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Testbericht

27. Juni 2013
München, 27. Juni 2013 - Der BMW 5er kam erstmals 1972 auf den Markt und ist nun schon in seiner sechsten Generation unterwegs. In der aktuellen Auflage erschien 2009 zuerst der Reisewagen namens Gran Turismo, 2010 folgten die Limousine und der Touring genannte Kombi. Seither wurden über eine Million Fahrzeuge verkauft. In Deutschlands Verkaufshitparade steht das Business-Modell zurzeit an der Spitze der oberen Mittelklasse: Von Januar bis Mai 2013 wurden 19.285 der großen Münchner neu zugelassen, die Konkurrenz schafft es mit 16.990 Audi A6/A7 und 13.890 Mercedes E-Klassen nur auf die Plätze zwei und drei. Jetzt mussten alle Fünfer-Versionen unters Messer und wurden für die zweite Halbzeit des Modellzyklus fit gemacht. 530d Limousine: Von unten raus viel Druck Wir haben die überarbeitete Limousine als 530d mit 258 PS starkem Dieselmotor getestet. Der laufruhige und leise Reihensechszylinder ist eine gute Wahl für den Fünfer, denn schon aus dem Drehzahlkeller beschleunigt er den Münchner wunderbar druckvoll. Schon bei 1.500 Touren wummert das maximale Drehmoment von 560 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, das lässt den 5er richtig abziehen. Bereits ab Werk ist der Selbstzünder mit einer Achtgang-Automatik verknüpft, die ihre Stufen sehr sanft wechselt und nur bei Vollgassprints merklich schaltet. Jetzt kann der 5er segeln Beim serienmäßigen Setup-System namens "Fahrerlebnisschalter" lassen sich auf Tastendruck Komponenten wie Lenkung, Gasannahme und in unserem Beispiel die Dämpfungshärte des optionalen adaptiven Fahrwerkes in den Stufen "Eco Pro", "Comfort", "Comfort+", "Sport", und "Sport+" einstellen. Wenn wie beim 530d eine Automatik schaltet, kann der 5er im Effizienz-Modus Eco Pro nun sogar segeln: Zwischen 50 und 160 km/h wird der Motor vom Antriebsstrang abgekoppelt, sobald man den Fuß vom Gas nimmt. So gleitet der BMW, nur vom Schwung beflügelt, Sprit sparend bis unter 50 km/h dahin. Das Wiederankoppeln des Motors ist fast nicht zu spüren.
Fahrwerk optimiert Den merklichsten Feinschliff hat die Fahrwerksabstimmung bekommen. Der Unterbau wurde noch einmal in Richtung Komfort getrimmt, ohne die dynamischen Eigenschaften zurückzunehmen. Der Unterschied fällt auf: Im Komfortmodus werden Querrillen und hervorstehende Kanaldeckel besser weggebügelt als beim Vorgänger. Im Sportmodus ist der 530d wie gehabt straff ausgelegt, bietet aber dennoch akzeptablen Federungskomfort. Für rasantere Etappen ist die vorkonfigurierte Sportabstimmung übrigens die beste Wahl: Wie wir das vom Fünfer gewöhnt sind, lässt sich der BMW auch dank der direkten Lenkung exakt um Kurven bringen, die Karosserie kommt dabei dank optionaler Wankkontrolle Dynamic Drive kaum ins Schaukeln. 518d als neuer Einstieg Alle Motoren des 5er erfüllen nun die Euro-6-Norm, außerdem wurde bei vielen die Verbrauchsschraube in Richtung Minus gedreht. So soll sich der 520d nur noch 4,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer genehmigen, so viel wie bis dato das spezielle Sparmodell 520d EfficientDynamics Edition. Und genauso viel schluckt auch der neue 518d, der nun den Einstieg in die Fünfer-Welt darstellt. Die Limousine mit dem 143-PS-Diesel kostet 39.900 Euro, der Kombi 42.400 Euro. Auch am oberen Ende der Palette tat sich viel: Der V8-Motor in den 550i-Versionen powert ab sofort mit 450 statt 407 PS. Er wird nach wie vor von zwei Turboladern (TwinPower) aufgeladen und verfügt über die Direkteinspritzung High Precision Injection, hat aber nun die vollvariable Ventilsteuerung Valvetronic dazubekommen. Laut BMW verbraucht der 550i jetzt 8,6 Liter Sprit, vorher waren es 10,4 Liter. Behutsames Facelift Beim Facelift der Karosserie sind die Designer sehr behutsam vorgegangen, bei Limousine und Touring musste noch nicht mal der Blechschneider ran. Vorn wurde bei allen Varianten die Schürze bearbeitet, hier teilen neue Zierleisten den unteren Lufteinlass optisch in drei Bereiche. Doch während man beim Hingucken nicht viel sieht, schaut es sich bei Nachtfahrten besser in die Dunkelheit: Die Scheinwerfer leuchten neuerdings schon ab Werk mit Xenon statt Halogen und wer will, kann adaptive LED-Scheinwerfer bestellen. Hinten sind die Änderungen vor allem an den Leuchten zu erkennen, deren LED-Lichtbänke neu strukturiert wurden.
