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Testbericht

22. April 2012

Der neue Audi A5 ist da. Aber neu? Da muss man schon etwas genauer hinschauen, um die Veränderungen zu bemerken. Die größten Veränderungen “verstecken” sich sowieso im Inneren des Autos. Kann der Audi A5 unsere hohen Erwartungen erfüllen?

Chic, edel, weiß
So könnte man den neuen Audi A5 3.0 TDI Quattro beschreiben, der seit einigen Tagen mit fetten 19 Zöller (1.950 Euro) bei uns in der Einfahrt steht. Aber breite Reifen und natürlich Quattro sind einfach die beste Methode, um die 245 PS des Sechszylinder-TDI auf die Straße zu bringen. Mit einigen Extras, wie beispielsweise Leder Feinnappa (2.250 Euro), MMI Navigation plus (2.810 Euro) und Assistenzpaket (1.950 Euro) kommt unser Testwagen auf knapp über 66.000 Euro. Der Einstiegspreis liegt bei knapp unter 50.000 Euro.

Weg von den Fakten – hin zu den Emotionen. Der Audi A5 in gletscherweiß metallic (800 Euro) gefällt, auch die granadaroten Ledersportsitze (595 Euro) passen gut zu dem eleganten Coupé. Zu den Platzverhältnissen: Hinten passe ich mit meinen 188 Zentimetern gerade mal rein, Kopffreiheit geht gegen Null, Beinfreiheit für eine Kurzstrecke ist OK. Dann muss aber auch der Fahrer beziehungsweise Beifahrer schon etwas von seinem komfortablen Platz an die Hinterbänkler abgegeben.

In den Kofferraum passen leicht die sechs berühmten Sprudelkästen, wobei das Einladen etwas schwer ist, weil der Kofferraum eher Tiefe als Höhe hat. Werden die Rücksitze umgeklappt, kann man das Gepäck (480 bis 980 Liter) für zwei Personen und zwei Wochen Urlaub inklusive Golf-Bag verstauen.

Gas geben …
… und die Welt hinter sich lassen. Die 245 Diesel-PS (V6-Zylinder-Dieselmotor, 3-Liter mit Common-Rail-Einspritzsystem und Abgasturboaufladung) haben mit dem 1.625 Kilogramm Leergewicht kein Problem. Das maximale Drehmoment von bemerkenswerten 500 Newtonmeter liegt bereits bei 1.400 u/min an.

Die Audi A5 stürmt los, als wollte er das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewinnen. Die 7-Gang S tronic liefert die Gänge samtweich auf einem Silbertablett. Wer will, kann an den winzigen Schaltpaddeln am Lenkrad selbst eingreifen und über den Wahlhebel auf MANUELL oder SPORT umschalten. Dann sprintet der A5 in nur 5,8 Sekunden (Werksangabe) auf 100 km/h. Erst bei 250 km/h ist Schluss.

Die Qual der Wahl – Individualisierung
Über die Drive-Select-Funktion (über das MMI oder den “drive select” Knopf) gibt es diverse Einstellungsmodi: Comfort, Dynamic und neuerdings Efficiency sowie den Individual-Modus. Über diese Einstellungen werden die unterschiedlichen Fahrwerk-, Antriebs- und Lenkungseinstellungen verändert. Es hilft nichts: Jetzt muss das 250 Seiten starke Handbuch ran. Efficiency ist klar: frühes Hochschalten, um Kraftstoff zu sparen. Comfort ist eine komfortorientierte Fahrzeugabstimmung, beispielsweise für lange Autobahnfahrten. Hinter “auto” verbirgt sich eine komfortable, aber dynamische Abstimmung, “ideal für den alltäglichen Gebrauch”, meint das Handbuch. Dynamic ist klar – sportlich straff, spätes Hochschalten. Bei “individual” hat man dann für die Systeme “Motor und Getriebe”, Lenkung (Dynamiklenkung, Dämpferregelung), Sportdifferential und Audi adaptive cruise Control jeweils die Optionen comfort, auto oder dynamic. Wobei “Auto” für ausgewogen steht. Die Daten werden automatisch einem Funkschlüssel zugeordnet, so dass jeder Schlüsselbesitzer seine eigenen “individual” Daten speichern kann.

Der Audi A5 TDI Quattro stemmt satte 500 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle und beschleunigt auf 100 km/h in unter sechs Sekunden. Ist er eher ein schöner GT oder ein echter Sportwagen? Auf der Track-Strecke beim ADAC FSZ muss er den Beweis antreten, dass seine Gene in Le Mans liegen.

