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Testbericht

26. Oktober 2015
Haar, 27. Oktober 2015 - Wenn die Rennversion schon Siege holt, bevor das Serienfahrzeug auf dem Markt ist, kann man sich als Entwickler entspannt zurücklehnen. Cadillac feierte 2015 bereits viele Erfolge in der amerikanischen GT-Serie mit dem ATS-V GT3. Jetzt kommt die Straßenversion des M3-Jägers auch nach Deutschland. Wir sind den kleinen Bruder des überwältigenden CTS-V schon gefahren. Rennsportanleihen im Innenraum Steigt man aus der gewaltigen CTS-V-Limousine in das kleinere ATS-V-Coupé um, fällt sofort auf, wie Fahrer-fokussiert dieses Auto gebaut ist. Die optionalen Recaro-Schalensitze schmiegen sich um den Piloten, das klassische Dashboard mit Rundinstrumenten fordert mit seinen roten Ziffern und Tachonadeln schon im Stand Drehzahl und Geschwindigkeit. Die Sitzposition ist angenehm tief, das Lenkrad lässt sich passend dazu einstellen. Leider ist die Anordnung des Drehzahlmessers als kleineres Instrument links vom großen Geschwindigkeitsmesser nicht ganz so glücklich. Ein großer Drehzahlmesser wäre perfekt, zumal die Geschwindigkeit ja auch im optionalen Head-up-Display angezeigt wird. Twin-Turbo-V6 mit bösem SoundPer Knopfdruck wird der Twin-Turbo-V6 gestartet. Der ATS-V ist das erste Fahrzeug der V-Serie von Cadillac, das über einen Twin-Turbo-Motor verfügt. 470 PS und 603 Newtonmeter konnte die Crew rund um Chefingenieur Tony Roma aus dem 3,6 Liter großen Aggregat herausholen. Und für einen zwangsbeatmeten Motor macht der V6 sogar ordentlich Krach. Weniger der samtige Klangteppich des CTS-V-V8, eher ein gieriges Sägen, kombiniert mit Knallen und Ploppen. Das Achtgang-Automatikgetriebe bekommt im ATS-V leider nicht den coolen "M"-Knopf auf dem Schalthebel, hier wird der Hebel ganz konventionell nach links geschoben, um in den manuellen Modus zu gelangen.
Ein Fahrwerk, wie man es sich wünscht Auf den kurvigen Nebenstraßen im Münchner Umland merkt man schnell, dass die von Cadillac beworbenen Rennstreckenqualitäten nicht nur hohle Marketingphrasen sind. Der ATS-V schmeißt sich im Sport-Modus dank geänderter Fahrwerks-Kennlinien sehr neutral und direkt in die Kurven und bleibt konstant auf der Linie, die man ihm auferlegt. Die Karosserie ist sehr steif und verwindet sich kaum. Dank handlicherer Außenmaße als beim CTS-V und einem etwas engeren Cockpit fühlt sich der ATS-V an wie der sprichwörtliche Handschuh. Man wähnt sich auch bei schnelleren Manövern sehr sicher und kann Kurvengeschwindigkeiten spielend leicht und beliebig oft reproduzieren. Die Lenkung gibt eine hervorragende Rückmeldung und ist dabei nicht zu leichtgängig. Souveränes Sperrdifferenzial Steht man am Kurvenausgang minimal zu früh auf dem Gas, regelt das elektronische Sperrdifferenzial den Schlupf fast unmerklich weg. Man merkt so gut wie gar nicht, dass zwischen Gaspedal und Hinterachse noch etwas sitzt, das die Befehle des Fahrers noch einmal prüft und gegebenenfalls nachbessert. Doch dann schieben die 603 Newtonmeter ordentlich an. Allerdings suggeriert der brachiale Sechszylinder-Sound mehr Tempo, als tatsächlich anliegt. Große Klappe und nichts dahinter? Auf gar keinen Fall. Der ATS-V ist geradeaus sehr schnell, in 3,9 Sekunden geht es von null auf 100, Schluss ist erst bei 304 km/h. Auch im Alltag zuhause Vergisst man einmal die Vollgasorgien auf der Autobahn oder wilde Kurvenjagden auf der Landstraße, gibt der ATS-V auch ein veritables Alltagsfahrzeug ab. Hoher Komfort im "Tour"-Modus, ein modernes Infotainment-System und aktuellste Sicherheitstechnik verwandeln den wilden Renner bei Bedarf in eine zahme Schmusekatze. Über den Verbrauch von 11,4 Liter auf 100 Kilometer muss man allerdings hinwegsehen können.
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Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:8
Getriebe:Automatikgetriebe
Motor Bauart:Benziner mit Turbolader
Hubraum:3.564
Anzahl Ventile:24
Anzahl Zylinder:6
Leistung:346 kW (470 PS) bei UPM
Drehmoment:603 Nm bei 3.500 UPM
Preis
Neupreis: 77.500 € (Stand: Oktober 2015)
Fazit
Kompakte Außenmaße, kraftvoller Motor, fein abgestimmtes Fahrwerk: Der ATS-V ist der Sportwagen, mit dem niemand gerechnet hat. Wer eine unkonventionelle Alternative zu BMW M3 oder Mercedes-AMG C 63 sucht, wird hier mit Sicherheit fündig. Zumal der Ami sich auch in punkto Innenausstattung und Design nicht hinter den deutschen Premium-Modellen verstecken muss. Das Highlight ist der brutal laute V6, so macht Umweltsünde Spaß. + sehr gut abgestimmtes Fahrwerk, Motor mit Druck und Sound - Bedienung anfangs etwas kompliziert
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2015-10-26

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