5er GT: 60 Liter mehr Stauraum Am wohltuendsten fallen die Auffrischungsarbeiten beim 5er GT ins Auge, dessen Hintern endlich eine schnittigere Form bekommen hat. Dafür sind die Heckklappe nach hinten verlängert und einige Lichtkanten neu modelliert worden. Das Kofferabteil des Gran Turimo schluckt ab sofort 500 Liter Gepäck, das sind 60 Liter mehr als als bisher. Das Plus ergibt sich nicht nur durch die neue Klappe, sondern auch durch Modifikationen an der Innenverkleidung und etwas steilere Lehnen im Fond. Dort tun die Änderungen dem Sitzkomfort keinen Abbruch: Das geräumige Gästeabteil des GT vermittelt nach wie vor auf der bequemen Bank ein loungeartiges Sitzgefühl. Erstmals Ausstattungslinien: Luxury und Modern Ein weiteres Novum empfinden wir als besonders praktisch: Die Heckklappe kann mit einer Fußbewegung unter den Stoßfänger nicht nur geöffnet, sondern jetzt auch wieder geschlossen werden. Das System ist Bestandteil des schlüssellosen Komfortzugangs, der für jede Karosserievariante im Angebot ist. Zudem kann der Fünfer nun auch in den Ausstattungslinien "Modern" und "Luxury" bestellt werden. Die Luxury-Line bietet unter anderem glänzenden Chrom an Auspuffenden und anderen Exterieur-Teilen, eine Lederausstattung sowie Edelholzapplikationen. Die Modern-Line tritt beispielsweise mit matten Chrom im Außenbereich etwas dezenter auf. Stau- und Parkassistent ab November 2013 Der überarbeitete 5er wird ab dem 20. Juli 2013 bei den Händlern stehen. Doch noch bis zum Herbst 2013 müssen wir uns gedulden, bis weitere neue Features zu haben sind. Dazu gehört ein neuer Stauassistent, der Bestandteil des "Driving Assistant Plus" wird. Er bremst und beschleunigt nicht nur selbstständig, sondern hält den Wagen sogar per Lenkeingriff in der Spur und soll selbst Kurven folgen können. Ebenfalls neu wird dann ein vollautomatischer Parkassistent sein, der nicht nur von allein in eine Längsparklücke hineinlenkt, sondern auch Gas gibt, bremst und beim Automatikgetriebe zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wechselt.
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Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:8
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihendieselmotor
Hubraum:2.993
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:190 kW (258 PS) bei UPM
Drehmoment:560 Nm bei 1.500 - 3.000 UPM
Preis
Neupreis: 51.500 € (Stand: Juni 2013)
Fazit
Etwas Gutes zu verbessern ist schwer, aber dennoch möglich. Es muss aber nicht immer das Erscheinungsbild sein, das bei einem Modell-Update im Vordergrund steht. Der BMW 5er verkauft sich gut - warum sollte man ihm also viel am Gesicht herumschnippeln? Also wurde die Technik optimiert. Die spürbarste Änderung gibt es bei der Fahrwerksabstimmung, die jetzt den Insassen mehr Komfort bietet. Dass alle Motoren künftig die Euro 6 erfüllen und die Verbrauchsschraube beispielsweise beim 520d weiter nach unten gedreht wurde, zeigt, dass die Münchner auch in der Businessklasse mit emissionsarmen und effizienten Autos punkten wollen. + 530d: leiser, durchzugsstarker Motor, Fahrwerk im Vergleich zum Vorgänger komfortabler abgestimmt + GT: Heck ist schicker geworden, mehr Platz im Kofferraum
Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-news, 2013-06-27

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