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Testbericht

Jens Meiners/SP-X, 2. Mai 2012

Mit einer hinterradgetriebenen Limousine namens K9 wagt sich die koreanische Marke Kia ins oberste Fahrzeugsegment. In diesen Tagen startet der Verkauf auf dem koreanischen Heimatmarkt, später soll der Luxuswagen auch in den Export gehen. Mit einer Gesamtlänge von 5,09 Metern, einer Höhe von 1,49 Metern und einer Breite von 1,90 Metern zielt der K9 direkt auf Audi A8, BMW 7er und Mercedes-Benz S-Klasse.

Zum Marktstart ist der K9 lediglich mit V6-Motoren lieferbar; die 3,3-Liter-Variante leistet mit konventioneller Mehrpunkt-Einspritzanlage 213 kW/290 PS und als Direkteinspritzer 220 kW/300 PS; die 3,8-Liter-Version mit Direkteinspritzung kommt auf 245 kW/334 PS. Das maximale Drehmoment wird jeweils erst bei über 5.000 U/min erreicht. Für die Kraftübertragung sorgt in beiden Fällen eine hauseigene Achtgang-Wandlerautomatik. Je nach Ausführung gibt es einen konventionellen Automatik-Schalthebel oder eine Shift-by-Wire-Variante. Später könnten auch noch V8-Motoren hinzukommen, die in den entsprechenden Hyundai-Modellen bereits über 400 PS leisten.

Optional gibt es eine Reihe hochwertiger Extras, darunter verschiedene Assistenzsysteme, bis zu 19 Zoll große Räder sowie Voll-LED-Scheinwerfer. Die Innenausstattung glänzt unter anderem mit einem sportlichen Dreispeichenlenkrad, großen Bildschirmen, Holz- oder Aluminium-Applikationen und Ambientebeleuchtung.

Der K9 setzt nach mehrjähriger Unterbrechung die Tradition hinterradgetriebener Kia-Limousinen fort. Bereits das erste Modell der Marke, der kompakte Brisa, verfügte über Hinterradantrieb; in den 70er Jahren liefen außerdem der Fiat 132 und der Peugeot 604 bei Kia vom Band. Die vom früheren Mazda 929 abgeleiteten Oberklasse-Limousinen Kia Potentia und Kia Enterprise verfügten ebenfalls über den Standardantrieb, beim jüngst eingestellten Opirus schwenkte man allerdings auf Frontantrieb um.

Bei allem technischen Fortschritt bleibt die Formgebung des K9 ungewöhnlich konservativ. Während andere Modelle der Marke - nicht zuletzt die Limousine Optima oder die IAA-Studie GT - eigenständige und futuristische Akzente setzen, präsentiert sich der von einer Mannschaft in Korea entworfene K9 als Konglomerat von Stilelementen anderer Hersteller - etwas von BMW, Lexus oder Maserati. Und die Felgen könnten dem VW-Programm entnommen sein. An einen Deutschland-Import des K9 denkt Kia momentan nicht.

Kia geht in die Oberklasse - doch beim Design verlässt die Koreaner der Mut. Den Kunden in Deutschland kann das egal sein. Sie werden das Auto ohnehin nicht angeboten bekommen.

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Fazit
Kia geht in die Oberklasse - doch beim Design verlässt die Koreaner der Mut. Den Kunden in Deutschland kann das egal sein. Sie werden das Auto ohnehin nicht angeboten bekommen.

Quelle: Autoplenum, 2012-05-02

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