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Testbericht

15. September 2011

Hamburg, 19. September 2011 -Hyundai bringt sich auf dem europäischen Markt in Lauerstellung. Mit dem i30 ist der südkoreanische Hersteller bereits erfolgreichster asiatischer Vertreter im deutschen Kleinwagen-Segment. Jetzt setzt Hyundai mit dem i40 zum Angriff auf die Mittelklasse an. Zunächst kommt im September 2011 die Crossover Wagon (kurz: "cw") genannte Kombi-Version auf den Markt. Mit dem Fünftürer nimmt der Hersteller vor allem Familien und Gewerbekunden ins Visier. Im November folgt dann die Limousine. Entwickelt wurde der i40 im 2003 errichteten Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim - ein Auto von Europäern für Europäer.

Dynamische Karosserieform
Zentrales Design-Merkmal des i40 ist der Hexagonalgrill - das neue Markengesicht von Hyundai. Von hier aus fließen alle Linien über die Seitenflanken bis hin zum Heck. In die großen Scheinwerfer ist ein auffällig geschwungenes LED-Tagfahrlicht integriert. Vordere ausgestellte Kotflügel und Rückleuchten in Form von Flügeln lassen den Kombi breiter wirken. An der Seite befinden sich eine Kante auf Höhe der Türgriffe und eine Sicke im unteren Türbereich. Beide verlaufen wie Sehnen- und Muskelstränge in Richtung Heck. Eine dynamischere Optik erhält der i40 durch ein nach hinten abgeflachtes Dach und einen Schwung in der D-Säule, der vom 2006 vorgestellten Concept Car "Genus" übernommen wurde.

Gut verarbeitetes Interieur
Die dynamische Linienform der Karosserie setzt sich im Interieur fort. In der Mitte des Armaturenbretts verläuft eine geschwungene Aluminiumleiste, die in die Türverkleidungen der Vordertüren übergeht. Pianoschwarze und verchromte Applikationen lassen den Hyundai edel wirken. Die Materialien sind gut verarbeitet, nichts knattert oder wackelt. Gut gelungen sind den Designern die übersichtlichen Instrumente, die mit weißen Ziffernblättern, roten Zeigern und blauen Rändern ein angenehmes Ambiente schaffen. Leicht bedienen lässt sich auch das 6,5 Zoll große LCD-Touchscreen-Navi. Das Cockpit ist sehr übersichtlich gestaltet und mit wenig Knöpfen versehen.

Viel Platz für alle Passagiere
Alle Schalter und Hebel sind in guter Reichweite des Fahrers. Lediglich die Sporttaste des optionalen Automatikgetriebes ist im rechten unteren Armaturenbereich unglücklich positioniert und aufgrund des Schalthebels für den Fahrer nur umständlich zu erreichen. Einen freien Blick nach oben bekommen alle fünf Passagiere für 1.410 Euro Aufpreis, dann wird der i40 mit einem großen Panoramadach ausgestattet. Für gute Beinfreiheit ist im Fond dank eines Radstandes von 2,77 Meter gesorgt. Trotz der abfallenden Dachlinie ist auch im Kopfbereich genügend Platz vorhanden. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen erhöht sich das Volumen von 553 auf 1.719 Liter. Die Ladefläche ist dann allerdings nicht ganz eben.

Zunächst mit vier Motorisierungen
Der Hyundai i40 wird mit zwei Benziner- und zwei Diesel-Aggregate angeboten. Der 135 PS starke 1,6-Liter-Ottomotor ist bereits im ix35 im Einsatz. Premiere feiert der in Rüsselsheim entwickelte größere Benziner mit zwei Liter Hubraum und 177 PS. Beide Motoren verfügen über eine Direkteinspritzung. Auf der Dieselseite steht ein 1,7-Liter-Aggregat mit wahlweise 116 und 136 PS. Hyundai geht davon aus, dass sich 70 Prozent der Kunden für einen der beiden Selbstzünder mit Common-Rail-Direkteinspritzung entscheiden. Beide Dieselmotorisierungen reichen für den Alltag völlig aus. Untertouriges Fahren lassen sie ohne großes Brummen über sich ergehen. Auf der Autobahn gefällt vor allem die 136-PS-Variante, die auch bei Geschwindigkeiten über 140 km/h noch über ausreichend Reserven verfügt. Im Prestige-Duell mit der Konkurrenz fehlt es aber noch an einer stärkeren Diesel-Version. Die soll auch folgen. Ein doppelt aufgeladener 1,7-Liter-Diesel ist in Planung.

