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Testbericht

4. Mai 2012
Haar, 4. Mai 2012 - Jedes Gramm zählt: Die Rede ist aber nicht von einer Abspeck-Show im Fernsehen, sondern vom CO2-Wert bei neuen Autos. Die Hersteller versuchen, sich gegenseitig unter großem Getöse mit immer neuen Bestwerten zu unterbieten. 88 Gramm beim Smart Fortwo cdi folgten 87 Gramm des VW Polo BlueMotion. Beinahe unbemerkt ist jetzt ein Koreaner an beiden vorbei gesegelt: Mit nur 86 Gramm CO2 pro Kilometer setzt der Kia Rio 1.1 CRDi eine neue Bestmarke. Grund genug, ihn genauer zu betrachten. Gelungenes Design Langweilig und bieder war gestern: Optisch macht der Rio seinem Modellnamen nun endlich Ehre. Scharf angeschnittene Scheinwerfer ergänzen sich mit einer nach hinten ansteigenden Seitenlinie zu einem stimmigen Design. Doch die neu gewonnene Schönheit hat auch ihren Preis: Eine eingeschränkte Sicht nach hinten macht Parkpiepser praktisch zwingend. Überraschung im Cockpit: Die Aufmachung ist absolut als gelungen zu bezeichnen. Alles befindet sich am richtigen Platz und ist einfach bedienbar. Fast schon edel wirken die großen Kippschalter in der mit Chrom-Imitat versehenen Mittelkonsole. Lediglich die Anmutung der Kunststoffe könnte etwas besser sein, zudem stört auf den Vordersitzen eine unbequem in den Lendenbereich drückende Partie. Ausreichend ist das Gepäckvolumen: Zwischen 288 und 923 Liter passen ins Heck, die Rücklehnen klappen zu einer ebenen Fläche um. Licht und Schatten Auf dem Papier weckt der Antrieb des Rio 1.1 CRDi zunächst Zweifel: Ein kleiner Dreizylinder-Diesel mit 75 PS, wird das nicht eine wahre Rappelkiste? Doch erneut werden wir überrascht, es geht bis Tempo 130 laufruhig voran. Das passt, denn angesichts einer Beschleunigung von 16,2 Sekunden ist wildes Heizen fehl am Platze. Zur Wanderdüne mutiert der Rio trotzdem nicht, denn schon ab 1.500 Touren stehen 170 Newtonmeter Drehmoment bereit. So bleibt der Griff zum Schalthebel des recht präzisen und gut abgestuften Sechsgang-Getriebes selten. Mit einer Ausnahme: Der Rückwärtsgang erweist sich beim Einlegen als sehr störrisch. Dieses Problem betrifft auch andere Kia-Modelle. Abzüge gibt es außerdem für das zu straffe Abrollverhalten der Hinterachse. Insbesondere bei kurzen Bodenwellen auf der Autobahn entwickelt der Rio eine Stuckerneigung. Minuspunkte gibt es auch für die indirekte Lenkung. Um die Mittellage wirkt sie synthetisch und bietet kaum Rückmeldung.
Eiskalt zugelangt Wie sieht es mit dem Verbrauch aus? 3,2 Liter gibt Kia für die Basisversion an, bei der getesteten "Edition 7"-Ausstattung sind es schon 3,8 Liter. In der Realität sieht das mit durchschnittlich 5,7 Liter auf 100 Kilometer anders aus. Zur Ehrenrettung des Koreaners sei aber gesagt, dass zum Testzeitpunkt starke Minus-Temperaturen herrschten, so dass die serienmäßige Start-Stopp-Anlage nicht in Betrieb war. Zudem benötigte der offiziell fast ebenso sparsame VW Polo BlueMotion im Test auch 5,3 Liter auf 100 Kilometer. Preislich startet der Kia Rio 1.1 CRDi mit fünf Türen bei 14.190 Euro, das sind 2.500 Euro Aufpreis gegenüber dem 85-PS-Benziner. Für diese Summe gibt es die sehr einfache Attract-Ausstattung, empfehlenswerter ist der Griff zur nächsthöheren "Edition 7". Hier ist für 16.260 Euro alles Wichtige an Bord, darunter ein höhenverstellbarer Fahrersitz, ein CD-Radio mit USB-Anschluß, eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber vorn. Richtig nobel wird es im 17.390 Euro teuren "Spirit", der sogar eine Lenkradheizung bietet. Bestellt wird der 1.1 CRDi in dieser Konfiguration aber nur selten, denn der stärkere 1.4 CRDi mit 90 PS ist nur 1.000 Euro teurer. Zum Vergleich noch der Blick nach Wolfsburg: VW ruft für den fünftürigen Polo BlueMotion mit deutlich schlechterer Ausstattung mindestens 17.660 Euro auf.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.120
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:55 kW (75 PS) bei UPM
Drehmoment:170 Nm bei 1.500 - 2.750 UPM
Preis
Neupreis: 16.260 € (Stand: Mai 2012)
Fazit
Was für die meisten Dieselfahrzeuge gilt, trifft auch auf den Kia Rio 1.1 CRDi zu: Ob er sich lohnt, hängt von der Jahresfahrleistung ab. Unabhängig davon ist der kleine Selbstzünder ein absolut gelungenes Aggregat. Wer den Aufpreis gegenüber den Benzinern nicht scheut, erhält eine prima Alternative zu den recht altmodischen Kia-Ottomotoren.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2012-05-04

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