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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 25. Juni 2014
Lange erwartet, 2015 endlich da: der Ford Edge, neuer Konkurrent für Audi Q5 und BMW X3, kommt im Herbst 2015 nach Europa - nur als Diesel und nur mit vier Zylindern.

In letzter Zeit ist Ford nicht unbedingt für übertriebene Eile bekannt. Zumindest, was den europäischen Markt angeht. Die Ford-Fans warten schon sehnsüchtig auf den neuen Mondeo, der in den USA schon seit über einem Jahr auf dem Markt ist. Immerhin werden beim großen SUV Edge jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Schließlich wächst der Markt für die Offroad-Fahrzeuge unverändert rasant nach oben. Laut Ford hat sich die Nachfrage nach den rustikalen Vehikeln in Europa in den vergangenen fünf Jahren von zehn auf 21 Prozent mehr als verdoppelt.

In USA ist der SUV schon seit 2007 ein Erfolg. Ab Anfang des nächsten Jahres wird die neue Generation in Nordamerika zu haben sein. Noch im selben Jahr soll der Edge auch diesseits des Atlantiks ankommen. "Jetzt ist unserer Ansicht nach die Zeit reif, unsere Modellpalette auch in Europa mit einem größeren und sehr hochwertigen Top-SUV weiter aufzuwerten und zu komplettieren", sagt die europäische Ford-Chefin Barb Samardzich. Allerdings ist auf dem "Alten Kontinent" die Luft, was große SUVs angeht, ziemlich dünn. Platzhirsche, wie der BMW X5 oder der VW Touareg beherrschen die Szene. Doch das soll sich jetzt ändern, zumindest wenn es nach dem Willen der Manager der Marke mit dem Pflaumen-Logo geht.

Optisch passt alles. Das Design des Edge ist gefällig und entspricht im Großen und Ganzen dem der Studie, die bei der LA Auto Show im vergangen November vorgestellt wurde. Der Edge ist kein brachial-rustikaler Geselle. Kanten finden sich dem Namen entsprechend auf der Motorhaube und in den Flanken. Die Front ziert der typische sechseckige Ford-Kühlergrill mit den dazugehörigen schmalen Scheinwerfern. Die Schlitzaugen sind in den USA gerade hip, wie man am neuen Jeep Cherokee sieht. Das Heck zieren zwei durch eine Spange verbundenen LED-Leuchten in der bekannten Ford-Rauten-Form.

Im Interieur des 4,68 Meter langen und 1,70 Meter hohen SUVs findet sich der Ford-Aficionado schnell zurecht: Im Zentrum des Kombiinstruments steht ein Tacho und die Mittelkonsole wurde sichtbar entschlackt. Die Zeiten des unsäglichen Mäusekinos als Infotainment-Display gehören bei Ford der Vergangenheit an. Platz ist im Fünfsitzer vorne und hinten genug. Wenn es sich allerdings drei Erwachsene auf der Rückbank bequem machen, wird es auch im Edge etwas kuscheliger.

Bei den Motoren gibt es zunächst ein überschaubares Angebot: Lediglich zwei Diesel mit 180 und 210 PS stehen zur Auswahl. Wobei der stärkere Selbstzünder statt der manuellen Sechsgangschaltung ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe hat. Erstmals verbaut Ford im Edge eine adaptive Lenkung. Das ist bei der deutschen Premium-Konkurrenz schon gang und gäbe. Zusammen mit der Multilink-Hinterachse soll so ein dynamisches Fahrverhalten gewährleistet sein. Beim Allradantrieb hilft Torque Vectoring die Kurve zu bewältigen. Damit sich die Passagiere auch bei hohen Geschwindigkeiten entspannt unterhalten können, sorgt die aktive Geräuschminderung ANC (Active Noise Cancellation) für einen geminderten Geräuschpegel. Drei Mikrofone zeichnen unerwünschte Frequenzen auf und neutralisieren sie von den Passagieren unbemerkt durch entsprechende Klänge.

Bei den Assistenzsystemen zieht Ford endlich nach. Ein toter Winkel- und ein Spurhalte-Assistent sind zu haben. Ebenso, wie der Notbremsassistent "Active City Stop". Hilft das alles nichts, schützen Gurt-Airbags die Fondpassagiere. In den USA wird der Edge bereits ab 28.100 Dollar (umgerechnet 20,626 Euro) angeboten. Ganz so billig wird es in Europa definitiv nicht werden. Aber ein Kampfpreis wird nötig sein, um BMW X3 Co das Leben schwer zu machen.
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Quelle: Autoplenum, 2014-06-25

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