Hörbare Außengeräusche ab 120 km/h
Das Fahrwerk des Hyundai ist gut abgestimmt. Unebenheiten schluckt der Kombi ohne große Probleme. Auch die Lenkung zeigt keine großen Schwächen, lediglich bei niedrigen Geschwindigkeiten könnte sie einen Tick direkter sein. Nicht ganz optimal ist allerdings die Geräuschdämmung. Bereits ab 120 km/h sind Außengeräusche deutlich zu hören.

Überfordertes Automatik-Getriebe
Serienmäßig wird der i40 mit einer Sechsgang-Schaltung ausgeliefert. Die jeweils beiden leistungsstärkeren Motoren können zudem mit einer 1.400 Euro teuren Sechsgang-Automatik geordert werden. In Verbindung mit der Automatik kommt der Diesel allerdings ganz schön ins Stöhnen. Auch die Beschleunigung dauert jetzt spürbar länger. Statt in 10,6 Sekunden mit manueller Schaltung benötigt der Kombi in der Automatik-Variante zwölf Sekunden von null auf Tempo 100. Der kleinere Diesel schafft den 100-km/h-Sprint in 12,9 Sekunden. 

Start-Stopp-Automatik in der "blue"-Variante
Das Automatikgetriebe stört nicht nur beim Fahren, sondern erhöht auch deutlich den Verbrauch. Der leistungsstärkere Diesel konsumiert laut Hyundai in Kombination mit der manuellen Schaltung 4,7 Liter auf 100 Kilometer. Das Automatikgetriebe sorgt für einen Verbrauch von 5,6 Liter - wir kamen auf unserer Testfahrt sogar auf 7,7 Liter. Das kleinere Diesel-Aggregat verbrauchte auf unserer Runde sechs Liter. Noch sparsamer wird der i40 mit einer optionalen Start-Stopp-Automatik. Hier kamen wir beim größeren Selbstzünder auf einen Verbrauch von 5,7 Liter. Die Start-Stopp-Automatik plus Schaltpunktanzeige gibt es nur für die beiden Diesel zu einem Aufpreis von 400 Euro - die Modelle heißen dann i40 blue.

Premium-Ausstattung nur für die Stärksten
Den Hyundai i40cw gibt es in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten. Los geht es ab 23.390 Euro mit dem 1,6-Liter-Benziner, den es ausschließlich in der Comfort-Variante gibt. Für den Einstiegsdiesel mit 116 PS werden 24.990 Euro fällig. Serienmäßig ist der i40 unter anderem mit einer Klimaanlage, einer elektronischen Parkbremse und sieben Airbags ausgestattet. Die höhere Style-Linie startet zu Preisen ab 27.550 Euro für den 2,0-Liter-Benziner und 27.790 Euro für den kleinen Diesel. Mit inbegriffen sind dann unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und eine Sitzheizung für die vorderen Passagiere. Die umfangreichste Ausstattung, Premium, gibt es nur für die jeweils leistungsstärksten Aggregate. Der Premium-Benziner kostet mindestens 31.140 Euro, beim größeren Diesel werden 32.580 Euro fällig.

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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:1.685
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:85 kW (116 PS) bei UPM
Drehmoment:260 Nm bei 1.250 bis 2.750 UPM
Preis
Neupreis: 24.990 € (Stand: September 2011)
Fazit
Der Hyundai i40cw hat insgesmt einen positiven Eindruck hinterlassen. Vor allem das frische Design und die hochwertige Verarbeitung im Innenraum können sich sehen lassen. Die beiden Diesel-Aggregate sind zwar nicht gerade üppig mit Power bestückt, im Alltag reichen sie aber völlig aus. Punkten kann der i40cw auch beim günstigen Einstiegspreis und mit einem niedrigen Verbrauch. Etwas unverständlich ist aber, warum Hyundai die Start-Stopp-Automatik nur in der mittleren Ausstattungsvariante Style und ausschließlich für die beiden Diesel-Modelle anbietet. Das Automatik-Getriebe ist sehr laut und durchzugsschwach. Zudem verbraucht der i40cw mit der Automatik deutlich mehr als mit dem manuellen Getriebe.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2011-09-15

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