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Testbericht

Jürgen Wolff, 22. Oktober 2008
Pickup sind praktisch, aber in Deutschland nicht gerade der Renner - sie verkaufen sich hierzulande nur in homöopathischen Dosen. Jetzt hat Mazda seinen Kleinlaster BT-50 aufgefrischt und hofft auf mehr Erfolg.

Außerhalb der großen Städte gehört der Pickup in den USA genauso zur familiären Grundausstattung wie der Eisschrank, der Basketball-Korb an der Garage oder das McDonalds um die Ecke. In Deutschland dagegen haben die Kleinlaster mit der offenen Ladefläche Exotenstatus. Gerade mal 800 Pickup des Typs BT-50 hat Mazda vergangenes Jahr hierzulande verkauft, überwiegend an gewerbliche Kunden. Insgesamt schätzt man bei Mazda den Gesamtmarkt in Deutschland auf weniger als 12.000 Fahrzeuge. Ein Facelift soll nun den Marktanteil des Mazda-Lasters ankurbeln.

Wobei sich die Veränderungen vor allem auf optische Kosmetik konzentrieren - unter dem Blech bleibt praktisch alles wie gehabt. Angeboten wird der BT-50 in den beiden Versionen L-Cab (mit gegenläufig öffnenden Türen und wenig Platz in der zweiten Reihe) und XL-Cab (mit vollwertiger Doppelkabine). Überarbeitet wurde vor allem die Frontpartie. Der Fünf-Punkt-Grill wurde klarer herausgearbeitet, die neuen Frontscheinwerfer geben dem BT-50 mehr Breite. Die Seitenspiegel sind nun beheizbar. Im Innenraub verpasste Mazda dem Pickup eine neue, bernsteinfarbene Beleuchtung für die Instrumente, neue Stoffe und zusätzliche Farben. Die Mittelkonsole hat nun eine komplett mattsilberne Optik. Und einen Anschluss für den MP3-Player gibt es jetzt auch.

Platz für vier ist reichlich in der Doppelkabine. Zumindest vorne. Hinten wird es ein wenig eng. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, alles ist gut erreichbar und übersichtlich. Auch, wenn der ein oder andere Schalter einen qualitativ nicht unbedingt sehr vertrauenerweckenden Eindruck macht: Wie in einem Kleinlaster fühlt man sich im BT-50 nicht. Man sitzt ähnlich wie in einer Limousine - nur angenehm hoch über dem Verkehr und mit bester Übersicht.

Auch fahren lässt sich der Pickup fast wie ein Pkw - mit ein paar kleinen Einschränkungen: Mehr als 158 km/h sind nicht drin und die Lenkung ist deutlich zu schwammig und braucht lange, bis sie anspricht. Das Lenkrad verträgt im Geradeauslauf fast einen Vierteldrehung, bis sich was tut. Der Wendekreis ist dabei mit 13,6 Meter ziemlich üppig. ESP gibt es für den BT-50 auch nicht gegen Aufpreis. Funktional die Ladefläche. Sie bietet von der Grundfläche her reichlich Platz für eine Euro-Palette und hält eine Zuladung von fast 1,2 Tonnen aus. Die Heckklappe lässt sich mit einem Griff so klappen, dass sie eine ebene Fläche mit dem Laderaumboden bildet - das erleichtert das Beladen. Die Ladewanne selbst ist in einem Stück aus widerstandsfähigem Plastik gegossen. Verzurrhaken und Führungsschienen für Zwischenwände helfen beim Sichern der Ladung. Und sollte es mal Bruch geben, lässt sich die Wanne mit ein paar Schrauben lösen und einfach auswechseln.

Deutsche mögen keine Pickup, weil ihnen bei dem miesen Wetter in Mitteleuropa ständig die Ladung nass wird? Für den BT-50 gibt es reichhaltig Zubehör, das alles trocken hält: fest verzurrbare Container, komplette Dächer. Aber wozu? Nach oben offen ist nicht nur praktisch, wenn man Palmenkübel oder aufrecht stehende amerikanische Kühlschränke transportieren muss.

Unter der Motorhaube arbeitet der gleiche 2,5-Liter-Diesel wie beim Vorgänger. Der Common Rail-Motor entwickelt eine Leistung von 105 kW/143 PS und ein maximales Drehmoment von 330 Nm ab 1800 U/min. Das reicht, um aus dem BT-50 eine probate Zugmaschine zu machen, die bis zu drei Tonnen Anhängelast schleppen kann. Der Verbrauch ist mit 8,9 Litern Diesel auf 100 km beachtlich. Noch beachtlicher: Auch mit der Modellpflege bietet Mazda kein Rußfilter für den Pickup an.

In Deutschland bietet Mazda den BT-50 ausschließlich mit zuschaltbarem Allradantrieb an, der ganz klassisch über einen zweiten Schaltknauf aktiviert wird. Der Mazda wird dadurch zwar nicht zur Gebirgsziege, kommt aber auch mit rauerem Gelände, Schlamm und kleineren Wasserläufen klar. Umgeschaltet werden kann zwischen Allrad- und Hinterradantrieb auch während der Fahrt. Bei besonders schweren Fällen hilft ein Sperrdifferenzial mit begrenztem Schlupf an der Hinterachse.

Geblieben sind auch das robuste Chassis auf dem Leiterrahmen und die Blattfedern an der starren Hinterachse. Die Federn sind besonders lang ausgelegt und haben größere Dämpfer verpasst bekommen. Auch, wenn das die Federung bei unbeladenen Fahrten etwas verbessert: Nach wie vor poltert die Hinterachse ziemlich ruppig über schlechte Straßen. Zum Basispreis von 26.900 Euro kommt der XL-Mazda BT-50 schon ziemlich komplett - nur Klimaanlage und Metalliclack stehen noch zusätzlich in der Liste. Und reichlich Zubehör zum Tunen - der Ladefläche.

Quelle: Autoplenum, 2008-10-22

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