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Testbericht

Sebastian Viehmann, 24. Januar 2008
BMWs Kleinster hat jetzt den Größten: Das neue 1er Coupé bekommt den 2979 ccm großen Sechszylinder mit 306 PS unter die Haube gepfercht. Das garantiert Fahrspaß vom Feinsten. Fürs Sparen sind die Dieselmodelle zuständig.

In den wilden 70er Jahren gab es eine todsichere Methode, sich vom automobilen Establishment abzusetzen: BMW 2002 tii fahren. Alte Männer und dicke Bonzen fuhren Benz, junge Wilde bevorzugten BMW. Selbst der RAF-Terrorist Andreas Baader schwor bekanntlich auf die flotten weißblauen Einspritzer. Über diese zweifelhafte PR war BMW nicht erfreut – umso mehr aber über die zahllosen Rennsiege, die der kleine Wagen einfuhr.

Mit dem neuen 1er Coupé will BMW an den legendären Ruf der 02-Serie anknüpfen - auch wenn die ja eigentlich durch die größere 3er-Reihe abgelöst wurde. Pressesprecher Ulrich Knieps beschwört die Gemeinsamkeiten von 2002 und 1er Coupé: Rahmenlose Türen, lange Haube, kurze Überhänge und langer Radstand. Das Design des 2002 gefiel damals sogar den Amerikanern – rund 84.000 Autos wurden in die USA verkauft. Mit dem 1er Coupé wird BMW deshalb auch einen Neustart im Land der unbegrenzten Verkaufsmöglichkeiten wagen, denn der 1er mit Heckklappe traf den US-Geschmack nicht.

Das Coupé ist die dritte Karosserievariante des 1er. Und mit ihm hält zum ersten Mal der 2979 Kubikzentimeter Liter große Reihensechszylinder mit doppelter Turboaufladung Einzug in BMWs kleinste Serie. Mit dem Aggregat scheint der Motorraum fast aus den Nähten zu platzen - doch die optimale Gewichtsverteilung des Autos (50:50) ist geblieben. Der 306 PS starke Sechszylinder mit Direkteinspritzung stemmt schon ab 1300 Umdrehungen 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Zwei unterschiedlich dimensionierte Turbolader sorgen dafür, dass die Maschine bei jedem Drehzahlniveau reichlich mit komprimierter Luft beatmet wird.

Was in ihm steckt, konnte das 1er Coupé auf dem Gotlandring in Schweden unter Beweis stellen. Bei nasskaltem Wetter mit ständigem Nieselregen waren die Bedingungen für einen 306 PS starken Hecktriebler nicht gerade optimal. Doch der 135i tänzelt mit seinem kurzen Stummelheck so behände durch die Kurven, dass es eine wahre Freude war. Auch bei ausgeschaltetem ESP hält das kleine Coupé für den Fahrer keine Gemeinheiten parat. Ein Ausbrechen des Hecks kündigt sich frühzeitig an, so dass genügend Zeit für Gegenmaßnahmen am Volant bleibt. Die Lenkung ist sportlich-direkt übersetzt, das M-Fahrwerk (beim 135i serienmäßig an Bord) hält den kleinen Bayern mit stoischer Gelassenheit in der Spur. Sein Gewicht – immerhin stolze 1,5 Tonnen, der 2002 tii kam damals mit 1010 Kilogramm aus – merkt man dem BMW-Winzling kaum an. Der Motor liefert ohne jegliches Turboloch jederzeit Kraft im Überfluss und brummt dabei so seidenweich wie eine Katze, der man das Fell krault.

Nicht nur in Sachen Fahrdynamik und Leistung sondern auch bei der Alltagstauglichkeit kann das 1er Coupé auftrumpfen. So übersichtlich wie ein 2002 mit seiner Panorama-Heckscheibe wird wohl kein BMW mehr werden - aber die für ein Coupé recht großen hinteren Seitenfenster und die kleine Spoilerlippe am Kofferraumdeckel erleichtern beim 1er das Rangieren und sorgen für eine gute Sicht nach hinten.

Auf der Rückbank finden auch Erwachsene Platz - wobei große Passagiere alledings Abstriche bei der Kniefreiheit machen müssen. Beim Ausstieg aus dem Fond kann etwas Gelenkigkeit nicht schaden. Das Gepäckabteil ist mit 370 Litern für ein kleines Coupé ganz ordentlich. Per Entriegelungshebel im Kofferraum lässt sich die Rückbank geteilt umklappen und der Stauraum mehr als verdoppeln. Weniger einladend ist die Preisgestaltung des 1er Coupés. Schon der 120d haut mit 28.750 Euro ins Kontor. Das Top-Modell 135i steht mit 38.950 Euro in der Liste - und dann sind noch längst nicht alle interessanten Extras wie Xenonlicht, Tempomat oder Klimaautomatik an Bord. Beim Design gibt sich BMW farbenfroh – 13 Außenlacke und zahlreiche Interieur-Designs stehen zur Verfügung.

Alle drei Modelle sind serienmäßig mit einem Sechsganggetriebe ausgestattet. Mit 9,2 Litern Durchschnittsverbrauch gehört der 135i im auf Effizienz getrimmten BMW-Motorenprogramm schon fast zu den Spritschluckern. Ganz anders die Dieselmotoren, die man schon in anderen 1er-Modellen testen konnte: Für das Einstiegs-Coupé 120d (177 PS) gibt BMW einen Durchschnittsverbrauch von 4,8 Litern an, beim 123d (204 PS) sind es 5,2 Liter. Beim Sparen helfen eine Start-Stopp-Funktion und Bremsenergierückgewinnung. Der Benziner 135i wird im kommenden Jahr noch durch den 125i ergänzt.
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Quelle: Autoplenum, 2008-01-24

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