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Testbericht

20. Mai 2005
Bensberg, 20. Mai 2005 – Nicht weniger als 2.000 Euro Rabatt gewährt Citroën derzeit für den Kleinwagen C2. Ohne Beschränkung auf einzelne Ausstattungen oder Motoren, ohne Haken und Ösen, einfach so: 2.000 Euro. Das Einstiegsmodell kostet damit nicht mehr 10.990 sondern nur noch 8.990 Euro. Das sind gerade mal 600 Euro mehr als der Einstiegspreis für den kleinen Bruder C1. Damit erscheint der C2 enorm günstig, oder? Diese Frage stellten wir uns und nahmen den C2 in der Dieselversion unter die Lupe. 24 Zentimeter länger als der C1 Der C2 liegt mit 3,67 Metern Länge etwa in der Mitte zwischen C1 und C3. Er ist stolze 24 Zentimeter länger als der C1 und basiert auf derselben Plattform wie der C3; dagegen ist der C1 eine Neuentwicklung unter der Federführung von Toyota. Ein weiterer Unterschied: Den C1 wird es als Drei- und Fünftürer geben; dagegen ist der C2 ausschließlich mit drei Türen verfügbar. Während es beim C1 nur zwei Antriebe geben soll, stehen beim größeren Modell vier Motorisierungen zur Auswahl. Dies sind drei Benziner mit 60, 73 und 122 Pferdestärken sowie der von uns getestete 1,4-Liter-Turbodiesel mit 68 PS und Common-Rail-Einspritzung. Im C2 hält der Selbstzünder die strenge Euro-4-Abgasnorm ein; ein Diesel-Partikelfilter ist jedoch nicht verfügbar. Bremsendes Sensodrive-Getriebe Unser Testfahrzeug war mit dem automatisierten Schaltgetriebe Sensodrive ausgestattet. Damit spurtet der kleine Stadtflitzer in 16,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Mit der 500 Euro günstigeren Fünfgang-Schaltung erreicht das Auto die Landstraßengeschwindigkeit fast zwei Sekunden schneller. Der Verbrauch ist mit 4,2 beziehungsweise 4,3 Litern auf 100 Kilometer beinahe identisch.

Praktische Schaltwippen Ein Vorzug des Sensodrive-Getriebes sind die praktischen Schaltwippen am Lenkrad. Wer nicht selber schalten will, kann dies auch einfach der Automatik überlassen. Ein Nachteil des automatisierten Getriebes sind die Zugkraftunterbrechungen, die sich beim Schalten ergeben. Nichts für sportliche Eskapaden Alles in allem wirkt der C2 mit der getesteten Motor-Getriebe-Kombination nicht eben flott. In der Stadt kommt man damit aus, aber sportliche Eskapaden sind nicht drin. Dafür hört sich der Antrieb im Leerlauf und bei niedrigen Drehzahlen nicht dieselartig an. Schon ab 3.000 U/min wird der Sound allerdings dumpf und laut. Auch das Fahrwerk eignet sich nicht für die rasche Gangart. Es neigt sich in der Kurve deutlich nach außen. Bei Unebenheiten im Fahrbahnbelag bekommt man die harte Federung zu spüren. Poppige Farbflächen Im Inneren sieht der C2 nett aus: Dazu tragen besonders die poppigen Farbelemente bei, die Serie ab der Ausstattung Confort sind. Die Instrumente wurden vom C3 übernommen; sie erinnern vom Design her ein wenig an eine Küchenwaage aus Kunststoff. Im Fond ist Platz für zwei Passagiere, die zwar ausreichend Beinfreiheit, aber zu wenig Kopffreiheit haben. In der Basisversion hat der C2 eine konventionell umklappbare Rückbank. In den höheren Versionen lassen sich die Möbel in Fahrtrichtung verschieben. Außerdem kann man die Lehnen nach vorn klappen und dann die Sitze mit einem Handgriff in die Senkrechte bringen. Gut hier: Gasdruckfedern halten die Sitze in dieser Position, eine manuelle Arretierung ist nicht nötig. Ein Nachteil ist, dass das Wickeln nur klappt, wenn die vorderen Passagiere klein sind oder weiter nach vorne rücken als sie es sonst tun würden.

Kofferraum mit unkonventioneller Klappe Eine Besonderheit des C2 ist die zweigeteilte Hecktür: Das Heckfenster lässt sich nach oben, der untere Part nach unten klappen. So kann man den Kofferraum auch in engen Parklücken noch erreichen. Ins Gepäckabteil passen 166 bis 879 Liter. Diese Volumina passen zur Gesamtgröße des Fahrzeugs. Der deutlich kleinere C1 packt mit 139 bis 712 Liter auch weniger ein, der etwa gleich große Ford Ka mit 186 bis 724 Liter in etwa gleich viel. Ab 10.690 Euro Die Preise für den 1.4 HDi beginnen – nach Abzug des Aktionsrabatts von 2.000 Euro – bei 10.690 Euro. Dafür erhält man allerdings nur ein kärglich ausgestattetes Auto. So muss man die Fenster manuell kurbeln und kann die Sitze nicht wickeln. Die Sicherheitsausstattung ist jedoch mit vier Airbags und ABS schon ganz ordentlich. Ein ESP ist allerdings nur für den 1.4 HDi mit Sensodrive erhältlich, nicht für die Version mit normaler Schaltung. Mit Sensodrive-Getriebe gibt es nur die Ausstattung VTR Plus. Diese Version kostet stolze 13.990 Euro, wenn man den Rabatt berücksichtigt. Vergleich mit Benziner Lohnt sich der Diesel im Vergleich zum Benziner? Wir rechnen die höheren Anschaffungskosten gegen die niedrigeren Ausgaben für Sprit: Der Selbstzünder kostet 900 Euro mehr als die Version mit Ottoaggregat und vergleichbarer Leistung. Die Schaltversionen verbrauchen 6,1 Liter Super beziehungsweise 4,2 Liter Diesel. Damit kosten 100 Kilometer beim Diesel etwa 2,97 Euro weniger als beim Benziner. So hat sich der 1.4 HDi nach etwas mehr als 30.000 Kilometern schon amortisiert.
Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Automatisiertes Fünfgang-Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung
Hubraum:1.398
Anzahl Ventile:8
Anzahl Zylinder:4
Leistung:50 kW (68 PS) bei UPM
Drehmoment:160 Nm bei 2.000 UPM
Preis
Neupreis: 10.690 € (Stand: Mai 2005)
Fazit
Der 1,4-Liter-Diesel ist nicht eben ein besonders flotter Antrieb für den rund 1,1 Tonnen schweren C2, und das Sensodrive-Getriebe macht das Auto noch langsamer. Das Fahrwerk ist ebenfalls kein Ruhmesblatt für Citroën, und das Sitzkonzept überzeugt nicht vollständig. Auf der Positivseite steht das Design – es gibt wenig Kleinwagen, die so gut aussehen wie der C2. Und natürlich der Preis, denn mit dem aktuellen 2.000-Euro-Rabatt wird der C2 zum Schnäppchen. Das zeigt vor allem der Vergleich mit dem nur 600 Euro billigeren C1, der eine Klasse niedriger rangiert und ohne Servolenkung auskommen muss. Die Verkaufszahlen für den C2 sind denn auch gut: Im Jahr 2004 wurden in Deutschland knapp 13.000 Stück neu zugelassen. Damit ist der Kleine das am häufigsten verkaufte Modell von Citroën. (sl)

Quelle: auto-news, 2005-05-20

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