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Testbericht

16. Juli 2015

Tiefstapeln ist eigentlich nur selten die Aufgabe von Presseabteilungen der Automobilhersteller. Normalerweise verdient selbst eine neue Radkappe eine fulminante Ankündigung samt entsprechender Pressemappe. Doch im Fall des neuen BMW X1 ist das anders. Nicht nur, dass die Bayern den bislang höchst erfolgreichen Einstiegs-SUV erst am zweiten Tag der Fahrveranstaltung von der Leine lassen, auch über den komplett neuen Unterbau verliert man kaum ein Wort.

Kennen wir uns: Der neue BMW X1 sieht aus, als wäre er seinem Vorgänge aus dem Gesicht geschnitten.

Alles auf Anfang
Dabei handelt es sich bei dem neuen BMW X1 um ein wirklich komplett neues Auto. Zwar kommt man auf den ersten Blick nicht sofort drauf, zu sehr ähnelt sich das Design des zweiten Aufguss dem seines Vorgängers. Doch, wer mühevoll die Pressemappe studiert, entdeckt, dass man in München keinen Stein auf dem anderen ließ. Das beginnt bei der Einbaulage des Motors, die vom ehemaligen Längseinbau nun auf den Quereinbau wechselte, geht über die Fahrwerkstechnik und hört noch lange nicht bei der komplett neuen Elektrik auf. Kurz: BMW hat beim X1 die Fesseln der 3er BMW Herkunft abgestreift und das Auto auf die Basis der kleineren 1er bzw. Tourer Familie gesetzt.

Der kommt quer: Im BMW X1 liegen die Aggregate von nun an quer im Bug.

Keine halben Sachen
Das wird vor allem deutlich, wenn man sich die Motorenauswahl anschaut. Denn im X1 des Jahrgangs 2016 dürfen es nun auch gerne Dreizylinder sein. Die zwar mit Turbo aber, seien wir ehrlich, so richtig gewöhnt hat man sich an die krummen Brummer im Bug eines BMW noch nicht. Zur ersten Ausfahrt greifen wir daher lieber zum Vierzylinder, ebenfalls mit Turbo. Der Top-Benziner mit der etwas umständlichen Bezeichnung X1 xDrive25i liefert aus seinen 2,0 Liter Hubraum dank Abgasturboaufladung 231 PS und verwöhnt den Rücken mit einem Drehmoment von immerhin 350 Newtonmetern. Dass diese Werte nicht nur theoretischer Natur sind, wird gleich am ersten Berg deutlich. Der X1 legt los, als hätte er einen stämmigen 3,0 Liter Sechszylinder im Bug, verhaspelt sich nicht in seiner Achtgang Automatik und gönnt den Reifen dank seinem variablen Allradantrieb kaum etwas Schlupf. Dieser Antrieb beantwortet die Frage nach dem fehlenden Sechszylinder perfekt: Man braucht ihn nicht. Auch nicht, wenn es darum geht, schnell und entspannt auf der Autobahn unterwegs zu sein. Denn auch dann kann der Vierzylinder punkten. Ohne störende Frequenzen schwingt er sich zu höheren Drehzahlen auf, lässt das Getriebe auch mal zurückschalten und hält, wenn die Bahn frei ist, die Spitze von 235 km/h. Wer mehr will, sollte das Angebot der Lufthansa studieren, denn für die Straße langt das Temperament des X1 xDrive 25i.

Danke, das genügt
Freude kommt aber nicht nur in Sachen Fahrdynamik auf, sondern auch, wenn es um die Vielseitigkeit des Innenraums geht. Der neue X1 ist innen etwas größer, als sein Vorgänger, etwas variabler und deutlich besser verarbeitet. Speziell bei den Oberflächen hat BMW das Auto verbessert und man hat eigentlich nicht das Gefühl, in dem Billigmodell der Marke zu sitzen. Wer mag, kann dem Standardlook natürlich durch allerlei Options Chichi auf die Sprünge helfen, notwendig ist das aber nicht.

Edle Sache: Mit etwas Geschick wird aus dem BMW X1 ein echtes Designstück.

Interessanter dürften dagegen die technischen Gimmicks sein, die BMW nun auch für den X1 anbietet. Nahezu alle denkbaren Assistenz- und Entertainmentsysteme sind lieferbar, von denen vor allem der BMW eigene Concierge Service erwähnenswert ist. Er ist so etwas wie der gute Geist in jedem BMW, hilft er doch mit Restaurantreservierungen, Auskünften und guten Ratschlägen weiter. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut, und selbst wenn die Einspielung der Standortdaten der nächsten Bankfiliale in das Navigationssystem ein wenig dauert, ist es ein Service, der das Leben mit dem BMW angenehm macht. Das ist auch die Aufgabe des elektronisch geregelten Fahrwerks samt Lenkung, die das Dasein des BMW von der braven Familienkutsche hin zum dynamischen Sportgerät auf Knopfdruck verändern können. So animiert lenkt der BMW X1 xDrive 25i im Sport Modus noch mal präziser ein, pfeilt noch gezielter ums Eck und lässt sich selbst auf winkligen Landstraßen dritter Ordnung nicht aus der Ruhe bringen. Immer mit dabei – sein elektronisch geregelter Allrad, der für genug Traktion sorgt. Der gehört beim Topmodell zum Serientrim, während für die Modelle mit weniger Leistung auch ein Frontantrieb erhältlich ist.

Was kostet der Spaß?
Neues Konzept, neuer Look und viel neue Technik – das wird nicht billig, schon gar nicht bei BMW. Und richtig. War das Vormodell schon eher für die gut situierte Klientel bestimmt, ist auch der neue X1 kein Schnäppchen. Doch BMW kann es sich leisten, hoch zu pokern, denn bislang war das Auto erklärter Liebling der Finanz starken silver Ager, denen das Wohlgefühl im kleinen BMW SUV eine Stange Geld wert war. Im Falle des BMW X1 xDrive 25i sollten grundsätzlich 42.500 Euro auf dem Konto sein. Mit ein wenig Leder, etwas aus dem Assistenz Katalog und der einen oder anderen Funktionsausstattung sind 50.000 Euro schnell erreicht. Ein Preis bei dem die Tatsache, dass es BMW gelungen ist, den Verbrauch abermals zu reduzieren, wohl kaum das ausschlaggebende Argument sein dürfte.

Pro: Hochwertige Verarbeitung, gutes Raumkonzept, hoher Individualisierungsgrad, geringer Verbrauch, voraussichtlich geringer Wertverlust.
Contra: Hoher Einstandspreis, schmale Sportsitze, teure Sonderausstattungen, nur zwei Jahre Garantie.

Technische Daten BMW X1 xDrive25i

Maße und Gewichte  - 
Länge / Breite / Höhe 4.439 / 1.821 / 1.598
Radstand 2,67 m
Wendekreis 11,4 m
Leergewicht ab 1.540 kg
Zuladung 600 kg
Anhängelast (gebr./12 %) 2.000 kg
Kofferraumvolumen 505-1.550 l
Tankinhalt 61 l

Benziner xDrive25i

2,0: Leistung: 170kW/231 PS; max. Drehmoment 350 Nm bei 1.250-4.500/min.
0-100 km/h in 9,1 Sek.; Spitze 235 km/h; Verbrauch 6,4l S/100 km;
CO2-Ausstoß aus Kraftstoff (Werksangabe) 149 g/km
ab € 42.500,-  (8-Gang Steptronic Getriebe)

 

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Testwertung
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