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Testbericht

15. Juni 2006
Göteborg, 16. Juni 2006 – Punktgenau zum Sommer ist Volvo mit dem Hingucker-Coupé-Cabrio C70 erfolgreich in die Frischluft-Saison 2006 gestartet. Zunächst stehen für die skandinavische Schönheit drei geschmeidige Benziner zur Wahl. Diese Motorenpalette wird schon bald erweitert. Dem aktuellen Dieselboom Rechnung tragend, reicht Volvo mit dem D5 im September 2006 eine 180 PS starke Selbstzünder-Variante nach. Wie gut sich die sehenswerte Schweden-Schnitte mit dem Fünfzylinder-Diesel fährt, haben wir bereits getestet.

Kein Ohrenschmaus Direkt nach dem Start gibt sich das Common-Rail-Triebwerk akustisch klar als Diesel zu erkennen. Nein, leise und seidig klingt das im Leerlauf nicht. So bietet der D5 im C70 eine Klangkulisse, die zumindest im Offen-Modus als leicht störend empfunden werden kann. Im Stadtverkehr bleibt der Motor akustisch stets präsent. Erst bei höheren Geschwindigkeiten treten die Triebwerksgeräusche in den Hintergrund. Neben dem Nageln kündet ab etwa 2.000 Umdrehungen ein Pfeifen vom Einsetzen des Turboladers und dem damit einhergehenden deutlichen Drehmomentzuwachs. Wenig störend ist die Dieselakustik übrigens bei geschlossenem Dach. Großes Lob hierfür an Volvo. Doch ganz offen unter uns gesagt: Wer will ein Cabriolet schon geschlossen fahren?!

Kein Sprintkönig Ebenfalls typisch für einen Turbodiesel ist das kurze Leistungsloch bei niedrigen Drehzahlen. Erst knapp unter 2.000 Touren steht beim C70 D5 ein imposantes Drehmoment von 350 Newtonmeter zur Verfügung. Der dann einsetzende Schub sorgt für ein angenehmes, jedoch nicht überwältigendes Beschleunigungsgefühl. Etwas verzögert reagiert bei Leistungsabfrage außerdem die serienmäßige Fünfgang-Wandlerautomatik. Sie könnte noch eine Spur spontaner reagieren und zudem mit ein oder zwei Gangstufen enger abgestuft sein. Sportlich ambitionierte Fahrer würden sich den Diesel wohl eher mit einem Handschaltgetriebe wünschen. Doch den D5 gibt es allein als Automatik.

Komfortabler Cruiser Dafür passt die sanft schaltende Automatik gut zum Gesamtcharakter des C70. Das 4,58 Meter lange Coupé ist kein betont sportliches Fahrzeug. Der Viersitzer gehört eindeutig zur Fraktion der Cruiser, nicht der Dynamiker. Entsprechend komfortabel ist auch das Fahrwerk. Es schluckt Unebenheiten sauber weg, gibt einem jedoch nicht das Gefühl von direktem Fahrbahnkontakt und satter Straßenlage. Hinzu kommt eine etwas indifferent wirkende Lenkung, die zudem dank spürbarer Antriebseinflüsse die Fahrfreuden beim Rausbeschleunigen aus Kurven etwas trübt.

Angemessene Fahrleistungen, günstiger Verbrauch Angesichts des Ruhig-Blut-Naturells gehen die Fahrwerte des 1,7 Tonnen wiegenden C70 D5 in Ordnung: Mit 9,5 Sekunden von null auf Tempo 100 und 225 km/h Höchstgeschwindigkeit ist man eigentlich schon recht flott unterwegs. Im leichteren Volvo S40 sorgt die gleiche Motor-Getriebe-Kombination übrigens für spürbar mehr Druck. Hier dauert der 100-km/h-Sprint lediglich 8,5 Sekunden. Interessant außerdem: Der C70 2.4i mit 170 PS starkem Benziner braucht für diese Disziplin nur 9,1 Sekunden. Sonderlich antrittsstark ist der Diesel-C70 also nicht. Dafür setzt sich er sich an der Zapfsäule gekonnt in Szene: 7,3 Liter Diesel Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer lautet die Ansage von Volvo. Nach rund 200 Testkilometern im seichten Straßenverkehr Schwedens zeigte der Bordcomputer unseres Testwagens 8,5 Liter an. Ein zeitgemäßer Wert. Zeitgemäß außerdem: Der bereits serienmäßig eingebaute Rußpartikelfilter.

