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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 3. April 2013
Chevrolet kehrt zurück zu seinen Wurzeln und bringt mit dem Z/28 wieder ein besonders sportliches Modell seines Camaro auf die Straße.

Lang, lang ist es her. 1982 wurde der Camaro Z/28 von der Zeitschrift "Motortrend" zum Auto des Jahres gewählt. Aus gutem Grund: Die Camaros mit diesem Kürzel waren schon in der ersten Generation die besonders sportlichen und fahraktiven Modelle des ohnehin kaum untermotorisierten Amerikaners. Die erste Version wurde 1967 gebaut, um in der amerikanischen Trans-Am 2-Sportwagen-Serie um Siege zu fahren. Obwohl diese Modelle weder eine Automatik noch eine Klimaanlage hatten, wurden sie von Sportwagen-Enthusiasten gefeiert und gekauft. Kurz: Für Amerikaner ist das Kürzel Z/28, das, was für die hiesigen Sportwagenfahrer die Zahl 911 ist - eine Ikone.

Jetzt, 45 Jahre nach der Premiere, besinnt sich Chevrolet seiner Tradition und spendiert der Fan-Gemeinde wieder einen langerwarteten Z/28. Das geht schon mit dem Motor los. Der V8 LS7-Motor wurde zusammen mit den Corvette-Renningenieuren entwickelt und feierte in der Corvette Z06 Premiere. Im Camaro Z/28 bringt das Aggregat 507 PS und ein maximales Drehmoment von 637 Newtonmeter auf den Asphalt. Der rote Drehzahlbereich beginnt bei 7.000 U/min.

Damit diese Kraft auch in Vorwärts- und Kurvengeschwindigkeit umgewandelt wird, ist auch ein adäquates Fahrwerk nötig. "Wir haben etwa 200 Änderungen vorgenommen", sagt Z/28-Entwickler Mark Stielow. Als eines der ersten Autos ist der Camaro Z/28 mit sogenannten "Spool-Valve-Dämpfern" ausgestattet. Diese Dämpfer federn reagieren abhängig von der Geschwindigkeit und können vierfach eingestellt werden. Weitere Modifikationen beinhalteten größere Stabilisatoren, härtere Federn und steifere Fahrwerkslager. So sind Kurvengeschwindigkeiten von bis zu 1,05 g möglich. Dank der kräftig zupackenden Brembo-Carbon-Keramik-Bremsen verzögert der Camaro Z/28 mit 1,5 g.

Geschalten wir, wie beim Urahnen manuell, allerdings, wie heutzutage üblich, mit einem Sechsganggetriebe. Das Sperrdifferential an der Hinterachse arbeitet mit dem "Chevrolet Track Performance-System" zusammen. Diese Eigenentwicklung der GM-Tochter erlaubt es den Fahrer, das Eingreifen der Elektronik dem eigenen Können anzupassen.

Der Camaro Z/28 ist um 136 Kilogramm leichter als der ZL1. "Wir haben jedes Teil in die Hand genommen, um Gewicht zu sparen. Unser Ziel war es alles loszuwerden, was das Auto nicht schneller macht und nicht von Gesetzwegen erforderlich ist", erklärt Chefentwickler Al Oppenheiser. Wie radikal die Ingenieure vorgingen, zeigt die Tatsache, dass sie die gesamte Stereoanlage hinauswerfen wollten, allerdings musste ein Lautsprecher für die Warntöne im Auto bleiben. Ansätze zur Gewichtsreduzierung gab es genug: Das fängt beim Dämm-Material an, geht bei den nicht vorhandenen Teppichen im Kofferraum weiter und hört bei dünneren Scheiben auf. Mission erfüllt: Der Z/28 war bei ersten Tests auf der Rennstrecke drei Sekunden schneller als der Camaro ZL1.

Der Camaro Z/28 macht nicht auf Understatement. Kann er mit den großen Lufteinlässen bei der Frontschürze und der auffälligen Hutze auf der Motorhaube, die aus Kühlungszwecken benötigt wird, auch gar nicht. Diese Anbauten sind auf Effizienz getrimmt, sollen Abtrieb generieren und das Fahrzeug auch bei hohen Geschwindigkeiten stabil halten. Die Flügel an der Front werden durch einen glatten Unterboden ergänzt, der mit einem Diffusor endet. Außerdem sorgen Radlaufverkleidungen, speziell geformte Seitenschweller und ein großer Heckspoiler für Abtrieb.

Das Interieur ist ähnlich puristisch, wie der Rest des Autos. Eine Klimaanlage wird nur auf Wunsch eingebaut. Die beiden Recaro-Sitze müssen von Hand verstellt werden und bei den Hintersitzen sparte man an Dämmmaterial. Eine Durchreiche zum Kofferraum fehlt ganz. Die Camaro-Fans müssen sich aber noch bis zum Frühjahr 2014 gedulden, ehe der Z/28 zu haben sein wird. Ob der Super-Camaro auch nach Europa kommt, steht noch nicht fest.
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Quelle: Autoplenum, 2013-04-03

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