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Testbericht

Susanne Kilimann, 10. Februar 2011
Automobile BMW-Neuheiten sucht man auf dem Genfer Automobil nahezu vergeblich. Dafür wollen sich die umtriebigen Bayern mit der Roadsterstudie Vision Connected Drive in Szene setzen.

Sowohl das Design des Roadsters als auch die Technologie an Bord zeigen, wohin die Autoreise geht. Das Konzeptfahrzeug Vision Connected präsentiert sich – mit Infotainment hochgerüstet – als integraler Bestandteil einer vernetzten Lebenswelt. Rein äußerlich ist Vision ein knackiger Zweisitzer mit üppigem Radstand und einer langen Motorhaube, die fließend in die Windschutzscheibe übergeht. Obligatorisch sind bei der Technologiestudie kraftvoll gespannten Flächen und markante Linien. Verschiedene Bauteile der Karosserie erfüllen dabei gleich mehrere Funktionen. So hat man in Scheinwerfer und Heckleuchten Sensoren integriert, mit denen das Auto das Verkehrsgeschehen in seiner Umgebung beobachten kann. Statt gewöhnlicher Außenspiegel hat BMWs Vision Antennen an den Flanken, die sowohl Daten zu Position und Kurs des Fahrzeugs nach außen senden als auch Daten für die Navigation empfangen.

Innen werden die verschiedenen Funktionsbereiche von BMW Connected Drive – Komfort, Sicherheit und Infotainment – auf drei Bedienebenen dargestellt. Der für alle Funktionsbereiche elementare Informations- und Datenaustausch wird durch eine futuristisch anmutende Licht- und Messeinszenierung visualisiert. Zu den technischen Neuerungen im Bereich der Anzeige- und Bedienkonzepte, die BMW mit Hilfe des Konzeptroadsters vorführen will, gehört ein erweitertes Head-Up-Display, das mit dreidimensionalen Darstellungen von Informationen und Symbolen für eine optische Verschmelzung des realen Straßenbilds mit virtuellen Inhalten sorgt. „Augmented Reality“ nennt BMW die neue Art der Informationsdarstellung, bei der Hinweise zur Routenführung dorthin projiziert werden, wo sich die Möglichkeit zum Abbiegen in Relation zum aktuellen Sichtfeld befindet. Zusätzlich verfügt Vision Connected Drive über ein frei programmierbares Instrumentenkombi, dessen Anzeigen die Einblendungen im Head-Up-Display ergänzen. Sein Funktionsumfang soll dabei weit über die Darstellungsmöglichkeiten klassischer Cockpit-Instrumente hinausgehen.

Damit der Beifahrer angesichts der Fülle von Kommunikationsmöglichkeiten nicht nur passiv und neidvoll neben dem automobilen Chefsessel sitzt, bekommt er diverse Möglichkeiten, medial mitzumischen. Über das Passenger Information Display kann er unter anderem online empfangene Informationen oder Adressangaben für die Zielführung des Navigationssystems auswerten und bei Bedarf an das Instrumentenkombi des Fahrers weiterleiten. Auf diese Weise sollen sowohl die Interaktion zwischen Fahrer und Beifahrer als auch die Vernetzung mit der Umgebung eine neue Dimension erreichen. Der Copilot genießt so das erhebende Gefühl, dass er zwischen Startpunkt und Ziel mehr zu melden hat, als den Wunsch nach einem Raststättenstopp. Für eine vielfältigere und individuell abgestimmte Informationsauswahl soll auf künftigen Autofahrten der „Emotional Browser“ sorgen. Während der Fahrt liefert er Informationen über die aktuell bereiste Umgebung. Dabei filtert das System die Fülle der Daten und Fakten je nach aktiviertem Nutzerprofil und eingegebener Stimmungslage. Dem entspannten, kulturinteressierten Urlauber wird der Zukunfts-Browser ganz andere Infos unterbreiten, als der Businesslady, die unter Termindruck steht.

Ebenfalls im Messegepäck der Bayern ist ein 1er Coupé. Das läuft unter dem Namen ActiveE und ist ein weiterer Erprobungsträger für künftige Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb. Mit einer Leistung von 125 kW/170 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern beschleunigt der Elektro-Einser in neun Sekunden von null auf 100 km/h. Der neuentwickelte Lithium-Ionen-Akku soll im Alltagsbetrieb Reichweiten von 160 Kilometern ermöglichen. Dass auch die Evolution der Verbrennungsmotoren noch lange nicht abgeschlossen ist, will BMW in Genf mit dem 320d Efficient Dynamics Edition Touring zeigen. Das 120 kW/163 PS starke Vierzylinder-Dieseltriebwerk beschleunigt in 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h und kommt im EU-Testzyklus auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern je 100 Kilometer.
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Quelle: Autoplenum, 2011-02-10

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