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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 12. April 2017

Na, auch schon aufgewacht? Jahreslang hat VW den Trend zum Geländewagen in beinahe typischer Wolfsburger Ignoranz und übertriebener Vorsicht weitgehend verschlafen. Während die Konkurrenz ein SUV nach dem anderen auf die Straße gebracht hat, wollten die Niedersachsen den Boom allein mit dem kompakten Tiguan und dem großen Touareg parieren und sind dabei arg ins Hintertreffen geraten: Mercedes hat vom GLA bis zur G-Klasse mittlerweile sieben SUV-Varianten im Rennen, bei BMW sind es fünf und bei Audi vier. Und selbst Opel hat sich mit einem einzigen SUV in den Vordergrund spielen können, weil der Mokka X einfach besser passt als der Tiguan.
 
Doch jetzt sind die Niedersachsen aufgewacht und wetzen die Scharte in der Modellpolitik in ebenfalls typischer VW-Manier wieder aus. Nach dem Motto „wenn schon, denn schon“ blasen sie zu einer Offensive auf der Buckelpiste, die bei den Volumenmarken ihres gleichen sucht. Sie gönnen sich einen ganz großen Schluck aus der Geländewagen-Pulle und verfallen mit einem halben Dutzend neuer Modelle förmlich in einen SUV-Rausch.
 
Nachdem sie in den USA mit dem XXL-Modell Atlas und bei uns mit der Aussicht auf den Tiguan Allspace mit drei Sitzreihen erst einmal das obere Ende abgesteckt haben, backen sie jetzt kleinere Brötchen und bringen eine Klasse unterhalb des Tiguan den T-Roc auf den Weg. Technisch eng verwandt mit dem Audi Q2, mit allen Errungenschaften des Modularen Querbaukasten verfügbar und bei etwa 4,20 Metern etwas kürzer als der Golf, zielt er auf das neue Boom-Segment der handlichen SUV, in dem VW das Feld jetzt mal wieder von hinten aufrollen muss.
 
Dabei setzen die Niedersachsen ähnlich wie Audi beim Q2 auf ein erfrischend neues Design und ein jugendliches Flair, das selbst den noch relativ neuen Tiguan schon wieder ziemlich alt aussehen lässt. Zwar hat die bislang noch namenlose Serienfassung des T-Roc seit der Showpremiere in Genf 2014 ihr Targa-Dach eingebüßt und dafür zwei weitere Türen bekommen. Und natürlich kaschiert die Tarnfolie der Prototypen noch die finalen Konturen. Doch auch an den Erlkönigen kann man knackige Proportionen und schnelle Linien erkennen, die den gerade noch so heißen Opel Mokka plötzlich ziemlich kalt wirken lassen. Erst recht, weil sich VW plötzlich auch innen mal ein bisschen mutiger zeigt und deshalb im Cockpit ein wenig Farbe ins Spiel kommt.
 
So überraschend der Auftritt des T-Roc, so vorhersehbar ist seine Antriebstechnik. Denn nach aktuellem Stand plant VW mit den bekannten 1,4-, 1,6- und 2,0-Liter-Triebwerken, die bei den Benzinern zwischen 115 und 190 und bei den Dieseln 115 oder 136 PS leisten werden. Allradantrieb ist dabei anders als bei vielen Konkurrenten gesetzt und damit man ihnen die Aufbruchsstimmung auch abnimmt, liebäugeln die Entwickler bereits mit einer R-Version, die locker Richtung 250 PS marschieren könnte.
 
Zwar hat VW mit Atlas, Allspace und T-Roc seine Geländewagen-Palette bereits mehr als verdoppelt. Doch der Durst der Wolfsburger ist damit noch nicht gestillt. Sondern ein hochbeiniger Ableger des VW Polo ist für nächstes Jahr genau wie der Nachfolger des Touareg bereits fest eingeplant. Und wenn es nach Entwicklungschef Frank Welsch geht, dann gibt es im Stil von BMW X4 und X6 auch noch Coupé-Varianten von Tiguan und Atlas. Und damit wegen der ganzen SUV keiner CO2-Kopfschmerken bekommt, hat Welsch auch das Team für die Elektrifizierung ins Gelände geschickt: Wenn nächste Woche in Shanghai die Motorshow eröffnet wird, dreht sich dort auf der Bühne das erste Strom-SUV der neuen Submarke ID.

Es ist wie immer bei VW: Die Niedersachsen kommen spät, aber gewaltig. Nachdem sie den Boom auf der Buckelpiste lange nur mit Tiguan und Touareg parieren wollten, verfallen sie jetzt gar vollends dem SUV und bringen einen Geländewagen nach dem anderen. Der amerikanische Riese Atlas und der gestreckte Tiguan Allspace sind noch nicht richtig auf dem Markt, da läuft sich deshalb bei letzten Tests in Afrika der nächste warm: Denn im Herbst geht als Golf fürs Grobe die Studie T-Roc in Serie.

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Fazit
Es ist wie immer bei VW: Die Niedersachsen kommen spät, aber gewaltig. Nachdem sie den Boom auf der Buckelpiste lange nur mit Tiguan und Touareg parieren wollten, verfallen sie jetzt gar vollends dem SUV und bringen einen Geländewagen nach dem anderen. Der amerikanische Riese Atlas und der gestreckte Tiguan Allspace sind noch nicht richtig auf dem Markt, da läuft sich deshalb bei letzten Tests in Afrika der nächste warm: Denn im Herbst geht als Golf fürs Grobe die Studie T-Roc in Serie.

Quelle: Autoplenum, 2017-04-12

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