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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 26. März 2013
Der neue Cadillac CTS ist leichter, fahrdynamischer und moderner ausgestattet als je zuvor. Haben die Amerikaner eine Chance, in der von deutschen Herstellern dominierten oberen Mittelklasse, erfolgreich zu sein?

In Detroit geht man wieder mit stolzgeschwellter Brust durch die automobile Welt. Vergessen ist die Untergangsstimmung der Jahre 2008 und 2009. Also hat Cadillac mit dem neuen CTS die obere Mittelklasse im Visier. Doch gerade in diesem Segment gibt es mit dem Audi A6, dem BMW 5er, der dieses Jahr eine Modellüberarbeitung bekommt und der Mercedes E-Klasse, die das umfassende Facelift bereite erhalten hat, starke Konkurrenz.

Um gegen diese Wettbewerber überhaupt einen Blumentopf zu gewinnen, muss man vor allem fahrdynamisch einiges bieten. Mit der Straßenkreuzer-Attitüde längst vergangener Zeiten ist es nicht getan. Das hat man auch bei GM erkannt: Der CTS teilt sich die Architektur mit dem BMW 3er- und A4-Konkurrenten ATS, der bei ersten Testfahrten seine Agilität bereits unter Beweis stellte. Mit einem Leergewicht von 1.633 Kilogramm hat der CTS sieben Prozent gegenüber dem Vorgänger abgespeckt.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Ingenieure dem CTS, als erstes GM-Serienmodell überhaupt, Aluminium-Türen spendiert. Dank dieser Diät ist der Ami im Bereich des 528i der inklusive Fahrer und Gepäck 1685 Kilogramm wiegt sowie des Audi A6 2,8 FSI, der es auf 1.645 Kilogramm bringt. Die Leichtbau-Maßnahmen gehen noch weiter: Eine Alu-Motorhaube und Karosserieteile aus hochfesten Stählen und Magnesium (zum Beispiel Motorträger) sind ebenfalls verbaut. Ein wichtiger Effekt ist auch, dass die Karosserie deutlich steifer ist, als beim Vorgänger.

Damit der CTS auch fahrdynamisch mithalten kann, ist die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse fast bei idealen 50:50. Der Motor ist Vergleich zum kürzeren ATS drei Zentimeter weiter vorne eingebaut, was die Balance begünstigt. Zumal der CTS mit 4,97 Metern 12,7 Zentimeter länger ist, als der Vorgänger: Der Radstand ist um drei Zentimeter gewachsen und das Dach ist 2,5 Zentimeter tiefer. Damit dürfte der Cadillac ruhiger auf der Straße liegen und im Handling neutraler sein. Eine Fünflenker-Hinterachse und eine Mehrlenker-Doppelgelenk-MacPherson-Vorderachse sorgen für gute Traktion.

Doch ohne genug Kraft ist das alles brotlose Ingenieurs-Kunst. Keine Sorge, der neue 3,6l-V6-Twin-Turbo-Motor im Top-Modell Cadillac CTS Vsport hat mit 420 PS und einem Drehmoment von 583 Newtonmeter genug Kraft, um mit den schnellsten Vertretern der oberen Mittelklasse mitzuhalten. Wer nicht ganz so ambitioniert unterwegs sein will, ist mit dem Zwei-Liter-Vierzylinder (272 PS) und dem gedrosselten 3,6-Liter-Triebwerk mit 321 PS sicher ausreichend motorisiert. Auch die Schaltvorgänge sind geschmeidiger als bisher. Zum ersten Mal kommt bei CTS eine Achtgang-Automatik zum Einsatz.

Ansonsten haben die Cadillac-Ingenieure den CTS mit einigen Schmankerln ausgestattet. Serienmäßig sind Brembo Bremsen. Das Fahrwerk mit variablen Dämpfern und verschiedenen Fahrmodi sind ebenso optional wie der Allradantrieb. Bei aller Sportlichkeit soll es dem (amerikanischen) Fahrer im Innenraum an nichts mangeln. Deswegen wurde auf die Geräuschreduzierung großen Wert gelegt. Zentrales Element ist ein 12,3-Zoll-LCD-Bildschirm, auf dem die Insassen alle relevanten Informationen abrufen können. Ein Head-Up-Display ist gegen Aufpreis erhältlich. Auch bei den Assistenzsystemen hat GM und damit auch Cadillac endlich aufgeholt: Deswegen dürfen sich CTS-Fahrer nun unter anderem über einen adaptiven Tempomaten, Spurassistenten und einen toten Winkel-Warner freuen, sofern sie das Kreuz auf der Aufpreisliste machen.

Also dürfte der Wettbewerb in der oberen Mittelklasse noch etwas spannender werden, zumal der CTS mit seinem kantigen Design und den schmalen Frontscheinwerfern durchaus ein Hingucker ist.
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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2013-03-26

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