Ohne direkte Konkurrenten Angesichts der derzeit hohen Spritpreise ist der Verbrauch wohl das gewichtigste Pfund, mit dem der C70 D5 wuchern kann. Immerhin plant Volvo, ein Viertel aller Cabriolets in dieser Motorisierungen zu verkaufen. Warum auch nicht, gibt es für dieses Modell ja keinen direkten Konkurrenten. Zwar kann man die Offen-Versionen der Mittelklässler BMW 3er, Audi A4 oder Saab 9-3 mit Dieselmotor ordern. Doch alle drei sind allein mit Stoffdach erhältlich. Und dann gibt es nur die Wahl zwischen Vier- oder Sechszylindermotoren. Einen Fünfzylinder bietet einzig Volvo. Dennoch: Eine sicherlich interessante Alternative ist das A4 Cabriolet mit 2.0 TDI. Trotz der 140 PS sind die Fahrleistungen des Ingolstädters nur leicht schlechter als beim Diesel-C70. Dafür sind der Verbrauch um gut einen Liter und der Preis um fast 4.000 Euro niedriger.

Preislich dennoch gut aufgestellt Für den C70 D5 sprechen andererseits seine serienmäßige Automatik und das elektromechanische Stahldach. Beides ist für den offenen A4 2.0 TDI nicht erhältlich. Ausstattungsbereinigt ist der preisliche Vorsprung des A4 damit nahezu aufgebraucht. Ansonsten bieten beide Modelle eine weitgehend ähnlich gute Serienausstattung. Im Falle des C70 D5 gehören in der 39.100 Euro teuren Basisversion Kinetic 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, sechs Airbags und ESP dazu. Serienmäßig sind auch vier elektrische Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Ebenfalls komfortsteigernd, aber nicht selbstverständlich sind das CD-Radio, der Tempomat und die Klimaautomatik. Preislich bewegt sich der Volvo auf nahezu gleichem Niveau mit der teuren Premium-Konkurrenz deutscher Hersteller.(mh)
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihen-Dieselmotor
Hubraum:2.400
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:5
Leistung:132 kW (180 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 1.750 - 3.250 UPM
Preis
Neupreis: 39.100 € (Stand: Juni 2006)
Fazit
Der Volvo C70 ist das wohl sehenswerteste Coupé-Cabriolet am Markt. Die Verpackung des Schweden-Schönlings ist – offen wie geschlossen – bemerkenswert reizvoll. Ab September 2006 könnte auch die Motorenpalette mehr Reiz bieten. Dann wird neben den bereits erhältlichen drei Benzinern mit dem D5 außerdem ein 180-PS-Diesel zu haben sein. Trotz der nominell hohen Leistung ist dieser Antrieb nicht für sportliche Fahrfreuden gemacht. Das passt jedoch gut zum komfortablen Gesamtcharakter des C70. Die im Offen-Modus leicht störende Dieselakustik folgt jedoch nicht dieser Komfortphilosophie. Dafür ist man im C70 D5 vergleichsweise sparsam unterwegs. Zumindest für Vielfahrer bietet dieser Motor langfristig gesehen durchaus Sparpotenzial. Für Cabrio-Genießer hingegen, die nur gelegentlich den kultivierten Frischluft-Fahrspaß erleben wollen, ist ein Benziner die wohl attraktivere Alternative. So ist der 170 PS starke 2.4i im Anschaffungspreis immerhin um 3.500 Euro günstiger.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2006-06-15

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