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Testbericht

Patrick Broich/SP-X, 29. November 2012

Nach dem Touareg also auch der Jetta: Volkswagen bringt sein zweites Hybrid-Modell in Form des ausladenden Kompaktklässlers und schafft damit eine erschwingliche Konzernlösung für teilelektrisches Fahren. Um die 30.000 Euro werden je nach Ausstattung wohl anzulegen sein für den mit 125 kW/170 PS Systemleistung bedachten Jetta. Das Gros der Power steuert freilich der Benziner hinzu – 150 Pferdchen leistet der kultiviert laufende 1,4-Liter-Turbo und überträgt seine Kraft über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Mit 20 kW/27 PS ist der E-Motor stark genug, um den Viertürer alleine bewegen zu können. Bei zurückhaltendem Gasfuß gelingt das sogar zwei Kilometer weit – also auch locker von einem Block zum nächsten in Los Angeles, wo Volkswagen erste Fahrten mit dem Hybriden ermöglichte. Als Normverbrauch gibt der Hersteller nach amerikanischer Berechnungsweise 45 Meilen pro Gallone (mpg) an; das würde nach europäischer Norm etwa 5,2 Litern auf 100 Kilometern entsprechen.

Der Hybrid-Jetta fährt auf Wunsch ausgesprochen giftig an, was sich auch in den angegebenen Beschleunigungswerten widerspiegelt. Deutlich unter neun Sekunden sollen bis zum Erreichen der 100 km/h-Marke vergehen – damit steht einem erfolgreichen Ampelsprint nichts im Wege trotz eines Mehrgewichts von etwa 100 Kilogramm gegenüber den konventionellen Ausführungen. Geschmeidige Übersetzungswechsel sind Kennzeichen des Automaten – allein das Werkeln der Trennkupplung für die Elektromaschine ist (wenn auch mild) zu spüren, und natürlich fährt der Wolfsburger bei forciertem Umgang nicht ganz so sanft an, wie es ein hydraulischer Drehmomentwandler ermöglichen würde. Um das flüsternde E-Aggregat übrigens angemessen zu füttern, verwendet Volkswagen einen Lithium-Ionen-Akku, der platzsparend hinter den Rücksitzen verstaut und mit einem Lüfter gekühlt wird.

In Raumfragen besteht kein Grund zur Klage. Das sauber verarbeitete Cockpit mit funktionalem Einschlag birgt keinerlei Überraschungen bei Bedienbarkeit und Übersicht. Statt eines Drehzahlmessers gibt es eine spezielle Anzeige; an ihr lässt sich stets ablesen, ob gerade Sprit gespart oder in höherem Maße verbrannt wird. Zudem kann eine Grafik auf das Display zwischen den Rundskalen geladen werden, die darüber informiert, welche der beiden Maschinen gerade am Antrieb beteiligt ist.

Das beim Bremsen kinetische in elektrische Energie zurückgewandelt wird, ist selbstverständlich und anhand des Pedalgefühls auch spürbar. Nach einer gewissen Zeit hat man sich daran gewöhnt. Auch eine Segelfunktion gehört zum Hybridspektrum. Umfangreiche Sicherheitsfeatures bedürfen keiner Diskussion, darüber hinaus unterstützen eine optimierte Aerodynamik, Leichtlaufreifen sowie ein elektrischer Klimakompressor die Sparanstrengungen dieses besonderen Jetta.

Nach dem Touareg elektrifiziert Volkswagen nun den Jetta und wird ihn nicht nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Die mit einer Systemleistung von 170 PS gesegnete Kingsize-Kompaktklasse wird im Frühjahr nach Europa kommen und das Budget mit kaum mehr als 30.000 Euro belasten.

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Fazit
Nach dem Touareg elektrifiziert Volkswagen nun den Jetta und wird ihn nicht nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Die mit einer Systemleistung von 170 PS gesegnete Kingsize-Kompaktklasse wird im Frühjahr nach Europa kommen und das Budget mit kaum mehr als 30.000 Euro belasten.

Quelle: Autoplenum, 2012-11-29

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