Audi fährt mit neuem V8-Biturbo vor
Testbericht
Audi will die Effizienz seiner Motoren weitersteigern. Der neue 4.0 TFSI, ein starker V8-Biturbo, bringt die Technologie ‚cylinder on demand’ mit. Was verbirgt sich hinter dieser Technik? Im Teillastbereich schaltet das Triebwerk vier Zylinder ab. Vorteil: Dies verringert den Verbrauch um bis zu fünf Prozent. Zusätzlich ergänzen zwei weitere Technologien das Motorensystem: Die Active noise control (ANC) und die aktiven Motorlager. Sie sollen dafür sorgen, dass die Passagiere auch im Vierzylinderbetrieb keine störenden Geräusche oder Vibrationen hören und spüren. „Wir setzen mit unserem neuen V8-Biturbo bedarfsgerechtes Downsizing um“, sagte Michael Dick, Audi Technik-Vorstand, während der Vorstellung. Audi wird in Zukunft dieses Potenzial weiter nutzen, „wir stehen mit dieser Technik am Anfang einer großen Karriere“, versicherte Dick.
Das Prinzip des Sparpotenzials ist eigentlich relativ simpel: Im Teillastbereich schaltet der bis zu 520 PS starke V8-Biturbo vier Zylinder ab, dadurch sinkt sein Konsum um rund fünf Prozent (etwa 10 bis 12 g/km CO2). Nimmt man das bei den Audi-Modellen eingesetzte Start-Stopp-System hinzu, das den Motor im Stillstand deaktiviert, beträgt die Einsparung bis zu 24 g/km CO2. Audi versichert, dass die neue Technologie für die Passagiere keine Komfort-Nachteile mit sich bringt. Wenn der 4.0 TFSI im Vierzylinderbetrieb läuft, sind im Innenraum keine unerwünschten Geräusche oder Schwingungen wahrzunehmen. Verantwortlich dafür sind die Active noise control (ANC) und die aktiven Motorlager.
„ANC zeichnet das Geräuschbild im Interieur über vier Mikrofone fein differenziert auf und analysiert es auf störende Klanganteile. Wenn erforderlich, schickt sie einen gezielten Gegenschall über die Lautsprecher der Soundanlage. Er verringert den Störschall so weit, dass ihn die Passagiere nicht mehr hören“, erläutert Audi Motoren-Entwickler Christian Brinkmann. „Und auch die aktiven Motorlager arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Von Sensoren mit Daten versorgt, gleichen sie die Impulse des Motors mit Gegenschwingungen aus. Damit senken sie die Vibrationen auf ein nicht mehr spürbares Niveau.“
Von Anfang 2012 an kann der 4.0 TFSI in den sportlichen Audi-Modellen S6, S6 Avant, S7 Sportback und S8 ausgeliefert werden. Auch Volkswagen Konzern Bruder Bentley war in den Entwicklungsprozess dieses Motors eingebunden; die Briten werden dieses Achtzylinder-Triebwerk bald schon im Continental GT einsetzen. Der V8 geht in zwei Leistungsvarianten an den Start: Im S6, S6 Avant und S7 Sportback sind es 420 PS (309 kW) und ein Drehmoment von 550 Nm, im S8 leistet er 520 PS (382 kW) und mobilisiert ein Drehmoment von 650 Nm. Dieses Triebwerk wird auch die Basis für weitere Varianten sein, so werden die betont sportlichen RS-Modelle der Audi-Tochter quattro GmbH in Zukunft mit dem V8-Biturbo ausgerüstete sein. Dann aber für den RS6 Avant und RS7 Sportback mit einem deutlichen Leistungsplus. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)




























