCT (105 PS) verbraucht im Schnitt 5,9 Liter, der Kia Cee’d 1.6 (125 PS) 6,3 Liter, der Opel Astra 1.6 (115 PS) ebenfalls 6,3 Liter und der VW Golf 1.2 TSI (105 PS) 5,7 Liter. Der Mazda ist also nicht sparsamer als viele seiner Konkurrenten. Dafür benötigt der Japaner im Gegensatz zu manchen Autos mit kleinen Turbomotoren eher wenig Gaseinsatz, bei einer normalen Landstraßenfahrt begnügt er sich mit 5,4 bis 5,9 Litern pro 100 Kilometer.

Im Cockpit wurden im Rahmen des Facelifts die Instrumente neu gestaltet und die Kunststoffe etwas dunkler eingefärbt. Geblieben sind die saubere Verarbeitung und der übersichtliche Cockpitaufbau. Das bisher extrem umständliche und funktionsarme Navigationssystem mit seinem winzigen Bildschirm wurde durch ein voll integriertes, 5,8 Zoll großes TomTom-Navi mit einer kombinierten Touchscreen- und Tastenbedienung ersetzt. Der Aufpreis beträgt 720 Euro, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Anschluss sind dann auch an Bord.

Zur Serienausstattung des Mazda 3 zählen unter anderem ESP, elektrische Fensterheber vorn, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Bordcomputer und CD-Radio. Abgesehen von den nicht in Wagenfarbe lackierten Türgriffen macht das nackte Basismodell keineswegs einen kargen Eindruck, allerdings bieten manche Konkurrenten eine Klimaanlage serienmäßig. Dafür hat der Mazda immer vier Türen an Bord und nicht nur zwei wie zum Beispiel der Basis-Golf (ab 16.975 Euro).

Neben der Basisversion Prime-Line gibt es für Mazdas Dreier noch die Version Center-Line (ab 18.790 Euro) und die Sports Line (ab 24.290 Euro). Das Modell Exclusive-Line entfällt, dafür rollt das reichhaltig ausgestattete Modell Edition ab 19.990 Euro zum Händler.
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Quelle: Autoplenum, 2011-10-24

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