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Testbericht

27. September 2010

Den Ford Fiesta gibt es bereits ab 12.300 Euro. Wir stellen den Fiesta ECOnetic vor, der mit einem 95 PS Dieselmotor ausgestattet ist. Mit nur 3,7 Liter Diesel im Schnitt, soll der Fiesta sich begnügen. Der Test wird beweisen, ob diese Zahl stimmt.

Sportlich und chic
Unser Ford Fiesta ECOnetic hat die Farbe „HotMagenta“. Wenn wir uns recht entsinnen, ist das die Farbe, in der er vor etwa drei Jahren auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt wurde. Und die gute Nachricht lautet: Er ist ziemlich genau so geworden, wie die Design-Studie von damals – elegante Linien, sportlich und chic. Der ECOnetic kommt natürlich nicht auf breiten Alurädern daher, sondern ist mit sparsamen 175er-Reifen auf 14-Zoll Stahlrädern unterwegs.

Die Karosse wurde etwa 10 Millimeter tiefer gelegt: Das sieht gut aus und hilft beim Spritsparen. Die Schaltempfehlungsanzeige warnt ständig mit einem grünen Pfeil, den nächsten Gang einzulegen. Folgt man dieser Empfehlung, kann der ECOnetic sein Potenzial nicht ausspielen. Denn der 70 kW (95 PS) -Diesel-Motor hängt gut am Gas und macht richtig Spaß. Er braucht für den Sprint auf 100 km/h gerade mal 12,2 Sekunden und der Vortrieb wird erst bei 178 km/h (Werksangabe) eingebremst. 180 km/h gemäß Tacho macht der Sprinter leicht und die 190 km/h-Marke haben wir auch angekratzt.

So fährt man ihn
Der 1,6-Liter Duratorq-Motor (Common-Rail-Direkteinspritzung mit Turbolader) stemmt 205 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und stellt diese Kraft schon ab 1.750 Umdrehungen zur Verfügung. Der grüne Schaltpfeil kommt daher immer etwas zu früh, denn nach einem Gangwechsel sollten noch um die 1.700 Touren auf dem Drehzahlmesser stehen.

Nach der ersten größeren Fahrt nach Bückeburg zum Hubschraubermuseum (Hin- und Rückfahrt – etwas über 300 Kilometer) zeigt der Bordcomputer einen Verbrauch von 4,9 Liter auf 100 Kilometer an. Das kann sich sehen lassen, denn immerhin hatten wir auch Streckenabschnitte dabei, wo wir 190 km/h geschafft haben. Mit einer Tankfüllung (40 Liter) kann man einen Aktionsradius über 700 Kilometer realisieren.

 

Der Ford Fiesta ECOnetic startet als 5-Türer bei 16.050 Euro. Mit dem Audio-Paket II und weiteren Ausstattungsdetails legt man mal schnell 3.000 Euro mehr auf den Tisch. Aber die gute Nachricht ist: Der Ford Fiesta hat das Kleinwagen-Image abgestreift. Er ist – wie der Volkswagen Polo – erwachsen geworden.

Umweltfreundlich
Nur 98 g/km CO2-Ausstoß ist eine Kampfansage und bedeutet, dass sich der Ford Fiesta ECOnetic mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,7 Litern begnügen muss. Außerorts sollen es sogar nur 3,2 Liter Diesel sein.

Wir starten unsere Spritspartour und fahren an einem verregneten Sonntag zu einem Trip durch das Emsland. Schnell wird klar, den Schnitt von 4,5 Litern Verbrauch zu realisieren, fällt mit dem Fiesta ECOnetic leicht. Aber die 3,9-Marke zu knacken, verlangt einen leichten Gasfuß. Unverständlich ist, dass Ford bei so einem Konzept keinen Tempomat im Portfolio hat. Denn mit diesem technischen Feature, lässt sich der Spritverbrauch leicht um einen halben, bei manchen Fahrzeugen sogar um einen ganzen Liter, reduzieren.

Vorzeigbar
Mit dem Ford Fiesta ECOnetic kann man überall vorfahren. Also versuchen wir es mit der so genannten Sägezahn-Taktik. Das bedeutet, den Wagen sanft auf etwa 100 bis maximal 105 km/h zu bringen und dann die Geschwindigkeit kaum spürbar und langsam auf etwa 90 km/h zu reduzieren. Denn auch mit ganz leichten Turnschuhen schafft man es nicht, einen echten konstanten Schnitt von 100 km/h einzuhalten. Das ist einfach zu kontrollieren, wenn man die digitale Anzeige “Tatsächlicher Kraftstoffverbrauch” aktiviert. Und siehe da: Es klappt. Zwischenzeitlich hatten wir sogar einen Durchschnittsverbrauch von 3,7 Litern. Das kann sich sehen lassen. Am Ende des Tages blieb die Anzeige bei 3,9 Liter pro 100 Kilometer stehen. Im Vergleich zu VW Polo ist es also ein Patt.

 

Gerade neulich hatten wir mit Fachkollegen die Diskussion: Wie viel Auto braucht man heute? Die Antwort: Eigentlich ist man ständig mit “viel zu viel Auto” unterwegs. Eine Reisetasche, zwei Laptops, Kameratasche passen locker in einen VW Polo, Opel Corsa und natürlich auch in einen Ford Focus ECOnetic.

Die Farbe HotMagenta polarisiert: Die einen finden sie modern, viele sagen cool – andere wieder “geht gar nicht”. Es stehen aber insgesamt zwölf Farben zur Auswahl. Überzeugt hat uns der Motor. Mit 95 PS ist man flott unterwegs (heute haben wir die 200 km/h-Marke angekratzt) und mit Tempomat sind 3,9 Liter leichter zu realisieren. Leider kann man dieses nützliche Extra nicht bestellen. Hier sollte Ford spätesten bei der Modellpflege nachbessern.

Unsere Tipps
Auf die Rückfahrkamera (805 Euro) kann man verzichten. Diese war im Pressefahrzeug auch nicht vorhanden. Das Komfort-Paket I (390 Euro) mit Park-Pilot hinten reicht. Manche könnten zudem auf die abklappbaren Spiegel zusätzlich verzichten. Auch Scheibenwischer mit Regensensor und Scheinwerfer-Assistent sind nicht unbedingt notwendig, sind aber für nur 145 Euro ein echtes Schnäppchen. Wenn ich also richtig konfiguriert habe, kostet unser Fahrzeug knapp über 19.000 Euro.

Linktipp
Ford Fiesta Erfahrungsberichte auf autoplenum.de

Fotos © 2014 Redaktionsbüro Kebschull 

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