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Testbericht

Hans Bast, 10. September 2010
Nicht weniger als den Bau eines Weltautos hat sich Nissan mit dem neuen Micra vorgenommen. Der neue Nissan-Einsteiger kommt im November nach Deutschland und noch in weitere 160 Länder.

Für die Verwandlung vom knuffig-rundlichen Frauenauto zu einem praktischen Stadtwagen für alle Käuferschichten auf fünf Kontinenten wurden im Vergleich zum Vorgänger zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Zunächst ist der neue Micra sechs Zentimeter länger als sein Vorgänger. Der Radstand wuchs um 20 Millimeter. Damit ist er zwar immer noch deutlich kürzer als die Konkurrenz aus Wolfsburg oder Rüsselsheim, hat aber im Innenraum deutlich an Platz gewonnen. Zusammen mit anderen Anpassungen gewinnt so der Fahrer mehr Fußraum und auch für die Fondpassagiere bleibt noch ein Plus an Lebensraum übrig. Insgesamt ist das Platzangebot auch für groß gewachsene Fahrer gut. Weil die Zunahme der Außenabmessungen aber moderat ausgefallen ist, hat der Nissan seinen kleinen Wendekreis von unter zehn Metern bewahrt. Das wirkt sich günstig auf das Handling im Stadtverkehr aus.

Hier ist das Revier des Micra. Zwischen Häuserschluchten, Geschäften und Parkplätzen kann der kleine Japaner seine Vorteile ausspielen. Mit ihm ist man wendig und flott unterwegs. Die Parkplatzsuche unterstützt Nissan mit dem Parkguide. Mit dieser Funktion wird bei langsamer Vorbeifahrt die Länge der Parklücken ausgemessen. Ist der Platz ausreichend, wird das dem Fahrer auf dem Display des Bordcomputers angezeigt. Überhaupt hat Nissan viel für den Komfort des Fahrers getan. Die Sitze sind angenehm und bieten ausreichen Seitenhalt. Die Armaturentafel wurde neu gestaltet. Die Instrumente sind über alle kulturellen Grenzen hinweg übersichtlich und gut ablesbar angeordnet. Links befindet sich der Drehzahlmesser, in der Mitte der Tacho mit dem Bordcomputer und rechts davon alle Kontrollleuchten in einem einzigen Anzeigefeld. Das Lenkrad ist höhenverstellbar und eine elektrische Servolenkung unterstützt den Fahrer beim Rangieren. Die verarbeiteten Materialen sind der Fahrzeugklasse angemessen. Aber etwas wertiger dürfte es durchaus zugehen.

Für den Micra-Antrieb sorgt ein neu entwickelter Dreizylinder-Ottomotor mit 1,2 Liter Hubraum. Er leistet 59 kW / 80 PS Leistung und verbraucht fünf Liter Super auf 100 Kilometern. Im Stadtverkehr beschleunigt er den kleinen Wagen ausreichend. Bei höheren Geschwindigkeiten zwischen 80 und 120 auf der Landstraße fehlt ihm doch die Spritzigkeit. Zudem sind die höheren Gänge vier und fünf zu lang übersetzt, sodass der Micra auf Autobahnen und Landstraßen bisweilen nur unwillig an die Arbeit geht. Letztlich reicht die Motorisierung aber für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13,7 Sekunden und eine Endgeschwindigkeit von 170 km/h. Deutlich besser soll es dann im nächsten Frühjahr werden. Dann gibt es für den Micra einem weiteren 1,2-Liter-Motor mit Direkteinspritzung und Kompressor. Der hat dann 98 PS und emittiert 95 g/km CO2.

Bis dahin muss der Kunde sich mit dem etwas schwächeren 80 PS Aggregat begnügen. Wenn diese Motorisierung für Kurvenräuberei auch kaum ausreicht, ist komfortables dahingleiten auf den Bundesstraßen und Autobahnen allemal drin. Da Nissan auch an der Geräuschdämmung gearbeitet hat, werden die Fahrgeräusche kaum als störend empfunden. Der Gepäckraum ist mit 265 Litern klassenüblich klein aber durch die fünf Türen können ihre Einkäufe auf der Rückbank ablegen. In der höheren Ausstattung ist die Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 teilbar und komplett umlegbar. Auf der dann ebenen Ablage lassen sich bis zu 1.132 Liter Gepäck verstauen. Damit lassen sich sogar Transporte erledigen.

Als erstes Nissan-Modell nutzt der neue Micra die komplett neue V-Plattform. – „V“ steht für „versatile“ oder zu Deutsch „vielseitig“. Demnächst sollen noch zwei weitere Baureihen auf dieser neuen Plattform folgen. Zentrales Augenmerk der Entwickler galt dabei der Versteifung und der Gewichtsreduzierung der aller Bauteile. So konnten insgesamt 80 Kilogramm eingespart werden. Durch zusätzliche Ausstattungen verbleibt immer noch ein Gewichtsvorteil von 35 Kilo, der sich dann verbrauchsreduzierend auswirken kann. Alle Modelle haben eine elektrische Servolenkung, fünf Türen, ABS, ESP, sechs Airbags und elektrischen Fensterhebern für die vorderen Türen. In den höheren Ausstattungen Acenta und Tekna ist eine manuelle Klimaanlage serienmäßig. Die Ausstattung Tekna hat ein integriertes Satellitennavigations- und Entertainmentsystem und den neuartigen Parkguide. Alle Ausstattungen gibt es wahlweise manuellem Fünfganggetriebe oder einer stufenlose CVT-Automatik.

Auch bei den Preisen hat Nissan etwas abgespeckt. Der Einstiegspreis für die Basisversion liegt jetzt bei 10.740 Euro. Diese vierte Generation des Micra wird an vier Standorten in China, Thailand, Indien und Mexico produziert. Die Fahrzeuge für den europäischen Markt stammen alle dem indischen Werk in Chennai. Auch wenn der Micra mit großen Erwartungen an den Start rollt gibt man sich bei Nissan bescheiden. Auf dem deutschen Markt will man in diesem Jahr noch 1.400 Einheiten absetzen. Im nächsten Jahr sollen dann 16.000 Fahrzeuge verkauft werden.
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Quelle: Autoplenum, 2010-09-10

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