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Ford Orion, Opel Kadett & VW Jetta: Diese 3 billigen Opa-Autos will keiner haben!
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Ford Orion, Opel Kadett & VW Jetta: Diese 3 billigen Opa-Autos will keiner haben!

Wenn sich Youngtimer für einen Fahrbericht qualifizieren, dann meist durch ihre eindrucksvollen Fahreigenschaften oder eine bewegende Entstehungsgeschichte. Dieser Bericht jedoch handelt von drei unscheinbaren Stufenheck-Limousinen aus den 80er-Jahren. Warum? Weil sich die unaufgeregten Autos nach Jahrzehnten des Vergessens einen Auftritt verdient haben.Zugegeben, Liebe auf den ersten Blick gibt es bei Ford Orion, Opel Kadett E und VW Jetta II kaum. Mit ihrem kantigen Heck haben die gewählten Autos so viel Sex-Appeal wie Helga Feddersen. Dafür hatten sie ein leichtes Leben: Als Rentnerfahrzeuge wurden die Stufenheck-Limousinen gepflegt und wenig gefahren. Und dank ihrer unkomplizierten Technik blieben diese Autos lange treue Weggefährten. Dennoch sind gut erhaltene Exemplare heute schwer zu finden.Denn es gibt kaum Idealisten, die sich für deren Erhaltung einsetzen. Allmählich erobern die Stufenheck-Underdogs aber die Herzen der Liebhaber. Frühe Exemplare der drei ausgewählten Modelle haben bereits H-Kennzeichen-Status.

Orion nur 10% der Escort-Verkäufe
Schließlich sind es die inneren Werte, die eine Stufenheck-Limousine liebenswert machen. Für diesen Vergleich konnten wir einen Ford Orion mit gerade einmal 67.000 km ausfindig machen. Dieses Exemplar wurde 1983 gebaut und besitzt somit bereits die H-Zulassung. Technisch ist der Orion identisch zum Escort. Ford entschied sich jedoch, das Stufenheckmodell durch den Namen Orion deutlich von der Fließheckversion abzugrenzen.Die zweite Generation nach dem 86er-Facelift verkaufte sich vor allem in den neuen Bundesländern sehr gut. Dennoch machte das Stufenheck nie mehr als zehn Prozent des Escort-Absatzes aus. Ford setzte beim Orion auf ein mechanisch-hydraulisches ABS von Lucas-Girling. Im Test 1986 merkte der automotorundsport-Redakteur an, ein elektronisch geregeltes ABS von Bosch oder Teves reagiere sensibler - heute beim gemütlichen Cruisen spielt das keine Rolle mehr.

Ford Orion mit kleinstem Kofferraum
Auch ohne Servolenkung wird die Fahrt mit dem Ford Orion nicht zum Kraftakt. Dieses Fahrzeug ist außerdem mit einer Dreigangautomatik ausgestattet. Die ersten beiden Gänge schalten butterweich, nur beim Wechsel in den dritten Gang ist ein leichter Ruck zu spüren. Zur Serienausstattung gehört sonst ein Viergang-Schaltgetriebe.Im Vergleich hat der Ford Orion mit 490 Litern Fassungsvermögen den kleinsten Kofferraum unter den drei Fotokandidaten. Immerhin kann die asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne bei Bedarf umgeklappt werden. Der Vierzylinder bietet ein hohes Drehmoment. Bei hohen Drehzahlen wird das Ford-Triebwerk aber laut. Wer zurückhaltend fährt, kann den Verbrauch auf sparsame sieben bis acht Liter drücken.Der Ford Orion fährt sich gutmütig, nur Bodenwellen beeinträchtigen den stabilen Geradeauslauf. Wie der Ford Sierra und später der Scorpio, wurde auch die Stufenheck-Limousine vom Designteam um Uwe Bahnsen entworfen. Die flache Front lässt den Orion sportlich wirken, mit dem 105PS starken Top-Motor gibt er sich auch so.

Opel Kadett mit herausragendem cW-Wert
Der Opel Kadett E zeigt sich betont aerodynamisch. Der cw-Wert von 0,30 war zur damaligen Zeit in seiner Klasse unschlagbar. So gut erhaltene Exemplare wie unser Fotoauto sind selten: Baujahr 1989, 37 000 km, Originalzustand. Mit 550 Litern ist das Heck des Kadett recht üppig. Bei umgeklappter Rücksitzlehne erweitert sich der Frachtraum gar auf 890 Liter.Als Opel 1984 den Kadett E auf den Markt brachte, gab es zunächst nur eine Schrägheckversion und einen Kombi - genannt Caravan. Erst ein Jahr darauf lieferten die Rüsselsheimer die sechste Kadett-Generation auch mit Stufenheck aus. Mit 740.000 gebauten Exemplaren hat es das Stufenheck zum zweiterfolgreichsten Kadett-E-Modell geschafft. 1993 beendete Opel die Ära des Kadett und führte fortan den Astra F als Nachfolger im Programm.

