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Testbericht

30. Oktober 2007
Budapest/Ungarn, 18. Oktober 2007 – Die Spitzkehre saust heran, wir steuern den Wagen über blau-weiß gestreifte Curbs, eifersüchtig darauf bedacht, nicht die Ideallinie zu verlassen. Richtig, wir fahren den neuen Mazda 6 auf einer kleinen Rennstrecke. Die Stufenhecklimousine war zwar bisher immer ein Familienauto, aber gut, sehen wir mal, ob das immer noch so ist. Den Wagen wird es im zweiten Quartal 2008 auch als Fließheck-Variante und Kombi geben. Von diesen Modellen existieren bisher nur zwei Einzelstücke, die Sie am Ende unserer Bildergalerie sehen können. Harmonie mit Sport-Feeling Der Mazda 6 gehörte ohnehin schon zu den besser aussehenden Mittelklasse-Wagen. Beim neuen Modell hat sich Mazda nochmal zusätzlich reingekniet. Youichi Sato, Chefdesigner des Mazda 6, schärft uns ein, dass so ziemlich alle japanischen Werte der letzen paar tausend Jahre in seinem neuesten Baby wiederzufinden sind. Wie dem auch sei, die Übergänge von Wölbungen und Kanten wirken tatsächlich ausgesprochen harmonisch, das Licht legt auf der Karosserie ein sanftes Spiel hin. Und wie beim CX-7 ist auch beim neuen 6 ein Mazda-Trend zu erkennen: Die Frontpartie mit den runden, ausgestellten Radhäusern erinnert stark an den Wankel-Sportler RX-8. Weniger Widerstand Aber Mazda hat nicht nur das Aussehen des neuen 6 aufgebrezelt, sondern auch was für den Wind getan. Dieser wird nun nicht mehr so stark durchgewirbelt, wenn ein Mazda 6 sich mit ihm anlegt. Bei einem cW-Wert von 0,27 spricht Hajime Matsumuara, Ingenieur bei Mazda, vom besten Luftwiderstands-Beiwert der gesamten Fahrzeugklasse. Erreicht wurde dies unter anderem durch so genannte Hufeisen-Deflektoren. Dies sind bogenförmige Plastikstreifen, die vor den Vorderrädern den Wind umleiten. Durch unermüdliches „Trial & Error“ fanden die japanischen Ingenieure diese nach ihrer Aussage in der Autowelt bisher einmalige Konstruktion. Nicht nur der Luftwiderstand sinkt, auch wird der Wind so umgeleitet, dass er die Bremsscheiben besser kühlt. Zusätzlich wurde der Unterboden des Wagens verkleidet, wie wir es bereits von den VW-BlueMotion- und Audi-e-Modellen kennen. Auch diese Maßnahme senkt den Luftwiderstand.

Hochwertige Überschaubarkeit Der Innenraum des Mazda 6 überzeugt durch perfekte Verarbeitung. Die Oberflächen wirken kratzfest und strapazierfähig. Mazda legt Wert auf eine überschaubare Bedienbarkeit. So wurde in die linke Speiche des Multifunktionslenkrads die Bedienung für Audio, Navi und Klimaanlage untergebracht. Per Rechts-/Links-Knöpfen wandern wir waagerecht durch die Menüzeile, welche in der Mittelkonsole angezeigt wird. Durch Druck auf die Enter-Taste kann die entsprechende Funktion ausgewählt werden. Das funktioniert ganz einfach und ist innerhalb von Sekunden erlernbar – laut Toshihiro Hara, Mr. Elektrik bei Mazda, ist das System deutlich besser als das i-Drive von BMW. Aus unserer Sicht haben die Bayern mit ihrer Steuerung immer noch die Nase vorn, auch wenn man zum „Erlernen“ der Bedienung nicht fünf sondern 15 Sekunden benötigt. Beschauliche Sitze Das Gestühl des Mazda 6 ist schön bequem. Im Falle einer Ausstattung mit Leder wurde der Bezugsstoff nochmal verfeinert. Da die Sitzflächen die Materialien sind, mit denen die Insassen die meiste Zeit direkten Kontakt haben, sollten die Bezugsstoffe auch extrem ausdauernd sein. Ob Mazda dieses Versprechen einhalten kann, wird die Zeit zeigen. Jedenfalls wirkt der Bezugsstoff nicht so, als käme er aus einer billigen chinesischen Fabrik für Polyester-Hemden. Die Sitzflächen sind auch für große Menschen lang genug, aber Seitenhalt wird nur ausgesprochen moderat geboten. Bei für die Familien-Limo untypischer Kurvenhatz sitze ich mehr neben meinem Sessel als in ihm. Aber wie gesagt: Das ist beim Mazda 6 nicht so wichtig, für Stadt, Land und Autobahn sind die Sitze auf jeden Fall Langstrecken-tauglich. Auch im Fond reicht der Platz für große Menschen – bei voll zurückgeschobenen Vordersitzen wird’s aber eng. Beim Kofferraumvolumen hat sich Mazda noch nicht festgelegt, etwa 500 Liter sollen es sein, was bei umgelegter Rückbank an Stauraum zur Verfügung steht, wird erst später bekannt gegeben.