Hier schlägt er sich sehr gut. Die Wank-Bewegung ist durchaus noch wahrnehmbar, aber das Fahrwerk macht richtig Laune. Neutral, aber wenn man ihn fordert mit aktiv mitlenkendem Heck. Richtig spaßig, ohne den Fahrer dabei zu überfordern.

Ich persönlich musste mich erst an die Eigenheiten der, leider nicht sonderlich hochwertig wirkenden, Schaltpaddel gewöhnen. Flott runterschalten ist nicht, da man Gang für Gang runterschalten muss, sonst vergisst er öfter mal einen und schaltet nicht weit genug. Schade, aber wenn man sein „Problem“ erst mal verstanden hat geht’s ganz gut! Zum ganz flotten Fahren also auf jeden Fall die „manuelle“ Gangwahl.

Für entspanntes Fahren auf der Landstraße sorgt das sauber arbeitende adaptive cruise Control (ACC). Die richtige Geschwindigkeit eingestellt und der A5 übernimmt das Kommando auf der A7. Beschleunigt und bremst selbstständig. Der gewünschte Abstand zum Vordermann kann 3-stufig angepasst werden. Aber keine Angst, auch der kleinste Abstand ist immer der Mindestabstand.

Kraftstoffverbrauch
Wie bereits erwähnt, hat der A5 TDI etwas überrascht, weil er doch einen Schluck mehr aus der Pulle genommen hat, als erwartet. Die Ursache dafür liegt wohl im Quattro-Antrieb.

Modus Strecke [km] Geschw. [km/h] Verbrauch [l/100 km]
Autoplenum-Vergleichsrunde 56 67 6,5
Super-Spar 15 60 5,7
Landstraße, normal 80 65 6,3
Landstraße, sparsam 85 68 6,1
BAB sparsam 105 101 6,2
BAB normal 350 116 7,8
BAB schnell 75 136 8,8

Testverbrauch: 7,9l / 100km

Fazit
Der A5 ist definitiv eine Empfehlung wert. Er kann gemütlich, er kann flott, er kann recht sparsam, und alles auch noch fast alleine. Mit Spurhalteassistent und Abstands-Geschwindigkeits-Regelautomatik kommt man so entspannt an, wie man es sich nur wünschen kann. Ich glaube, dass Gott in Frankreich nicht wesentlich entspannter lebte. Der Quattro tut sein übriges zur Fahrsicherheit und Dynamik. Nur einen Quertreiber darf man nicht erwarten.

Der 3.0 TDI ist ein kräftiger Diesel, den man sparsam fahren kann (5,7 Liter/100 km), der aber durch seine Spritzigkeit zum Gas geben verführt. Wer will schon im “Efficiency” Programm vor sich “hindümpeln” wie ein 75-PS-Langweiler, wenn man 245 von diesen Spaßmachern unter der Haube hat. Daher verzeihen wir dem A5 den einen oder anderen Liter Diesel – und mal ehrlich, 7,9 Liter Diesel Testverbrauch für einen 6-Zylinder Sportwagen sind schon OK.

Klar erschreckt der Preis von 66.000 Euro. Aber wie bereits erwähnt, kann der A5 auch mit einem kleinem Diesel (37.900 Euro, 177 PS) oder FTSI (34.400 Euro, 170 PS, 6-Gang) geordert werden. Aber real wird ein A5 Coupé wohl kaum unter 40.000 Euro vom Band rollen. Die Mitbewerber von Mercedes-Benz, BMW und Co sind allerdings keinen Euro günstiger.

Auf dem Feld der Assistenzsysteme stellt Audi ein Angebot bereit, das in der Mittelklasse Maßstäbe setzt. Neben dem neuen, serienmäßigen Fahrerinformationssystem mit Pausenempfehlung stehen vier optionale Technologien zur Wahl. Der Kunde kann drei von ihnen – die adaptive cruise Control, den Audi active lane assist und die Einparkhilfe plus – in einem Paket bestellen.

Fahrerinformationssystem
Das neue Fahrerinformationssystem mit Pausenempfehlung hat das Potenzial, stark zur Verkehrssicherheit beizutragen, denn bei rund einem Viertel aller Unfälle im Straßenverkehr ist Müdigkeit die Ursache.

