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Testbericht

26. April 2007
Beilngries, 26. April 2007 – „Oh Gott, der ist ja noch kleiner als ich dachte“, schießt es mir beim ersten Anblick des Daihatsu Copen „100th Anniversary“ durch den Kopf. Skeptisch beäuge ich den nur 3,39 Meter langen Japaner von allen Seiten. Der Compact-Roadster sieht eher aus wie ein zu groß geratenes Spielzeugauto. Mich beschleichen ernsthafte Zweifel, ob ich mit meinen – zugegebenermaßen nicht gerade großen – 1,77 Meter überhaupt dort hineinpasse. Ampeltaugliches Verdeck Erstaunlicherweise funktioniert das Einsteigen in den nur 1,24 Meter hohen Copen ohne größere Probleme. Freilich, ein Platzwunder ist er nicht, ein Roadster bleibt eben ein Roadster. Die Sonne brennt vom strahlendblauen Himmel. Also nichts wie das elektrische Hardtop öffnen. Auf Knopfdruck schwenkt das Dach mit einem ohrenbetäubenden Lärm nach hinten und faltet sich in den ohnehin nur 210 Liter großen Kofferraum. Hat das Dach es sich darin gemütlich gemacht, bleiben kümmerliche 14 Liter Stauraum. Das reicht gerade mal für zwei Jacken. Überraschend schnell ertönt der Piepton, der mir sagen will, es kann losgehen. Gerade einmal 18 Sekunden verstreichen beim Öffnen und Schließen des Daches. Das ist rekordverdächtig und der Zweisitzer sammelt erste Pluspunkte. Fliegengewicht mit 850 Kilogramm An der ersten Ampel schaue ich gedankenverloren auf das Datenblatt neben mir auf dem Beifahrersitz. 87 PS. Na prima, das ist nicht gerade viel. Was ich allerdings übersehen habe, ist sein Gewicht. Es beträgt nämlich nur 850 Kilogramm. Und dies macht sich gleich hinter dem Ortsschild bemerkbar. Ich trete das Gaspedal durch. 9,5 Sekunden benötigt der kleine Roadster auf Tempo 100. Subjektiv, kommt es mir durch die tiefe Sitzposition allerdings wesentlich schneller vor. Die Höchstgeschwindigkeit des Copen beträgt 180 km/h.

Je enger desto lieber Doch soweit komme ich gar nicht. Im Innenraum wird es ab 110 km/h trotz Windschott und geschlossenen Seitenscheiben recht zugig. Aber das stört eigentlich nicht. Auf der Autobahn macht der Zweisitzer mit einem Radstand von 2,22 Metern sowieso weniger Spaß. Der Copen liebt Kurven, je enger desto lieber. Und die lassen sich quasi – so kommt es mir vor – ohne Reduzierung der Geschwindigkeit durchfahren. Auch abrupte Lenkeinschläge lassen den Daihatsu völlig kalt. Nahezu wie ein Hase auf der Flucht schlägt der Roadster seine Haken. Auf meiner Testfahrt durch das Altmühltal nahm ich jede noch so kleine Abzweigung runter von der Hauptstraße und nutzte die Gelegenheit, den Fahrspaß in mich aufzusaugen, den der Daihatsu Copen bietet. Schickes Rot im Innenraum Nach einiger Zeit gönne ich mir und dem Rennflitzer eine Pause und mache einige Fotos. Zwei Passantinnen mit Hund sind richtig angetan von dem Japaner. Und in der Tat, optisch macht der Winzling jede Menge her. Das Sondermodell zum 100-jährigen Jubiläum besitzt serienmäßig beispielsweise schicke 16-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Chromglanz-Lackierung, rote Ledersitze sowie eine Lederverkleidung und ein Sportlenkrad im selben Farbton. Außerdem wird das Cockpit aller „100th Anniversary“-Modelle durch Aluminiumringe um die Lüfterdüsen und Fußmatten mit „100 Jahre“-Schriftzug optisch aufgewertet. Zweit- oder Drittwagen Auf meiner weiteren Spritztour könnte ich allerdings nur eine der beiden Damen mitnehmen. Und mehr als eine Handtasche dürfte sie auch nicht dabei haben. Der Platz im Innenraum ist auch bei geöffnetem Dach eher begrenzt und größere Insassen haben nicht nur Probleme mit der Beinfreiheit, sondern auch die Ellbogen stoßen schnell seitlich an. Doch der Copen versteht sich ohnehin nicht als Nutzauto. Vielmehr ist er ein reines Spaßauto, das als Zweit- oder Drittwagen angeschafft wird und nur einen Nutzen hat: die pure Freude am Fahren zu vermitteln und ziellos durch die Gegend zu fahren, um die nächste enge Landstraßenbiegung zu entdecken.

Quasi konkurrenzlos Echte Konkurrenz kennt unser 19.690 Euro teure Testwagen nicht. Annähernd vergleichbar ist er eigentlich nur mit der 860 Kilogramm schweren Lotus Elise (3,78 Meter). Doch die hat mit 136 PS deutlich mehr Power und kostet mit 39.906 Euro auch beinahe das Doppelte. Die beiden nächstgrößeren Roadster Opel Tigra TwinTop (3,92 Meter) und Mazda MX-5 (3,99 Meter) sind über einen halben Meter länger. Der 90 PS starke Opel schlägt zwar nur mit 17.983 Euro zu Buche, allerdings wiegt er auch 385 Kilogramm mehr und wird daher nicht annähernd den Copen-Spaß bieten. Mazda verlangt für seinen Einstiegs-Roadster mit 126 PS 21.748 Euro. Zauberformel Gewichtsreduzierung Auch bei der allgegenwärtigen Schadstoffdiskussion kann der Zweisitzer aus dem Hause Daihatsu Punkte sammeln. 6,0 Liter Normalbenzin und ein CO2-Ausstoss von 140 Gramm pro Kilometer sprechen eine deutliche Sprache. Was andere Hersteller durch neu konstruierte Motoren zu erreichen versuchen, schaffen die Japaner durch Gewichtsreduzierung.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Reihen-Benzinmotor
Hubraum:1.298
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:64 kW (87 PS) bei UPM
Drehmoment:120 Nm bei 4.400 UPM
Preis
Neupreis: 19.690 €
Fazit
Meine anfänglichen Zweifel am Daihatsu Copen sind im Laufe des Tages absolut verschwunden. Der Zweisitzer nutzt die geringe Größe geschickt zu seinen Gunsten und lässt sich auch trotz seiner relativ schwachen Motorisierung sehr sportlich um die Kurven jagen. Wer an einem sonnigen Tag aus einem Daihatsu Copen ohne Grinsen aussteigt, ist selbst schuld. Freilich muss man sich darüber bewusst sein, das sowohl im Innenraum als auch im Kofferraum nur sehr begrenzter Platz zur Verfügung steht. Und das straffe Fahrwerk fordert vor allem auf schlechten Straßen etliche Nehrmerqualitäten seitens des Fahrers. Ein Roadster bleibt eben ein Roadster.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2007-04-26

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