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Testbericht

16. Mai 2008

Prophezeiendes Grollen und tiefes V8-Wummern. Der Lexus IS F mampft einen machtvollen Takt, der die Marmelade auf dem Croissant, die Milchschaumhaube auf dem Cappuccino und den Meerrettich auf dem Lachs beim Präsentationsfrühstück vergessen macht. Frühstücken oder fahren?

Fahren. Und Vorsicht: Acht Töpfe mit 5,0 Liter Inhalt und 423 PS, aufgegabelt auf dem hinteren Reifensatz, taugen für Quertreiberdramatik. Zudem ist der IS F momentan rar wie ein EB 16.4 Veyron: Zwei Stück stehen im Testfuhrpark in Köln. Das gefahrene japanische Vorserienmodell kommt vom Toyota-Europa Hauptsitz in Brüssel.

Keyless-go
Den Chip im Fach der sehr breiten Mittelkonsole versenkt, den Startknopf gedrückt und schon brabbelt der V8 los. Propere Sportsitze hinter, tadelfrei ablesbare Instrumente vor dem Fahrer. Trotzdem ist dessen Konzentration – viele Schalter, die Schaltwippen und der von Yamaha aufgepowerte V8 – erst einmal eingespannt in Verstehen und Begreifen: D-4S Einspritzsystem? Separater kleiner Kraftstoffspeicher? Im Ölkreislauf angeordnete Spülpumpen?

Der Lexus-Urglaube an die unumstößliche Ruhe des Systems erfährt eine neue Facette: Der sekundäre Kanal des zweiflutigen Ansaugsystems schaltet, gefühlt bei circa 3.800/min, auf Durchzug. Was nun folgt, hat mit vorher – und leise – nicht mehr viel zu tun. Blind glaubt man nun dem Marketing und dem „Eindruck …, dass ein zweiter Motor zum Leben erwacht” (IS F Pressemappe) – Kein anderer Lexus spricht in diesem Moment so leise und im nächsten derart fulminant vollmundig aus. 

 

„M” heißt „Macho”, „Manuell” und „Macht” – Schaltmacht: In 0,1 Sekunden zieht das 8-Gang-Direktschaltgetriebe die Gänge durch. Der Wandler wird überbrückt, das Motordrehmoment wie bei einem manuellen Schaltgetriebe direkt übertragen und die Schaltstufe restriktiv ohne Ausnahme bis 6.800/min gehalten – Die Fingerkuppen verwachsen mit den Schaltwippen am dicken Lenkradkranz: Fahrer, Motor und Fahrwerk werden eins – was wünscht sich der Sportfahrer mehr? Der V8 flutet den Innenraum mit Ansaug- und Austosskonzert und klettet sich ans Gas. Die auffallend leichtgängige Sportlenkung packt sich die Straße, die Sechs-Kolben-Bremsanlage (Brembo) beißt. VDIM (Normal, Snow oder Sport), gemeint ist ESP, gestattet Asphaltwischer. Ein Zwischengasfauchen vor dem Kurvenscheitelpunkt – was für ein Spektakel.

Fazit
Zwei Gesichter, ein attraktiver Preis (69.900 €). Sämige V8-Laufkultur und bißfester V8-Techno. Timo Glock hat einen als Dienstwagen. Andere dürfen ihn voller Vorfreude erwarten: Die Nachfrage ist fünfmal höher als die aktuelle Produktionskapazität. Viel mehr als 200 Fahrzeuge dürften in 2008 nicht verteilt werden – die tiefe Überzeugung nach der ersten Ausfahrt: Warten lohnt.

Fotos © 2014 Redaktionsbüro Kebschull

 

 

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