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Testbericht

Jürgen Wolff, 12. April 2019
Nach vielen Jahren der Abstinenz will Goodyear nun wieder im lukrativen Segment der Performance-Reifen mitmischen und hat die Eagle F1-Serie entwickelt.

Seit über 100 Jahren produziert Goodyear Reifen. Der mittlerweile drittgrößte Hersteller er Welt, zu dem heute unter anderem auch Dunlop und Fulda gehören, war von Anfang an auch im Geschäft mit den Reifen für Autorennen dabei. Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts etwa ging Henry Ford mit Goodyear-Reifen auf die Piste. Bis 1998 lieferte der amerikanische Reifenkonzern auch in die Formel 1, an Teams wie Ferrari, Benetton, Williams oder Jordan. Selbst auf dem Mond waren die Apollo-Astronauten mit Reifen aus dem Hause Goodyear unterwegs. Danach allerdings konzentrierte man sich vor allem jenseits der Rennstrecke, auf eher normale Straßenreifen.

Die Zurückhaltung soll nun ein Ende haben: \"Back on track\" heißt der Slogan. Denn der Markt der luxuriösen und sportlichen Reifen ist ein Wachstumsmarkt mit Zuwachsraten von bis zu 13 Prozent im Jahr, bei den Sommerreifen sind 22 Prozent aus dem Ultra High Performance-Bereich (UHP). Vier, nach Leistung und Anforderungen gestaffelte, Reifentypen bringt Goodyear nun in seiner Eagle F1 Serie auf den Markt.

Den Einstieg macht der weiterentwickelte Eagle F1 Asymmetric 5, vor allem gedacht für schnelle Straßenfahrzeuge wie etwa den VW Golf R. Der Allrounder punktet dank einer auf Haftung optimierten Gummimischung vor allem beim Handling. Im Vergleich zum Vorgänger Asymmetric 3 wurde primär das Nasshandling verbessert. Für zusätzlichen Grip beim Bremsen vergrößert sich die Kontaktfläche zur Straße, sobald der Fahrer in die Eisen steigt. Eine zusätzliche Schicht aus stabilem Gummi zwischen Lauffläche und Gürtel sorgt zudem für eine bessere Übertragung der Kraft zwischen Lenkrad und Straße.

Der Eagle F1 Supersport ist dagegen vor allem gedacht für Autos wie den BMW M3, den Mercedes AMG C63 oder den Porsche 911. Er ist in 26 Größen erhältlich und damit auch für viele leistungsstarke SUV. Entwickelt wurde der Reifen vor allem für trockene Straßenbedingungen. Aber auch auf nasser Straße reagiert er zuverlässig: Zwei verschieden Mischungen in der Lauffläche sorgen für optimierte Nass- und Trockenleistung, eine breitere Kontaktfläche an den Außenschultern für schnellere Kurvengeschwindigkeiten. Die verstärkten Seitenflächen sollen ein besseres Verhalten bei hohen Geschwindigkeiten bringen.

Die nächste Stufe ist der F1 Supersport R, der auf Porsche 911 GT3 zielt, auf Mercedes AMG GT oder auf Ferrari. Auch seine Gummimischung mit einem hohen Reibwert sorgt für gute Leistung vor allem auf trockener Straße. Um seine Profil zu stabilieren, verbinden kleine Gummibrücken in der ersten Rille die Auflageflächen - das schränkt die Verformung des Reifens in schnellen Kurven ein.

Der Supersport RS schließlich ist zwar ebenfalls zugelassen für die Straße, aber gedacht vor allem für die Rennstrecke. Goodyear bemüht sich gerade darum, für ihn bei Porsche eine Freigabe für die GT2-und GT3-Fahrzeuge zu bekommen. Ein Traktions-Harz aus dem Motorsport soll beim RS zusätzlich für exzellenten Grip auf der Rennstrecke sorgen.
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Quelle: Autoplenum, 2019-04-12

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