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Testbericht

Peter Eck/SP-X, 24. Februar 2014

Der Begriff Strom-Kasten muss vielleicht ab Herbst neu definiert werden. Nicht mehr trist-grau und immobil am Straßenrand stehend - sondern bunt und fröhlich auf der Straße fahrend. Der Kia Soul EV (Electro Vehicle) könnte das Zeug dazu haben, das noch kleine Angebot an reinen E-Mobilen ernsthaft zu bereichern. Und das hat vor allem zwei Gründe.

Zum einen scheint der Soul als E-Fahrzeug geradezu prädestiniert zu sein. Der kastige Van fällt nicht nur auf, er bietet auch so viel Raumreserve, so dass durch den Einbau der Batterien real kaum Platz verloren geht. Lediglich der Fußraum der Fondpassagiere musste zur Unterbringung der Akkus ein wenig angehoben werden.

Zweiter Grund: Die Kia-Ingenieure haben ein interessantes Technik-Paket geschnürt. So lassen sich die Koreaner von Zulieferer SK Innovation Batterien mit einer besonders hohen Energiedichte zuliefern. Die 192 Lithium-Ionen-Polymer-Akkus liefern 27 kWh. Zum Vergleich: Das weltweit erfolgreichste E-Auto, der Nissan Leaf, verfügt über 24 kWh. Gleichzeitig ist die Batterie mit 282 Kilogramm immerhin zwölf Kilo leichter als die des Marktführers und reicht laut Kia für 200 Kilometer Reichweite, wobei diese – wie bei allen E-Autos – in der Praxis deutlich geringer ausfallen dürfte.

Bei einer ersten Ausfahrt zeigte der vermutlich ab Oktober erhältliche Stromer keine auffallenden Schwächen. Das Vorserienmodell war zudem schon gut verarbeitet, nichts rappelte oder knisterte. Ein regeneratives Bremssystem soll die Batterie beim Bremsen oder während des Ausrollens etwa vor einer roten Ampel nachladen. Das klappt ziemlich gut und war spür- bzw. nachvollziehbar.  

Um den Soul EV von den normalen Schwestermodellen der zweiten Generation auch optisch abzugrenzen, verfügt der Strom-Kasten über andere Stoßfänger vorne und hinten, spezielle 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, einen neuen Grill und vor allem über eine auffällige Zweifarblackierung, unser Fahrzeug etwa war weiß lackiert, das Dach in einem lichten Blau abgesetzt. Sehr stylish, wer so durch die Innenstadt schwebt, hat sein Publikum sicher.

Innen setzt sich die Zweifarbigkeit fort, zudem gibt es ein spezielles OLED-Display und die Kunststoffe sind softer gestaltet, ohne allerdings wirklich soft zu sein. Sie wirken sogar ein wenig zu kratzempfindlich. Allerdings muss man fairerweise sagen: Unter den derzeit erhältlichen Elektroautos gehört dieser Innenraum noch zu den hochwertigeren. Der kommende – und auch teurere - E-Golf wird da sicher einen anderen Maßstab setzen.

Ob der Soul EV ab Herbst seine Käufer finden wird, hängt natürlich entscheidend vom Preis ab. Der darf eigentlich nicht zu weit von einem Nissan Leaf oder einem Renault Zoe entfernt sein. Der Koreaner bietet zwar großzügigen Platz, Reichweite und Fahrleistungen sind aber mit den Wettbewerbern vergleichbar. Ein Leaf startet mit Batterie in der Basisversion bei rund 30.000 Euro. Wir sagen mal: Mehr als 32.000 Euro sollte der gut ausgestattete Elektro-Soul nicht kosten.


Kia Soul EV – Technische Daten:
Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktvan; Länge: 4,14 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,60 Meter, Radstand: 2,75 Meter
Elektromotor, 81,4 kW/111 kW, Drehmoment: 285 Nm, 0-100 km/h: ca. 12 s, Vmax: 145 km/h,
Batterie: Lithium-Ionen-Polymer, Kapazität: 27 kWh, Ladezeit: 5 – 24 Std. (120V / 240 V), 80 % Ladung in 25 Minuten an Schnellladestation, Reichweite: ca. 200 Kilometer
Sonstiges: 7 Jahre Garantie bis 150.000 Kilometer inkl. Batterie
Preis: keine Angabe
Marktstart: vermutlich Oktober 2014
 

Alle reden über Elektroautos, dabei ist das Angebot tatsächlich noch recht schmal. Ab Herbst steigt nun Kia in die reine E-Mobilität ein. Und die Koreaner nehmen das Thema sehr ernst und wollen vor allem in Sachen Batterietechnologie direkt ganz vorne mitfahren. Das ausgewählte Fahrzeug zumindest scheint als Stromer geradezu prädestiniert zu sein.

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Fazit
Alle reden über Elektroautos, dabei ist das Angebot tatsächlich noch recht schmal. Ab Herbst steigt nun Kia in die reine E-Mobilität ein. Und die Koreaner nehmen das Thema sehr ernst und wollen vor allem in Sachen Batterietechnologie direkt ganz vorne mitfahren. Das ausgewählte Fahrzeug zumindest scheint als Stromer geradezu prädestiniert zu sein.

Quelle: Autoplenum, 2014-02-24

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