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Testbericht

Stefan Grundhoff, 6. März 2017
Beim neuen Audi RS5 dürften nicht alle Fans jubeln. Es gibt weniger Zylinder, einen deutlich kleineren Hubraum, gerade einmal 450 PS und optisch einen überaus dezenten Aufritt.

Das hatten sich viele eingefleischte Fans der ehemaligen Quattro GmbH wohl anders vorgestellt. Nachdem der RS5-Vorgänger trotz Allradantrieb und allseits bekannter Fahrdynamikqualitäten allzu sehr im Schatten von BMW M4 und Mercedes AMG C63 stand, sollte der neue RS5 an sich mächtig auf den Putz hauen. Doch wer ihm aufs Blechkleid schaut, sieht kaum mehr als einen nachgeschärften S5, der mit seinen 354 PS ohnehin ein echter Volltreffer ist. Wie schon für alle Modelle der A4- / A5-Baureihen gilt auch hier: auch der RS5 sieht seinem Vorgänger aus wie aus dem Gesicht geschnitten. Im Vergleich zum normalen A5 sind die Kotflügel pro Seite um 1,5 Zentimeter ausgestellt und es gibt größere Lufteinlässe. Spektakulär und gnadenlos sportlich ist wirklich anders. Doch das allzu dezenten Auftreten ist für ein Sportcoupé das eine. Wie bereits beim BMW M4 der aktuellen Generation müssen Fans von Zylindern und Hubraum auch beim neuen Audi-Sportmodell stark sein. Der bärig brabbelnde V8-Sauger mit seinen 4,2 Litern Hubraum wurde ausgemustert. Stattdessen muss der neue Audi RS mit einem doppelt aufgeladenen V6-Motor auskommen, der seine Leistung aus gerade einmal 2,9 Litern holt. Und: auch bei der Motorleistung dürften sich viele die Augen reiben.

Waren die dynamischen Ring-Anhänger fest von 480 bis über 500 PS für das neue Modell ausgegangen, so leistet der neu entwickelte V6-Doppelturbo des 4,72 Meter langen Audi RS5 gerade einmal 331 kW / 450 PS. Über das Leistungsdefizit zum 507 PS starken Mercedes AMG C 63 täuscht auch das üppige Drehmoment von 600 Nm nicht hinweg. Das sind zwar 170 Nm als der Vorgänger, doch eben kein einziges Pferdchen mehr als bisher. Das dürfte auch nicht ausgleichen, dass das maximale Drehmoment nunmehr zwischen 1.900 und 5.000 U/min anliegt. Nach wie vor wird der Audi RS5 bei 250 km/h abgeriegelt; außer man ordert das optionale Dynamic-Paket, das dem Tatendrang zumindest bis 280 km/h freien Lauf lässt. Allrad bleibt wie bisher natürlich obligatorisch - in der bekannten Kraftverteilung von 40:60.

Den größten Fortschritt macht der Audi RS5 beim Normverbrauch. Der reduziert sich auf 8,7 Litern Super auf 100 Kilometern. Ob sich mit diesem Wert echte Quattro-Fans aus der Boxengasse locken lassen, darf jedoch bezweifelt werden. Die hätten sich über deutlich dickere Backen und ein paar PS mehr sicher mehr gefreut. Immerhin bleibt die Hoffnung auf ein Performance-Modell. Es ist davon auszugehen, dass der Audi RS5 mittelfristig kein Einzeltäter bleiben wird. Eine entsprechende Sportversion dürfte dann zumindest an den erwarteten 500 PS kratzen. Ab Juni werden die ersten Modelle ausgeliefert - zu Preisen ab 80.900 Euro.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-03-06

Getestete Modelle
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