Kadett E ist außen neu - und innen der D-Kadett
In der Praxis zeigt sich der Opel Kadett unkompliziert: Das Einladen von Getränkekisten gelingt beim Opel ohne Verrenkungen. Schwere Gegenstände können problemlos in den tief liegenden Kofferraum des Stufenheck-Kadett gehoben werden.Der Opel Kadett E war der erste Vertreter seiner Familie, der im Windkanal entwickelt wurde. Die starke optische Abgrenzung zum Vorgänger darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kadett E technisch auf dem D-Modell basiert - was keinen Nachteil bedeutet, da schon der Kadett D als erster Opel-Fronttriebler mit Verbundlenkerachse sehr fortschrittlich war.Wer sich für die GL-Version des Opel E-Kadett entschied, bekam für 395 DM Aufpreis eine Wohlfühlausstattung mit viel Plüsch innen und Chrom außen. Außerdem gab es Intervallschaltung für den Heckscheibenwischer, seitliche PVC-Schutzleisten und einen Warnsummer, der beim Verlassen des Fahrzeugs auf aktivierte Scheinwerfer aufmerksam macht. Das Cockpit ziert eine Quarzuhr, ein Tageskilometerzähler ist ebenfalls inklusive.

VW Jetta auch mit Allrad
Dagegen ist der extrem kantig geratene VW Jetta II der Inbegriff des Spießerautos. Wegen des bürgerlichen Images fand der technisch zuverlässige Rucksack-Golf bei den Deutschen nur wenig Anklang. Während der Sohnemann seine erste automobile Beziehung in den 80ern mit dem Golf I einging, fand der Vater sein Familienglück im geräumigen Jetta. In seinem ausladenden Kofferraum verschlingt der VW ganze 575 Liter Gepäck - Spitzenwert unter den Stufenheck-Limousinen seiner Zeit.Praktisches Detail: Dank einer Durchladeluke können Skier bis in die Fahrerkabine geschoben werden. Im ams-Vergleichstest mit dem Opel Kadett GL 1.6 S konnte der rund 1.200 Mark teurere Jetta CL die Beschleunigungsmessung dank seines größeren Hubraums für sich entscheiden. 1989 legte VW sogar eine Allradversion nach, genannt Jetta CL Syncro, für Jäger und Förster.Das Spießer-Image bescherte dem durchdachten Wolfsburger jedoch schlechte Verkaufszahlen. Trotz höherem Ausstattungsniveau kam auf sieben Golf nur ein Jetta - in Deutschland zumindest. In Südeuropa fand der VW Jetta, wie die meisten Stufenheck- Limousinen, deutlich mehr Abnehmer. In den USA erlangte der kantige Jetta rasch Kultstatus.

Zweiter Frühling für die Spießerautos
Mit diversen Sondermodellen wollte VW den Verkauf des Jetta Ende der 1980er ankurbeln. In diesem Fall konnten wir das Sondermodell Coach, Baujahr 1988, ausfindig machen. Auffällig sind das Schiebedach und der Getränkehalter in der Mitte der Rückbank.Auch heute ist der VW Jetta noch täglich im Einsatz und meistert mit dem 90-PS-Vierzylinder auch weite Autobahnstrecken zuverlässig. Inzwischen hat sich das Image der einstigen Rentnerschaukel gewandelt: Heute greift der Sohn bewusst zum Jetta.Selbst gut erhaltene Garagenfahrzeuge kosten selten mehr als 2.500 Euro - da bleibt genug Budget für individuelle Modifikationen. So wie bei unserem Fotofahrzeug, dessen Dach und Rückspiegel ein Schachbrettmuster ziert. Auf dem rechten Kotflügel bringen Aufkleber Farbe an die sonst recht langweilig gestylte Karosserie. Aber nicht nur Aufkleber und Lackierungen sind beliebt: Der geräumige Kofferraum der ehemals als Rentnerfahrzeug abgestempelten Limousine wird gerne mit Endstufen und Lautsprechern gefüllt. Auch wenn Klassiker in der Regel so original wie möglich erhalten bleiben sollten, in diesem Fall wird dem Jetta immerhin ein neues, aufregenderes Leben zuteil.

