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Testbericht

Sebastian Viehmann, 20. Februar 2012
Vor 50 Jahren kam der erste James Bond-Film in die Kinos. Wir blicken zurück auf die Dienstwagen von 007 und zeigen den wehrhaftesten BMW aller Zeiten in Aktion: Bonds 750iL aus "Der Morgen stirbt nie" mit Handy-Steuerung, Nagel-Abwurf und Raketen im Schiebedach.

"Ihr neuer BMW 750, mit all den üblichen Extras: Maschinengewehre, Raketenwerfer, GPS-Navigationssystem" – Geheimdienst-Cheftüftler Q ist mächtig stolz, als er James Bond im Film "Der Morgen stirbt nie" seinen neuen Dienstwagen überreicht. Getarnt als Mitarbeiter einer Autovermietung, weiht Q Bond in die Geheimnisse des gepanzerten BMW 750 iL ein. Unter dem Schiebedach verbergen sich Raketenwerfer, der ausfahrbare Heckstoßfänger spuckt auf Knopfdruck "Reifenmörder" auf die Straße, zum Diebstahlschutz lässt sich die Karosserie unter Strom setzen.

Das Nonplusultra ist jedoch die Fernsteuerung per Handy, gegen die selbst moderne iPhone-Apps alt aussehen. Mit Touchpad-Bedienung steuert 007 alias Pierce Brosnan schon 1997 seinen BMW in wilde Drifts, ohne das Lenkrad anzufassen. Im Film tut er dies notgedrungen, als er von Gangstern in einem Parkhaus verfolgt wird und im Kugelhagel gerade noch durch die offene Seitenscheibe auf die Rückbank des Wagens springen kann.

Von dort aus koordiniert Bond nun mit perfekt sitzender Krawatte und einem Grinsen im Gesicht per Handy den Gegenangriff. Raketen jagen gegnerische Autos in die Luft, platte Reifen pumpen sich von selbst wieder auf. Unter dem BMW-Logo auf der Motorhaube verbirgt sich ein besonderes Gimmick: Eine ausfahrbare Mini-Säge durchtrennt mühelos ein Drahtseil, das die Schergen des Filmbösewichts Elliot Carver als Hindernis gespannt haben.

Heutzutage lassen Regisseure solche Effekte am Computer programmieren, doch 1997 war alles handgemacht. Deshalb funktioniert das Original-Filmauto aus dem BMW Classic-Archiv noch heute. Ohne Fahrer auf dem Vordersitz rast der Wagen am Fotografen vorbei, das Lenkrad bewegt sich wie von Geisterhand. Doch die Handy-Steuerung bleibt selbst für Alleskönner James Bond reine Kino-Magie: Der Stunt-Fahrer sitzt tief unten im Fond des Wagens unter einer schwarzen Decke verborgen, von außen nahezu unsichtbar. Ein BMW Classic-Mitarbeiter steuert das Auto mit einem zweiten Lenkrad, das ebenso wie die Pedale über lange Gestänge mit den Bedienelementen im Cockpit verbunden ist. Die Sicht nach draußen gewährt eine versteckte Kamera im Grill, der Fahrer sieht die Straße nur auf einem Bildschirm.

Während die "Fernsteuerung" also nur ein Filmtrick ist, funktionieren der ausfahrbare Drahtschneider, der Nagel-Abwurf oder die Raketen im Schiebedach tatsächlich – letztere allerdings wurden mittlerweile durch Attrappen ersetzt. Insgesamt wurden 17 Autos für die Action-Szenen in "Der Morgen stirbt nie" umgerüstet, die meisten davon landeten danach im Schredder und kein einziger kam ohne Blessuren davon. Auch der Wagen aus dem BMW-Archiv hat Narben von Maschinengewehr-Salven in der gepanzerten Fahrertür. Die sind alle original", sagt Johannes Schultz, der 1997 bei BMW als Filmregisseur für audiovisuelle Kommunikation und Product Placement zuständig war.

Der 750 iL war nicht James Bonds einziger blauweißer Dienstwagen. Schon in "Goldeneye" fuhr Pierce Brosnan einen Z3 Roadster, in "Die Welt ist nicht genug" hatte als letztes deutsches Bond-Mobil der Z8 seinen großen Auftritt. Neben dem 7er raste ein BMW-Motorrad in "Der Morgen stirbt nie" über die Leinwand, verfolgt von zwei Ranger Rover-Geländewagen – sogar die gehörten damals zum BMW-Konzern, denn 1997 befand sich die Marke Rover im Besitz der Münchner.

Die britisch-deutsche Liaison war auch der Grund, weshalb die Bond-Macher überhaupt das Nationalheiligtum 007 hinter dem Steuer eines Autos aus "Ugly Germany" duldeten. Johannes Schultz erinnert sich an die langwierigen zähen Verhandlungen mit dem 007-Universum. In "Octopussy" (1985) durften zwei 5er nur als Bonds Verfolger in Form deutscher Polizeiwagen auftreten, in "Lizenz zum Töten" (1989) hätte erstmals ein 7er als Bond Car dienen dürfen – nur um von einem Tanklaster zermalmt zu werden. "Da habe ich dankend abgelehnt und lieber noch gewartet", erzählt Johannes Schultz.1994 kam mit "Goldeneye" dann die große Chance. Bei der Pressekonferenz zum Film ließ Schultz die Bombe platzen. Zwischen einem Ferrari und einem Aston Martin DB5 stand eine große Holzkiste, davor ein britischer Soldat mit einem deutschen Schäferhund an der Leine. Auf die Kiste wurde ein BMW-Logo projiziert. Reporter aus aller Welt hielten den Atem an: Bond fährt BMW? Das war etwa so, als würde der Papst seine Heirat bekannt geben.

"Ein Jahr lang hat die gesamte Weltpresse über James Bond und seinen BMW spekuliert. So eine PR kann man für Geld nicht kaufen", schwärmt Johannes Schultz noch heute. Denn der Z3 war damals noch ein streng gehütetes Geheimnis. Zwar hatte eine puerto-ricanische Lokalzeitung das Auto bei den Dreharbeiten abgelichtet, doch der Fotograf erkannte gar nicht, was ihm da vor die Linse rollte. So gelang es tatsächlich, den Z3 bis zur Filmpremiere geheim zu halten. Im Film allerdings hat der Wagen nur wenige Minuten Leinwandzeit, und im Gegensatz zum späteren 7er darf er nicht einmal seine explosiven Extras vorführen. James Bond gibt seinem CIA-Freund Jack Wade trotzdem die wichtigste Gebrauchsanweisung für alle Bond-Autos mit auf den Weg, als er ihm den Z3 überlässt: "Drücken Sie bloß nicht auf irgendwelche Knöpfe."
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Quelle: Autoplenum, 2012-02-20

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