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Testbericht

automobil-magazin.de, 10. Juli 2013
An der Spitze zu stehen, erfordert eine ruhige Hand. Die bewies BMW beim Facelift des 5er erneut.

Die sechste 5er-Generation ist die erfolgreichste seit 1972. Seit dem Produktionsstart wurden mehr als 6,6 Millionen Einheiten gebaut, darunter seit März 2010 1,4 Millionen 5er der Generation VI. Die Marschroute des 5er „6.2“ steht fest: „Den Erfolg fortsetzen“, wie es BMW-Mann Peter Wolf, Senior Vice President Grand Series, kompakt zusammenfasst.

Sehr schnell erklärt sich der 5er in Fahrt. Die 5er Limousine, deren ganze Familie (Limousine, Touring, Gran Turismo) ein Facelift erhielt, bleibt vom Charakter was sie war: sportiv, elegant, harmonisch – eine rasch den Fahrer für ihre Qualitäten einnehmende Limousine. Dementsprechend fällt das Facelift aus: dezent. Zusätzliche Konturlinien um die BMW-Niere und neu strukturierte untere Lufteinlässe an der Front fallen ebenso wenig sofort ins Auge wie die zusätzliche Lichtkante in der Schürze und die schmaleren, scharf konturierten Lichtbänke in den Rückleuchten. Erstmals kommen gegen Zuzahlung adaptive LED-Scheinwerfer, bekannt vom 6er, zum Einsatz (Serienbestückung aller 5er: Xenonlicht). Dank der aerodynamischen Verfeinerung reduziert sich der cw-Wert auf bis zu 0,25 (520d). Neue Farbtöne und Leichtmetallfelgen runden alles ab.

Behutsamkeit waltete auch im Innenraum. Aufgefrischte Polsterfarben und Interieurleisten finden sich hier. Das iDrive wird jetzt von Chromleisten eingefasst und ermöglicht an der nun berührungssensitiven Oberseite des Controllers die Eingabe von Schriftzeichen – ein Segen besonders für 5er-Fahrer aus dem asiatischen Raum. Drumherum um die Bedienzentrale iDrive scharen sich auf der Mittelkonsole Ablagefächer und Cupholder mit vergrößertem Fassungsvermögen. Der „Concierge-Service“, an den sich 5er-Fahrer jeder Zeit wenden können, ist im Fall der Fälle eine gute Hilfe, Neuerungen wie der „Smart Opener“ praktisch: Nun geschieht nicht nur das Öffnen, sondern auch das Schließen der Heckklappe berührungslos mit einem in Richtung Heckschürze gerichteten Fußkick.

Viel Neues betrifft das Optionale. Das Fond-Entertainment setzt zeitgeistig auf Displays im Tablet-Stil. Das „Ambiente Light“ lässt sich zwischen Orange und Weiß umschalten und „ConnectedDrive“ beinhaltet jetzt eine Diktierfunktion für die mündliche Eingabe von Texten für SMS-Nachrichten oder E-Mails während der Fahrt. Fahrassistenten wie „Night Vision“, der nun auch Tiere erkennt, oder der blendfreie Fernlichtassistent lassen sich schon in Kürze hinzubestellen oder befinden sich wie der vollautomatische Park- oder Stauassistent, der das Fahrzeug auch in Kurven automatisch in der Spur hält, in der Pipeline (erhältlich ab November 2013).

Auch im Auftritt auf der Straße bleibt sich der 5er treu. Verfeinerte Fahrwerkstechnik an Doppelquerlenkervorderachse, Integralhinterachse und elektromechanischer Servolenkung kommt ebenso zum Zuge wie der „Fahrerlebnisschalter“ in allen 5ern. Klasse ist, wie souverän schon in die Grundeinstellung die Straßen aufbereitet. „Comfort“ bedeutet überzeugend Komfort. Unter „Sport“ werden Tempo und Drehzahl mit großen Digitalziffern auf dem Black Panel eingespielt, aber dieser Modus macht mit dem fülligen Drehmoment des 3,0-Liter-Diesels (560 Nm bei 1.500 U/min) eher selten Sinn, denn die Automatik hält die Drehzahlen dann länger, die im Comfort-Modus schon längst, und viel früher, wieder abgeklungen wären. Noch sportlicher geht es mit den Extras M Sportfahrwerk oder der Integral-Aktivlenkung über kurvige Landstraßen, auf denen weiterhin die Freude am Kurvenumrunden mitschwingt.

Und das Wichtigste? Das „M“ im Motorenwerker? Alle Motoren erfüllen schon heute die ab September 2014 geltende Abgasnorm EU6. Neue Sparhelfer wie der Segel-Modus mit abgekoppeltem Antriebsstrang, der Vorausschauassistent für die Geschwindigkeitsanpassung bei nahenden Tempolimits oder die Funktion „Eco Pro Route“ sind, serienmäßig oder optional, mit an Bord. Als Topmotor unter den vier Benzin- und sechs Dieselmotoren kommt in 550i und 550i xDrive ein neuer V8-TwinPowerTurbo-Benziner mit 450 PS zum Einsatz. Als neuer Einstiegsdiesel fungiert der 518d. Er ist der günstigste 5er. Vom Preis. 39.900 Euro. Und vom Verbrauch. Sein Vierzylinder-TwinPowerTurbo-Diesel leistet 143 PS und kommt im Schnitt mit nur 4,5 Litern über die Runden. Zu den Neuzugängen zählt auch der Allrad-Fünfer 520d xDrive. Der 3,0-Liter-Diesel im 530d, das zeigte die erste Ausfahrt, bleibt auch mit 258 PS in der aktuellen Evolutionsstufe, was er schon immer war: der goldene Schnitt eines Dieselmotors. Auch im 5er. Viel Kraft, wenig Verbrauch. Viel Lob, wenig Kritik.


(Lothar Erfert).
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: automobilmagazin, 2013-07-10

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