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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 18. September 2019
Hyundai verpasst dem Kona einen Hybridantrieb und schafft damit eine elektrifizierte Alternative für alle, die die Batterien nicht extern laden können. Die Testfahrt zeigt, dass der Hybrid immer noch kein Längsdynamik-Wunder ist, aber deutlich alltagstauglicher geworden ist.

Mit Hybrid-Modellen war das bisher immer so eine Sache. Sie waren nicht Fisch und nicht Fleisch, hatten nicht den Wumms sowie die Reichweite der Plug-in Hybride und der Verbrauchsreduzierung sowie der Fahrspaß waren auch nicht immer das höchste der Gefühle. Samthandschuh statt Bleifuß lautete die Devise. Grundsätzlich hat sich an diesem System nichts verändert, ein Hybrid bleibt halt en Hybrid. Elektromobilität für Autofahrer, die keine Möglichkeit haben, die Batterie per externer Stromquelle nachzuladen.

Also finden sich auch beim Hyundai Kona Hybrid die typischen Elemente dieses Antriebskonzepts: ein 1.6 Liter Benziner mit 77 kW / 105 zieht mit einem Elektromotor mit 32 kW / 44 PS an einem Strang, was eine Systemleistung von 104 kW / 141 PS sowie ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern ergibt. Die Energie für dieses Duo stammt aus einer die Lithium Polymer Batterie mit einer Kapazität von 1,56 Kilowattstunden. Wie bei einem Hybridantrieb nicht anders zu erwarten, sind so keine großen elektrischen Sprünge drin. Die E-Maschine greift lediglich unterstützend ein, hilft Sprit zu sparen oder injiziert dem Crossover quasi per Stromstoß mehr Temperament.

Soweit der Plan. Die Realität sah bisher anders aus. Doch beim Kona sorgt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe für die Kraftübertragung und das wirkt sich positiv aus. Sobald man mithilfe des linken Lenkradpaddels auf den Fahrmodus \"Sport\" stellt, zieht der Kona die Geschwindigkeit mühelos an, ohne dass man den Druck auf das Gaspedal erhöhen muss. Eine blutleere Gummibandbeschleunigung, wie bei einer stufenlosen Automatik bleibt aus. Das führt zu einer Beschleunigung von 11,6 Sekunden von null auf 100 km/h (mit 18 Zoll Rädern) und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Schon an diesen Werten erkennt man, dass der Kona Hybrid mit Sicherheit kein Sportler ist, der die Insassen mit einer mächtigen Beschleunigung in die Sitzlehnen drückt. Das merkt man auch an dem gequälten Aufheulen des Vierzylindermotors und dem ausbleibenden übermäßigen E-Punch bei einem Kickdown.

Wenn man sich auf das Hybrid-Antriebskonzept einlässt und die Vorzüge des Elektromotors nutzt, kann man geschmeidig und entspannt im Verkehr mitschwimmen. Man muss das Pedal nicht mit Samtschuhen bedienen, aber ein Gespür für das Zusammenspiel der beiden Motoren entwickeln. Dass der Hyundai Kona Hybrid eher zum Sparen denn zum Rasen ausgelegt ist, merkt man auch, dass das System nach einer gewissen Zeit selbstständig vom \"Sport\" in den Standard \"Eco\"-Fahrmodus zurückschaltet. So schafften wir bei den ersten Testfahrten rings um Amsterdam einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 l/100 km, das sind 1,1 Liter mehr als die Werksangabe. Dabei klappt das Zusammenspiel zwischen Benziner und Elektroantrieb fast unmerklich. Auffällig ist dagegen, wie komfortabel der Kona Bodenunebenheiten wegbügelt, was den Korea-Crossover durchaus langstreckentauglich macht. Dass die Sitze bequem sind, ist diesem Attribut durchaus zuträglich.

Der Kofferraum hat ein Volumen von 361 bis 1.143 Litern. Legt man die Lehnen der Rückbank um, entsteht eine ebene Fläche, die ebenso das Befüllen des Gepäckabteils erleichtert, wie die niedrige Ladekante. Auf der Rückbank finden auch ausgewachsene Mitteleuropäer Platz. Bei der Ausstattung lässt sich Hyundai nicht lumpen. Für 26.900, Euro bekommt man in der Basisversion \"Trend\" unter anderem eine Klimaautomatik, einen Tempomaten, ein beheizbares Multifunktionslenkrad und Parksensoren hinten inklusive einer Rückfahrkamera. Das Smartphone wird mit Android Auto und Apple CarPlay eingebunden. Bei den Helfern sind ein Notbremsassistent und ein aktiver Spurhalteassistent ab Werk verbaut. Details, wie der Tote-Winkelwarner oder Voll-LED Licht sind Teil der Top-Ausstattungsvariante \"Premium\", die 30.700 Euro kostet.

Allerdings kostet das 10,25 Zoll Display in der Mittelkonsole auch bei dieser Ausstattungslinie Aufpreis. Mit dem Telematikdienst Blue-Link hält man per Smartphone man jederzeit Kontakt zu seinem Auto, kann ein Navigationsziel in das System schicken oder sich den Standort des Wagens anzeigen lassen.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Sechsgang DKG
Motor Bauart:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.580
Preis
Neupreis: 30.700,00 € (Stand: 2019-09-18)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-09-18

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