Chevrolet startet in die Golf-Klasse
Testbericht
Chevrolet will jetzt in der heiß umkämpften Golf-Klasse mitmischen und schickt den Cruze als Fließheckmodell ins Rennen. Bislang wurde ausschließlich die klassische Stufenheck-Limousine angeboten, die in Deutschland nur mit mäßigem Erfolg Käufer findet. Eigentlich ist es kein Geheimnis mehr, dass in diesem beliebten Segment das Stufenheck ein Außenseiter ist. Fakt ist, dass über 60 Prozent der Kompaktwagen mit Fließheck im Stil des Bestsellers VW Golf verkauft werden. Klar, dass Chevrolet in Deutschland nicht länger ein Außenseiter sein möchte und mit dem Cruze Fließheck um höhere Marktanteile kämpft. Hier trifft der Cruze auch auf seinen Bruder Opel Astra aus dem General Motors Konzern, mit dem er technisch stark verwandt ist.
Neben dem typischen zweigeteilten Chevy-Kühlergrill ist das markante Designmerkmal sicher seine fließende, gewölbte Dachlinie und seine ansteigende Gürtellinie. So wirkt das 4,50 Meter lange Cruze Fließheck insgesamt dynamischer als der konventionelle Bruder. Mit der Stufenheck hatten die Chevrolet-Designer eine gute Arbeitsgrundlage um ein ansprechendes Fließheckmodell auf die Straße zubringen. Mit seiner Fahrzeugbreite von 1,80 Meter steht der Cruze stämmig auf der Straße. Die kurzen Überhänge an der Front und am Heck unterstreichen die dynamische Optik.
Das Design des Cruze Fließheck ist relativ klar gestaltet, ohne Schnörkel und unschönen Kanten. Ein gutes Beispiel hierfür ist auch die gewölbte Schulterlinie: Sie läuft seitlich entlang der Karosserie bis zu den Heckleuchten und findet schließlich einen harmonischen Anschluss an der Heckklappe. Das Ziel war, dem Cruze einen sportlichen, coupéartigen Look zu verleihen, ohne dabei die in dieser Klasse so wichtigen Funktionalität aus den Augen zu verlieren. Dies ist den Chevrolet-Designer gut gelungen, ohne dabei ein allzu modisches Kompaktauto anzubieten. Insgesamt wirkt der Cruze Fließheck harmonisch und kann im Kreise seiner Wettbewerber locker mithalten. Wenn auch nicht der VW Golf, Opel Astra oder Ford Focus die direkten Konkurrenten sind, so will der kompakte Chevy eher den japanischen und koreanischen Anbietern Kunden abnehmen.
Fakt ist, dass der Cruze mit seiner praktischen Heckklappe einen geräumigen Innenraum bietet, der in dieser Klasse nicht immer selbstverständlich ist. Hierdurch wird mit seinen flexiblen Rücksitzen auch das Verstauen sperriger Gegenstände ermöglicht. Die Kopffreiheit im Fond ist im Vergleich zur Limousine sogar etwas großzügiger, zwei Mitreisende fühlen sich hier wohl. Das Volumen des Kofferraums beträgt 413 Liter, wird die Rücksitzbank (40:60 Aufteilung) umgeklappt, ergibt sich ein Ladevolumen von bis zu 883 Liter. Die leichte Neigung der Heckklappe mit schrägen Fenstern macht den Zugang zum Kofferraum bequem möglich.
Chevrolet bietet zwei konventionelle Vierzylinder-Benzinmotoren mit 1,6-Liter Hubraum (124 PS/91 kW) und 1,8-Liter (141 PS/104 kW). Der Turbodiesel leistet aus 2,0-Liter Hubraum 163 PS (120 kW). Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsganggetriebe oder ein Automatikgetriebe. Neben der Basisausstattung LS (14.990 Euro) ist die Ausstattung LT (ab 17.990 Euro) empfehlenswert. Hier gehören neben ABS, ESP, Traktionskontrolle, sechs Airbags, verstellbaren Kopfstützen, Isofix-Kindersitzbefestigung, auch Nebelscheinwerfer, Einparkhilfe und eine Klimaanlage zum Lieferumfang. Die Topline LTZ ist ab 20.700 Euro zu haben. Das Automatikgetriebe kostet 1.400 Euro Aufpreis. Dass Chevrolet mit dem Cruze in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft sehr sportlich unterwegs ist und im Motorsport schon viele Siege eingefahren hat, merkt man an der Abstimmung des Fahrwerks, das keine Kritik zufürchten hat. Nur die Servolenkung könnte etwa zielgenauer arbeiten. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)





























