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Testbericht

Wolfram Nickel/SP-X, 5. April 2011

Ob im Wüstensand, Dschungelsumpf oder auf Autobahnen, der Toyota Land Cruiser fährt seit 60 Jahren rund um den Globus auf Erfolgskurs wie kein anderes Urgestein unter den großen Geländelegenden. Über 6,5 Millionen Einheiten wurden allein seit 1960 produziert, ein fast unaufholbarer Weltrekord in dieser Offroadklasse.

Während sich das Grundkonzept des Land Cruiser mit unverwüstlichem Leiterrahmen und nicht selbsttragender Karosserie sowie Allradantrieb über die sechs Jahrzehnte kaum verändert hat, haben Karosserie, Technik und Fahrkomfort des Offroaders eine Evolution genommen, die der in konventionellen Pkw wenig nachsteht. Rein äußerlich zeigt sich dies bereits in den unterschiedlichen Karosseriekonzepten, mit denen der Toyota heute angeboten wird. Präsentierte sich der Land Cruiser-Ahnherr, der Toyota BJ von 1951, noch als zweieiiger Zwilling des amerikanischen Willys-Jeep, stehen heute gleich zwei Land Cruiser-Baureihen zur Wahl. Neben dem klassischen Land Cruiser mit 4,49 Meter kurzer zweitüriger oder 4,76 Meter langer viertüriger Karosserie und 140 kW/190 PS starkem Dreiliter-Vierzylinder-Diesel wird der repräsentative, 4,95 Meter messende Land Cruiser V8 als 4,5-Liter-Selbstzünder mit 210 kW/286 PS Leistung angeboten. Groß ist auch die Bandbreite der Preisliste: Der Einstieg in den Vierzylinder ist ab 37.450 Euro möglich, der V8 startet bei 87.000 Euro.

Was macht das Fahrerlebnis in dem japanischen Spezialisten für schweres Gelände aus? Im Urtypen von Toyota Deutschland, dem 34 Jahre alten, knorrigen J4 ist dies zunächst einmal der 99 kW/135 PS freisetzende 4,2-Liter-Reihen-Sechzylinder. Der Benziner überrascht mit kraftvollen 290 Nm Drehmoment schon bei 1.800 Touren, weit mehr als jeder andere Offroader damals geboten hat. Die Kraftübertragung erfolgt über ein präzise zu schaltendes Vierganggetriebe auf die Hinterräder, Vorderradantrieb und Geländeuntersetzung werden nur bei Bedarf aktiviert. Dennoch bezifferte der Importeur im Jahr 1977 den Verbrauch des offiziell als „Straßen-Geländewagen“ bezeichneten Toyotas mit 16 bis 22 Litern auf 100 Kilometer, auch ein wahlweise erhältlicher 3,0-Liter-Diesel konsumierte immer noch 14 bis 18 Liter. Zum Vergleich: Der Normverbrauch des aktuellen 3,0-Liter-Selbstzünders beträgt nur 8,4 Liter bei gleichzeitig mehr als doppelt so starker Leistung. Überraschend flott ist allerdings bereits der alte Sechszylinder: Auf Autobahnen sind theoretisch fast 160 km/h möglich – in der Praxis lärmt jedoch eine ohrenbetäubende Kakophonie aus Wind- und Fahrgeräuschen in der in nacktem Blech schwelgendem Karosserie gegen ein solches Tempo an. Die Bestellung eines aufpreispflichtigen Radios ist überflüssiger Luxus gewesen.  

Trotz Schraubenfedern ist auch der Abroll- und Federungskomfort des mit Starrachsen bewehrten raubeinigen Naturburschen ohne jeden Komfort. Während sich im aktuellen Land Cruiser sogar eine Luftfederung an der Hinterachse müht, die Passagiere bei Schlaglochpassagen zu schonen, ist der Vorfahre ein ruppiges Arbeitstier, das jederzeit einen Belastungstest für Bandscheiben bereithält. Keine Änderung im Laufe der Produktionszeit hat es nur bei Härteproben abseits befestigter Wege gegeben: Bevor ein Land Cruiser vor gefährlichen Geröll- oder garstigen Schlammstrecken kapituliert, hat meist bereits die Besatzung der Mut verlassen.

Das kennt man ja: Die Zeit vergeht wie im Flug und erst ein Vergleich macht klar, dass diese doch genagt hat. So hat die Fahrt in einem 34 Jahre alten Land Cruiser natürlich seinen Reiz. Das aktuelle Modell ist aber natürlich sehr viel komfortabler und leiser.

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Fazit
Das kennt man ja: Die Zeit vergeht wie im Flug und erst ein Vergleich macht klar, dass diese doch genagt hat. So hat die Fahrt in einem 34 Jahre alten Land Cruiser natürlich seinen Reiz. Das aktuelle Modell ist aber natürlich sehr viel komfortabler und leiser.

Quelle: Autoplenum, 2011-04-05

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