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Testbericht

Stefan Grundhoff, 12. Juli 2009
Der erlauchte Maybach-Kunde kann im kommenden Sommer auf besonders exklusive Weise flanieren – im offenen Landaulet. Der Prototyp ist fertig. Und niemand zweifelt, dass das Fond-Cabriolet nächstes Jahr in (Klein-)Serie geht.

Bis die nächste Modellreihe des Luxusautos aufgelegt wird, hat sich das Team um Markenleiter Klaus Nesser erst einmal den Maybach 62S vorgenommen. Seine Kunden, die für gewöhnlich bereits zahlreiche exklusive Sportwagen ihr Eigen nennen und geschlossene Luxuslimousinen zuhauf in der privaten Tiefgarage parken, dürften sich beim Gedanken an den Sommer 2008 schon die Hände reiben: Das ist der frühstmögliche Zeitpunkt, an dem das erste (halb-)offene Modell aus den heiligen Manufaktur-Hallen von Sindelfingen rollen könnte - als Landaulet.

"Eine Entscheidung ob das Landaulet gebaut wird, dürfte noch in diesem Jahr fallen", macht Klaus Nesser Kunden zwischen Orient und Okzident, Tokio und Los Angeles Lust auf einen vergnüglich-exklusiven Ausflug bei warmem Sommerwind im Haar und einem gut gekühlten Glas Champagner in der Hand. Genau für solche Momente ist das Maybach Landaulet gedacht. Eine Reminiszenz an die Zeiten als der Chauffeur noch im überdachten Volant saß, während die Herrschaften auf der opulent dimensionierten Rückbank sich und ihren Luxus zur Schau stellten. Der Name kommt vom Landauer, einer Kutsche, die sich geschlossen wie offen fahren ließ. Beim automobilen Landaulet handelte es sich meist um eine vier- bis sechstürige Limousine, deren Dach sich ab der mittleren oder hinteren Reihe zurück falten ließ - vor den Zeiten des Terrors besonders beliebt bei Staatskarossen, in denen sich die Mächtigen der Welt aufrecht stehen und verhalten winkend durch die jubelnden Massen chauffieren ließen.

Ein Wagen aus gar nicht mal so fernen Zeiten, in denen gesellschaftliches Oben und Unten noch klar definiert war. Entsprechend bietet auch das neue Maibach Landaulet zurückhaltend schwarzes Interieur für den Fahrer vorne - der trotzdem einen der exklusivsten Arbeitsplätze der Welt haben dürfte. Bei geöffnetem Faltdach gehört alle Aufmerksamkeit ohnehin den Personen im königlich ausstaffierten Fond. Genießt man in einem Maybach 62S auf Knopfdruck einen Hightech-Sternenhimmel in gedämpfter Beleuchtung, so lässt sich der hintere Dachteil des Landaulet elektromechanisch und ohne jeden Laut öffnen - mit Blick auf das reale Sternenzelt. Das 2,7 Quadratmeter große Faltdach der strahlend weißen Studie wird vom Chauffeur bis zu einem Fahrtempo von 30 km/h fernbedient. Hat er die überdimensionale Dachluke erst einmal geöffnet, darf er sich wieder dezent zurückziehen und die Herrschaften sich und ihren Sommergefühlen selbst überlassen. Notfalls kann man den Fond durch eine elektrische Trennscheibe vom Volant separieren und genießt dann ganz für sich das herrschaftliche Landaulet-Gefühl.

Die Landaulets haben besonders im Hause Mercedes/Maybach eine lange und große Tradition. "Das letzte Landaulet, dass wir gebaut haben, war ein S 600 Pullman für Papst Johannes Paul II", erinnert sich Markenleiter Nesser: "Das Landaulet ist ein Präsentations- und kein Repräsentationsauto." Technisch ist das Maybach Landaulet weitgehend mit dem 62S identisch. Jedoch wurde der hintere Teil des Daches komplett entfernt und ein vollelektrisches Faltdach von Etscher zwischen Passagieren und Kofferraum verbaut. Für eine perfekte Optik verkleidet eine mehrteilige Persenning das zusammengefaltete Dach. Damit Komfort und Geräuschdämmung auch bei geschlossenem Dach eines Maybach würdig sind, wurde der C-Säule deutlich verstärkt und das Stoffdach aus sieben Schichten gefertigt. Wer interessiert sich da schon für Nebensächlichkeiten wie 450 kW/612 PS, 1000 Nm Drehmoment oder eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, die die unendlich lange Luxuskutsche zur perfekten Reisesänfte werden lässt?

Wenn das Landaulet tatsächlich kommt, wird es eine exklusive Sonderserie aus der Mercedes-Nobelschmiede bleiben. Denn der Aufwand, den Sommer-Maybach zu bauen, ist enorm. Je nach Individualisierung sollte man sechs bis neun Monate dafür kalkulieren. Auch der Kaufpreis ist ein sicheres Indiz dafür, dass man unter sich bleibt. Klaus Nesser: "Der Wagen würde im oberen sechsstelligen Bereich liegen." Sprich: Mit ein paar extravaganten Feinheiten wie eingearbeiteten Marmortafeln, eigens angefertigtem Sonderleder und einem Großbildschirm, wenn sich das Cabriodach einmal nicht öffnen lässt, ist die Millionen-Euro-Marke problemlos zu knacken. Denn auch hier gilt das alte Landaulet-Motto: "Nur der Himmel ist das Limit."
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Quelle: Autoplenum, 2009-07-12

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