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Testbericht

Sebastian Viehmann, 30. April 2009
Golf GTI und Seat Leon haben den gleichen Motor unter der Haube. Doch Seat bietet die Rennsemmel günstiger an. Doch kann die spanische Alternative das gleiche bieten wie das Wolfsburger Original?

Ist der wirklich neu? Man muss schon einen zweiten Blick auf den upgedateten Leon werfen, denn auf den ersten fallen die Änderungen kaum auf. Ein paar Retuschen an Front, Heck und Außenspiegeln – viel mehr hat sich außen nicht getan. Die Änderungen im Cockpit springen da schon eher ins Auge. Ein ziemlich billig wirkendes Interieur war immer die Schwäche des kompakten Seat und das hat sich mit dem Facelift nur zum Teil geändert. Zwar fallen schönere Bedienungselemente als bisher ins Auge, etwa ein neuer Lichtschalter und vor allem die neue Klima-Kontrolle – die war bisher mit ihrem simplen Display sehr spartanisch. Nun gibt es praktische und hübschere Drehregler. Auch die Fernbedienungsregler am Lenkrad wurden erneuert und sind jetzt komfortabler zu bedienen als beim bisherigen Modell. Doch in Sachen Materialanmutung und Liebe zum Detail bleibt Seat noch immer eine Stufe hinter dem VW-Interieur zurück.

Neues gibt es auch unter der Haube. Leon FR und Golf GTI teilen sich den gleichen Motor. Der aufgeladene Vierzylinder mit 1984 Kubikzentimetern Hubraum leistet jetzt 155 kW/211 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmetern. Er gibt sich drehfreudig und liefert kraftvollen Vortrieb in allen Lebenslagen, wobei sich Vibrationen und Lautstärke in Grenzen halten.

Hohe Drehzahlen braucht der Motor nicht - schon bei weniger als 2000 Touren treibt er gut voran, ab 3000 Umdrehungen geht dann die Post ab. Den Durchschnittsverbrauch gibt Seat mit 7,6 Litern pro 100 Kilometer an. Geschaltet wird mit einem knackigen Sechsganggetriebe oder optional mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Beim Fahrwerk ist eine betont straffe Abstimmung Seats Markenzeichen. Mit dem Facelift hat Seat den Leon nun eine Spur komfortabler abgestimmt, da er bisher von vielen Kunden als etwas arg hart empfunden wurde. Dem Fahrkomfort kommen auch beim FR die weicheren Federn zugute. Gleichzeitig lässt der Spanier in Kurven die nötige Straffheit nicht vermissen. Er gibt sich jedoch bei schnellen Lastwechseln eine Spur nervöser als der GTI und hat trotz serienmäßigen elektronischen Sperrdifferenzials an der Vorderachse etwas häufiger Probleme damit, seine geballte Kraft auf die Straße zu bringen. Ein adaptives Fahrwerk wie im GTI gibt es beim Leon nicht. Beim Gewicht hat der 1,33 Tonnen schwere Seat keinen Vorteil gegenüber dem GTI, er bringt sogar ein paar Kilogramm mehr auf die Waage. Im Spurt von 0 auf 100 km/h kann der Golf dem Seat zwei Zehntel abnehmen – der GTI schafft ihn in 6,9 Sekunden (FR: 7,1 Sekunden).

Der Leon FR kostet mit Schaltgetriebe 25.690 Euro (Golf GTI: 27.400 Euro), für die DSG-Version werden 27.290 Euro fällig (GTI: 29.275 Euro). Zur Serienausstattung des FR gehören unter anderem elektrische Außenspiegel und Fensterheber, Tempomat, Sportsitze, Lederlenkrad, CD-Radio, Klimaautomatik sowie Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht-Funktion. Die Ausstattung des GTI ist ähnlich, allerdings gönnt Wolfsburg seinen Kunden noch Sitzheizung und eine akustische Einparkhilfe.

Ein Preisvergleich mit anderen Rennsemmeln: Der Ford Focus ST (225 PS) kostet 25.850 Euro, der Opel Astra OPC (240 PS) 30.500 Euro, der Peugeot 207 RC (175 PS) 21.250 Euro und der Mini John Cooper Works (211 PS) 28.700 Euro.

Die Wahl zwischen Golf und Leon hat man übrigens auch bei sportlichen Dieselmodellen: Der Leon 2.0 TDI CR (26.690 Euro) mit 125 kW/170 PS hat den gleichen Zweiliter-Commonrail-Diesel unter der Haube wie der Golf GTD (27.745 Euro) und wird entweder mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe oder einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert. Im Vergleich zu den rauen Pumpe-Düse-Aggregaten, die Seat immer noch im Programm hat, ist der neue Motor in Sachen Laufruhe eine echte Verbesserung. Und während die restliche Dieselpalette auf der Euro 4-Norm hocken bleibt (abgesehen vom 105 PS-Diesel mit DSG), erreicht das moderne Commonrail-Aggregat Euro 5.

Das Top-Modell im Leon-Programm bleibt der 240 PS starke Cupra. Vom Golf VI gibt es noch keine Entsprechung – ein R-Modell dürfte jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Angeblich soll es nicht mehr von einem V6-Motor wie der Golf R32, sondern wie der GTI von einem aufgeladenen Vierzylinder angetrieben werden. Spannend bleibt die Frage, ob der neue Sport-Golf Allradantrieb bekommt oder nicht.
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Quelle: Autoplenum, 2009-04-30

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