Gutmütiger Kerl Wir jagen den Wagen über die Curbs des Speedways, lassen ihn durch die Kurven driften. Schnelle Lastwechsel lassen ihn kurz erzittern. Die Räder quietschen in schnellen engen Kurven ein sportliches Lied. Wir merken sofort: Der Mazda 6 ist nicht auf athletisches Fahren ausgelegt (ob es wieder eine MPS-Variante geben wird, ist noch nicht endgültig entschieden, aber wahrscheinlich). Der Mazda 6 wird mit sportlichen Versuchen trotzdem ausgesprochen gut fertig. Wer sich mal in einer Kurve überschätzt hat oder es wirklich mal in seiner familientauglichen Limousine krachen lassen möchte, kann sich auf den Japaner verlassen. Er vergibt den Übermut und die Fehler seines Lenkers. Dabei wankt der Mazda aber nach Kräften. Schlaglöcher und andere ärgerliche Unebenheiten sind keine Herausforderung fürs Fahrwerk, erfolgreich hält es derartige Unbillen von den Insassen fern. Leichter Lenker Das bereits angesprochene Multifunktionslenkrad lässt sich jederzeit leicht bewegen, ohne jemals zu leicht zu wirken. Außerdem kommt die Lenkung, auch in der Mittellage, sehr präzise daher. Der neue Mazda 6 lässt sich noch besser zum Stillstand bringen als sein Vorgänger. Der Bremsscheiben-Durchmesser der vorderen Scheiben wuchs um 16 auf 299 Millimeter. Außerdem wurde von den Mazda-Mannen am Fahrwerk gearbeitet, um das Geräuschniveau zu minimieren. Laut Mazda musste diese Entwicklung an einem bestimmten Punkt gestoppt werden, um nicht vorher unhörbare, leisere Geräusche in den Vordergrund treten zu lassen. Bei normaler Fahrt mit Stadtgeschwindigkeit ist es im Wagen angenehm ruhig, Unterhaltungen sind unangestrengt möglich.

1,8-Liter-Einstieg Als Einstiegsmotorisierung bietet Mazda für den 6 einen 1,8-Liter-Benziner an. 120 PS generiert das Triebwerk, was nicht übermäßig viel ist für ein modernes Aggregat dieser Größe. Das Drehmoment von 165 Newtonmetern liegt bei 4.300 Umdrehungen an. Aber der Motor macht seinen Job gut. Ruhig zieht er den Wagen an. Die Beschleunigung geht für den Stadtverkehr in Ordnung, bis 100 km/h vergehen aber 11,3 Sekunden. Ab 4.000 Umdrehungen wird es etwas lauter in der Kabine, was heißt, dass das maximale Drehmoment mit einer gewissen Geräuschentwicklung verbunden ist. 6,8 Liter Super wandern pro 100 Kilometer durchs Triebwerk. Der 2,0-Liter Motor mit 147 PS und 184 Newtonmeter Drehmoment wirkt da schon etwas spritziger. Er schafft die Tempo-Hundert-Grenze mit manueller Schaltung in 10,3 Sekunden und vergreift sich an 7,0 Liter Sprit pro 100 Kilometer. Der gefühlte Gewinn an Spurtkraft fällt aber sehr dezent aus. Manuell geht’s weiter Die 1,8-Liter-Einstiegsversion muss mit einer manuellen Fünfgangschaltung auskommen. Eine Automatik oder eine Sechsgangschaltung gibt es erst beim 2,0-Liter-Benziner. Die Gänge flutschen präzise in ihre Position, Hakeln konnten wir nicht feststellen. Allerdings wäre ein sechster Gang nicht verkehrt, irgendwie haben wir beim Ausdrehen des fünften Gangs das Gefühl, noch einen weiteren Gang nachlegen zu müssen. So macht Mazda dem Kunden gleich den Zweiliter-Benziner schmackhaft. Zu haben sind die Stufenheck-Modelle ab dem ersten Quartal 2008.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor
Hubraum:1.798
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:88 kW (120 PS) bei UPM
Drehmoment:165 Nm bei 4.300 UPM
Preis
Neupreis: zirka 22.500 € (Stand: Oktober 2007)
Fazit
Der neue Mazda 6 ist keine Revolution, sondern eine behutsame Weiterentwicklung seines erfolgreichen Vorgängers. Dank besserer Aerodynamik und leicht reduziertem Gewicht lässt er sich halbwegs wirtschaftlich bewegen. Sein Fahrwerk macht ihn zu einem überaus gutmütigen und sicheren Familienwagen.

Außen schick und innen gut verarbeitet, verspricht er Freude über Jahre, zumal der Wagen, Kooperation mit Ford hin oder her, wieder komplett in Hiroshima entsteht. Und von dort kam in Sachen Automobilbau bisher immer Qualität.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2007-10-30

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