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Testbericht

Sebastian Viehmann, 18. April 2010
Der Erdgas-Rekordfahrer Rainer Zietlow ist über die Panamericana von Feuerland nach Alaska gefahren. Er hat viele Tipps für abenteuerlustige Reisende – und machte die Erfahrung, dass man selbst auf der „Straße des Todes“ ohne Allradantrieb überleben kann.

Plötzlich klicken die Handschellen. Rainer Zietlow rutscht das Herz in die Hose: Er steht mit seinem VW Caddy EcoFuel an der Grenze zwischen Mexiko und Texas, und hier wird jedes Auto mit Drogenhunden kontrolliert. Bei Zietlows Auto haben die Tiere angeschlagen, und da verstehen die schwer bewaffneten Kontrolleure gar keinen Spaß. Bange Minuten und scharfe Verhöre vergehen, bis die Grenzer endlich einsehen, dass die Drogenhunde nur durch die Erdgastanks verwirrt wurden. „Natürlich haben wir das Auto vor dem Grenzübertritt auch gründlich selbst durchsucht“, erzählt der Mannheimer Rainer Zietlow, „und das sollte jeder Panamericana-Reisende tun – denn es kommt immer wieder vor, dass Drogenschmuggler heimlich Pakete unter den Stoßstangen oder sogar im Tank von fremden Autos deponieren.“

Auch im Jahr 2010 steckt die Panamericana, jenes in der Nord-Süd-Achse rund 25.000 Kilometer lange Straßen-Netzwerk zwischen Feuerland und Alaska, voller Gefahren, selbst wenn es nicht immer um Leib und Leben geht. Zietlow hat seinen Marathon „EcoFuel TransAmerica“ von der südlichsten Erdgastankstelle der Welt in Rio Grande (Argentinien) bis zur weltweit nördlichsten Zapfstation in Barrow (Alaska) erfolgreich beendet. Zurück bringen er und sein Kameramann Marius Biela faszinierende Bilder und Erinnerungen sowie den unerschütterlichen Glauben an den Kraftstoff Erdgas: „Wir mussten ein paar mal die Reifen tauschen, ansonsten gab es null technische Probleme. Selbst bei minus 38 Grad in Alaska lief das Auto problemlos“, berichtet Zietlow und präsentiert zum Beweis ein Foto der Temperaturanzeige auf dem Instrumentenbrett.

Dabei ist Zietlows Caddy nicht gerade ein klassisches Abenteuermobil, er ist wegen der Zusatz-Erdgastanks fast drei Tonnen schwer und nur mit Frontantrieb ausgestattet. Selbst die gebirgige „Straße des Todes“ in Bolivien, berüchtigt wegen zahlloser tödlicher Busunfälle, schafften Zietlow und sein Begleiter – wenn auch nur knapp: „Vor uns blieben einige Taxis in einer riesigen Schlammpiste stecken, wir aber sind mit Vollgas und viel Schwung gerade so eben hindurchgeschlüpft“, erzählt Zietlow.

Auf seiner Marathontour durch die zwei amerikanischen Kontinente begegnete er vielen Abenteurern, die mit Kleinbussen, Unimogs oder Geländewagen unterwegs waren. „Wer die Panamericana befahren will, sollte schon vor der Reise das Auto gründlich durchchecken, penibel alle nötigen Dokumente sammeln und möglichst gut spanisch sprechen“, sagt Zietlow. Mit Englisch kommt man meistens nämlich nicht weiter. Überhaupt machte der Mannheimer die Erfahrung, dass Deutsche in Südamerika wesentlich beliebter seien als zum Beispiel US-Amerikaner. „Die Menschen haben offenbar registriert, wieviel Entwicklungshilfe Deutschland geleistet hat“, glaubt Zietlow, der praktisch überall freundlich empfangen wurde.

Der Erdgasfahrer traf sogar auf ein kleines Stück Deutschland mitten in Paraguay: Die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten lebt dort in verschiedenen Kolonien und betreibt sehr erfolgreich Landwirtschaft. Zietlow begegnete vielen weiteren faszinierende Menschen, etwa einem Engländer, der mit dem Union Jack in der Hand die Panamericana zu Fuß bewältigen will: „Der ist da noch Jahre unterwegs“, sagt Zietlow.

Besonders in Argentinien fühlte sich der Erdgas-Fan wohl, denn dieses Land setzt im Gegensatz zu Brasilien oder Mexiko ganz auf Erdgas als Kraftstoff. „Es kostet nur rund ein Drittel von Benzin, jede Stadt mit mehr als 30.000 Einwohnern hat mindestens eine Erdgastankstelle“, berichtet Zietlow. Eine Millionen CNG-Fahrzeuge seien in Argentinien unterwegs, allesamt nachträglich umgerüstet. Und manchmal bieten die Zapfstationen müden Reisenden auch etwas fürs Auge: Hübsche junge Damen mit roten Tops und knappen Shorts übernehmen den Tankvorgang.

Der VW Caddy EcoFuel hat in der Serienversion eine Erdgas-Reichweite von 600 Kilometern. Für die Panamericana musste die Kapazität allerdings deutlich erhöht werden – mit neun Zusatztanks gingen Zietlow und Biela auf Strecke, die Reichweite stieg damit auf 2500 Kilometer. „Lediglich in Zentralamerika mussten wir für rund 1000 Kilometer unseren Benzin-Nottank benutzen, da dort einfach kein Erdgas verfügbar ist“, berichtet der Marathon-Fahrer.

Rainer Zietlow hat bereits mit einem Erdgasauto einen Höhenrekord aufgestellt sowie den ganzen Globus umrundet, wofür es jeweils einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gab. 2009 steuerte er in einem weiteren Marathon alle Erdgastankstellen Deutschlands an. Der einzige Kontinent, der dem Rekordfahrer jetzt noch fehlt, ist Afrika: „Das würde mich natürlich auch noch reizen“, sagt Zietlow.
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Quelle: Autoplenum, 2010-04-18

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