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Testbericht

Patrick Broich/SP-X, 6. April 2016

Die Techno Classica ist eine gute Gelegenheit, um ein neues Geschäftsfeld zu präsentieren, das mit alten fahrbaren Untersätzen zu tun hat. So verkünden Jaguar und Land Rover, dass sie ab sofort auch selbst Fahrzeugen aus dem Altbestand wieder neues Leben einhauchen wollen.

Die für die klassische Abteilung zuständigen Ingenieure Greg King und Paul Bridges erläutern, wie sie und ihr Team mit größter Sorgfalt an jedes Blech und jede Schraube gehen, um beispielsweise halb zerstörte Land Rover der Fünfziger oder die abgewetzten Jaguar aus den Sechzigern wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Neu ist diese Idee nicht. Traditionsreiche Schmieden wie Mercedes oder Porsche und auch BMW nehmen schon viele Jahre Restaurationsobjekte von Kunden dankend an – wer etliche Tausender auf der hohen Kante hat, kann sein W111 Cabrio oder den geerbten 356 von fachkundigen Mitarbeitern wieder aufarbeiten lassen, um ihn dann entweder teuer zu veräußern oder nie wieder herzugeben. Bei BMW wurde bereits vor gut zehn Jahren ein 2002 fast komplett aus nachproduzierten teilen „neu“ montiert. 

Dass die Briten jetzt einen solchen Dienst anbieten, könnte eine erfrischende Bereicherung für die Oldtimer-Szene sein. Auf besser als Neuzustand hergerichtete Kaliber à la Mercedes 300 SL Flügeltürer oder Porsche 911 hat man sich beim Gang über die Concours-Parkplätze ja gewöhnt  –jetzt sollen also auch bodenständige Autos wie der Insel-Geländewagen, den man als Hobbyobjekt und wellblechgebeutelt für erschwingliche 20.000 Euro erwerben kann, plötzlich besser als Auslieferungsstandard über die Straßen rollen. Günstig wird so eine fachkundige Aufarbeitung nicht und keineswegs ist sie immer wirtschaftlich sinnvoll.

Die Klassik-Mannschaft auf der Insel ist ständig auf der Suche nach alten Schätzchen, um sie aufzumöbeln und anschließend zu verkaufen. Zwecks Demonstration hat Land Rover ein paar frühe Kraxler mit auf den Messestand gebracht – sowohl in baufälligem als auch neuwertigem Zustand nach der Restauration. Kostenpunkt etwa 75.000 Euro umgerechnet. Ob man dieses Geld für einen Ur-Land Rover auf dem Markt erzielen kann, ist in der Tat fraglich.

Ein ziemlich abgewetzter E-Type in auffälligem Gelbton wartet auf die präzise vorgehenden Handwerker. Greg King verrät, dass der Sportler dann für etwas weniger als 300.000 Euro den Besitzer wechseln können wird. Und die britischen Restaurationsexperten erläutern, dass der Kurs günstig sei. Denn bei einem Stundenlohn von rund 120 Euro wären viele hunderttausend Euro fällig, rechnete man streng nach Stunden ab und betrachtete nicht das Gesamtpaket.

Spätestens jetzt sollten Besitzer alter englischer Schätze aufhorchen – denn sie können selbstredend auch ihr eigenes, abgewohntes Exemplar wieder frischmachen lassen. Und je nach Jaguar-Modell, das in der Garage schlummert, kann es sich womöglich sogar lohnen. Schließlich werden für frühe E-Type (speziell die Lightweight-Varianten) schon jetzt mehr als 300.000 Euro aufgerufen. Ganz zu schweigen von raren Renngeräten wie C- oder D-Typ. Und wie schön ist der Gedanke, wenn die traditionsreichen Oldies exakt dort neu aufgebaut werden, wo sie einst entstanden. Nämlich in Coventry (Jaguar) sowie im Werk Sollihull (Land Rover). Sorgen darüber, ob es solvente Kunden gibt, die den Dienst in Anspruch nehmen werden, dürften sich die Briten jedenfalls kaum machen müssen.

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Fazit
Das Interesse an Oldtimern ist groß, und die Gelegenheiten, damit Geld zu verdienen, sind es auch. Daran wollen auch Jaguar und Land Rover verstärkt teilhaben und bieten deshalb ihre Dienste bei der Restauration an. Und zwar mit Standortvorteil.

Quelle: Autoplenum, 2016-04-06

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