Es beobachtet permanent die Lenkbewegungen sowie die Schalter- und Pedalbetätigungen des Fahrers. Aus ihnen erstellt es ein individuelles Profil, das es abspeichert. Wenn das Steuergerät erkennt, dass der Fahrer von ihm abweicht – etwa, weil er das Lenkrad kaum mehr bewegt –, erfolgt eine optische und akustische Warnung. Das System wird ab 65 km/h Geschwindigkeit aktiv und lässt sich jederzeit abschalten – wie jedes Audi-Assistenzsystem.

Die Adaptive Cruise Control
Optional liefert Audi die Adaptive Cruise Control (ACC). Sie ist um wichtige neue Funktionen erweitert. Der Radartempomat hält den Abstand zum vorausfahrendem Fahrzeug durch Gas geben und Bremsen im Geschwindigkeitsbereich von 30 bis 200 km/h konstant, dabei verzögert er ihn innerhalb gewisser Grenzen selbsttätig. Der Fahrer kann bis zu vier Abstands-Stufen festlegen, wie komfortabel oder sportlich das System arbeiten soll.

Die ACC integriert Audi den Breaking Guard. Wenn der Radarsensor einen drohenden Auffahrunfall erkennt, warnt das System den Fahrer. Je nach Gefährlichkeit der Lage erfolgt die Warnung abgestuft. Ein Gong und ein rotes Signal im Display des Fahrerinformationssystems bilden die erste Stufe; parallel dazu wird die Bremsanlage vor befüllt und die Bremsbeläge an die Scheiben herangeführt, damit ein nahezu verzögerungsfreies Bremsen erfolgen kann.

Wenn der Fahrer passiv bleibt, folgt in der zweiten Stufe ein Warnruck, eine kurze Verzögerung. Falls er jetzt bremst, aber zu schwach aufs Pedal tritt, erhöht der hydraulische Bremsassistent die Bremskraft entsprechend der Situation. Wenn die Reaktion des Fahrers ganz ausbleibt, nimmt das System eine autonome Teilbremsung vor, die den A5 verzögert.

Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h bremst der Audi A5 im Notfall selbsttätig mit voller Kraft – unabhängig davon, ob das Fahrzeug vor ihm fährt oder steht. Diese neu entwickelte Vollverzögerung kann den Unfall unter Umständen ganz vermeiden, in jedem Fall jedoch die Kollisionsgeschwindigkeit stark senken.

Audi side assist
Der optionale Spurwechselassistent Audi side assist nimmt seine Arbeit ab 30 km/h auf. Radarsensoren im Heck überwachen das Geschehen hinter dem A5. Wenn sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel bewegt oder schnell von hinten annähert, leuchtet eine gelbe LED im Gehäuse der Außenspiegel auf. Falls der Fahrer dennoch den Blinker zum Spurwechsel setzt, wird die Anzeige hell und blinkt mit hoher Frequenz – sie ist praktisch nicht zu übersehen.

Audi lane assist
Ein neues optionales System in der A5-Familie ist der Audi active lane assist, der bei 65 km/h aktiv wird. Er erfasst die Begrenzungslinien auf der Fahrbahn mit einer Videokamera am Innenspiegel. Falls der A5 auf eine von ihnen zufährt, ohne zu blinken, hilft das System dem Fahrer über einen leichten Eingriff in die elektromechanische Lenkung, in die Spur zurückzusteuern.

Im MMI legt der Fahrer fest, wie früh der Eingriff erfolgen und ob er mit einer Vibration am Lenkrad verbunden sein soll. Hat er die Einstellung „spät“ gewählt, greift das System kurz vor dem Überfahren einer erkannten Begrenzungslinie ein. Diese Funktion kann vorrangig helfen, ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur, zum Beispiel aufgrund von Unaufmerksamkeit zu verhindern. Wählt der Fahrer die Einstellung „früh“, hilft Audi active lane assist kontinuierlich mit sanften Eingriffen das Fahrzeug in der Mitte der Fahrspur zu führen. Durch diese neue Generation der Spurhalteassistenz kann der Fahrer dauerhaft entlastet und der Fahrkomfort somit erhöht werden.

Für komfortables Parken stellt Audi verschiedene Optionen zur Wahl. An der Spitze der Palette rangiert die Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera. Sie filmt den Bereich hinter dem Auto mit einem Fischaugen-Objektiv. Die Bilder sind, von einer Software entzerrt, auf dem MMI-Monitor zu sehen, Hilfslinien und -flächen unterstützen den Fahrer beim Lenken.

Fotos © 2012 Redaktionsbüro Kebschull

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