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Testbericht

6. November 2012
Es gibt nur wenige legendäre Modelle in der Automobil-Geschichte. Einige zeichneten sich durch ihre Sportlichkeit oder Extravaganz aus. Andere wegen ihrer Verkaufserfolge. Zur letzteren Spezies gehört der VW Käfer, der 1938 auf den Markt kam und in Europa sowie anderen Weltmärkten1974 vom Golf abgelöst wurde. In Mexiko wurde er, allerdings ohne technische Weiterentwicklung, bis 2003 in kleineren Stückzahlen weiter produziert und war mit über 21,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen das seinerzeit weltweit erfolgreichste Auto.Bereits 1998 zauberte VW anfangs ausschließlich für den amerikanischen Markt den „New Beetle“ aus dem Hut. Mit modernem Chassis und Front- anstatt Heckantrieb, aber im Retro-Look. In Übersee mit gut einer Million verkauften Exemplaren schlug er sich dort durchaus wacker, kam später in Europa aber nie aus einem Nischendasein heraus. Erst in 2011, also nach 13 Jahren, lieferte VW eine neue Interpretation des Ur-Käfers.Stimmige Balance zwischen Tradition und ModerneUnd diesmal stimmt die Balance zwischen Tradition und Moderne, wirkt der Beetle des 21. Jahrhunderts wesentlich gelungener als sein Vorgänger. Die gegenüber dem New Beetle erheblich breitere Spur lässt den 4,27 Meter langen Nachfolger wesentlich maskuliner und bulliger auf der Straße stehen. Insbesondere dann, wenn die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen unter den großen Käfer-typischen Kotflügeln montiert sind. Der Vorderwagen ist zudem länger geworden, Windschutzscheibe und Pfosten sind nach hinten gerückt und stehen jetzt wie beim Original-Käfer aufrechter. Dadurch haben sich die Sichtverhältnisse nach vorn und zur Seite deutlich verbessert.Auch die – allerdings modernere – Gestaltung des Armaturenbereichs erinnert wieder mehr an den Käfer. Die Instrumente sind groß und übersichtlich, und die Bedienung erfolgt intuitiv. Die Materialwahl ist stimmig, und als angenehm im Alltag erweisen sich die zahlreichen Ablagen, von denen einige auch größere Wasserflaschen aufnehmen können. Die Sitze sind straff, aber nicht zu hart gepolstert und weisen einen großen Verstellbereich auf. Hinten geht es verständlicherweise etwas enger zu, wobei das Erklimmen der Rücksitze trotz der breiten Öffnungen des Dreitürers recht beschwerlich ist.Kofferraum um 80 Liter vergrößertDas Kofferraum-Volumen ist mit 310 Liter erfreulicherweise um 80 Liter gewachsen. Das bedeutet für diese Klasse nur Mittelmaß. Durch das leicht zu bewerkstellende Umklappen der Rückbank kann das Volumen aber auf bis zu 905 Liter erweitert werden. Zugang zum Laderaum ermöglicht eine große Klappe, die sehr hoch nach oben schwingt. Ein Minuspunkt stellte aber die hohe Ladekante dar, und Befestigungsösen zum Beispiel für ein Gepäcknetz sind offensichtlich vergessen worden.Für den Vortrieb sorgt ein Zweitliter-Vierzylindermotor mit 147 kW/200 PS. Jenes Triebwerk, das auch den Golf GTI antreibt. Flottes Vorwärtskommen ist also garantiert, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei 223 Kilometern pro Stunde liegt und die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 7,5 Sekunden erfolgt. Mit dem Fahrwerk des Ur-Käfers wäre dies natürlich nicht möglich. Doch da unterm Blech des neuen Beetle die Technik des Golf verbaut ist, kann man sich beruhigt auf Kurvenhatz begeben. Ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse ist für die Kurvenwilligkeit maßgeblich verantwortlich. Und wer es dann doch einmal übertreibt, den fängt das ESP rechtzeitig wieder ein. Handlich, wendig und agilUnterm Strich ist der Beetle äußerst handlich und wendig sowie agil zu bewegen. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, den lässt der Turbomotor ebenfalls nicht im Stich. Bereits unter 2.000 Umdrehungen steht das maximale Drehmoment von 280 Newtonmetern zur Verfügung und bleibt bis 5.000 Touren erhalten. Einem entspannten Fahren kommt das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ebenfalls entgegen, die manuelle Gangwahl vergisst man bald. Eine gelungene Ausgewogenheit aus sportlicher Fahrdynamik und praxistauglicher Fortbewegung also.Da der Beetle eine komplette Sicherheits- und umfangreiche Komfortausstattung aufweist, ist er natürlich kein Schnäppchen mehr. Das Basismodell kostet ab 16.950 Euro, der von uns gefahrene 2.0 TSI Sport ab 27.100 Euro. Im Vergleich: 1957 kostete der Standard-Käfer 3.770 Euro. Doch dieser Blick in die Vergangenheit ist mehr als müßig. Denn auch die beiden Autos trennen Welten. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)Daten VW Beetle 2.0 Sport DSG:Länge x Breite x Höhe (Meter): 4,28 x 1,81 x 1,49Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder-Turbo-Direkteinspritzer, 1.984 ccmMax. Leistung: 147 kW/200 PS bei 5.100 U/minMax. Drehmoment: 280Nm zwischen 1.700 und 5.000 U/minVerbrauch NEFZ im Mittel: 7,7 Liter Super/100 kmCO2-Emission: 177 g/kmBeschleunigung von 0 auf 100 km/h: 7,5 SekundenKofferraum: 310 bis 905 LiterBasispreis: 27.100 EuroPreis des Testwagens: 33.456 Euro                  

Quelle: auto-reporter.net, 2012-11-06

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