So viel kosten VW Jetta, Opel Kadett und Ford Orion
Der VW Jetta ist mit rund 2.000 Euro für ein Zustand-2-Exemplar der teuerste aus diesem Trio. Ford Orion und Opel Kadett E liegen bei etwa 1.600 Euro. Mäßige Fahrzeuge im Zustand 4 gibt es ab 300 Euro (Orion, 400 Euro (Kadett) und 500 Euro (Jetta). Das Angebot ist immer noch groß, obwohl auch bei diesen Fahrzeugen die Abwrackprämie ihren grausigen Dienst getan hat.

Opel Kadett GSi 16V ab 6.000 €: Disco-Kiste mit Cosworth-Technik
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Opel Kadett GSi 16V ab 6.000 €: Disco-Kiste mit Cosworth-Technik

Ich habe nie verstanden, wie die Jungs mit ihren bis zur Schmerzgrenze tiefergelegten Opel Kadett E GSi die Strecke aus einem der umliegenden Dörfer bis zu unserer Disco namens "La Quinta" zurücklegen konnten, ohne die Beifahrerin zu vergraulen.

Ultraharte Tuning-Fahrwerke
Ein Opel Kadett war in dieser Form nicht nur unkomfortabel, sondern sah beim Fahren auch albern aus: Mit den ultraharten Tuning-Fahrwerken hoppelten sie über den Asphalt, direkt vor der Disco allerdings fast im Takt zum Fake-Duo Milli Vanilli: "Girl, you know it's true."Mich hat die Tuning-Wut gewundert, weil schon die Opel Kadett E GSi im Serientrimm gerade auf kurvenreichen Straßen wie im Bergischen Land viel Fahrspaß boten. Das auf der IAA 1987 vorgestellte Topmodell GSi 16V war dank des 150PS starken Zweiliter-Motors und des geringen Gewichts ein sehr sportliches Auto.Für das Topmodell Kadett E GSi hatten die Opel-Ingenieure ein verbessertes Fahrwerk ausgetüftelt. Die Entwicklung des DOHC-Motors, übrigens der erste Vierventiler von Opel, stammt von der englischen PS-Schmiede Cosworth.

Motorsporterfolge für den Opel Kadett E GSi
Außerdem lockte der Opel Kadett E GSi mit der Aura eines Rennsiegers. Zweimal feierten zum Beispiel die Fritzsche-Zwillinge aus meiner Heimatstadt Hückeswagen mit einem seriennahen Kadett GSi den Gesamtsieg im Veedol-Langstreckenpokal (VLN) auf dem Nürburgring.Allerdings haben der Motorsport und unsachgemäßes Tuning viele Exemplare aufgearbeitet: Vom Spitzenmodell Opel Kadett E GSi sind zum Beispiel laut KBA-Statistik in Deutschland nur noch 410 Exemplare zugelassen. Und die Zahl sinkt Jahr für Jahr weiter. Wer einen Kadett GSi für einen Retrotrip zur Disco sucht, muss sich also sputen.

So viel kostet ein Opel Kadett E GSi 16V
Wer sich heute nach einem der seltenen Opel Kadett E GSi 16V umschaut, muss lange nach einem gut erhaltenen Exemplar im Originalzustand suchen - normalerweise muss man Zugeständnisse machen, entweder guter Zustand oder original. Denn die Rostvorsorge war nicht besonders gut. Im Zustand 2 kosten Opel Kadett E GSi 16V rund 7.100 Euro, wie Classic-Analytics angibt. Die viel eher anzutreffenden Zustand-4-E-Kadett-GSi sind für etwa 1.600 Euro zu haben.

Testwertung

4,0/5

Ford Escort und Opel Kadett Cabrio: Einsteiger-Cabrios für Youngtimer-Fans
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Ford Escort und Opel Kadett Cabrio: Einsteiger-Cabrios für Youngtimer-Fans

Die Sonne scheint, der Himmel strahlt in sattem Blau, das Thermometer zeigt sommerliche 25 Grad - mit einem Cabrio samt Badesachen und Picknickkorb zum Strandbad aufzubrechen, davon träumten in den 1980er-Jahren viele Autofans. Doch wirklich günstige Einsteigercabrios parkten selten in den Verkaufsräumen.Das änderte sich erst, als einige Hersteller sich trauten, ihren Kompaktmodellen ein Softtop aufzusetzen. Die offenen Versionen von Ford Escort und Opel Kadett E kosteten zwar über 5.000 Mark mehr als ihre geschlossenen Brüder, doch für viele Cabrio- Fans waren sie deutlich erschwinglicher als höherklassige Freiluftmodelle. Wer dabei nicht nur cruisen, sondern sich sportlich-ambitioniert zur nächsten Eisdiele bewegen wollte, orderte den Kadett als GSi mit 115PS starkem Zweiliter-Motor. Ford-Enthusiasten bestellten den Escort als XR3i mit immerhin 102PS. Dank schicker Alufelgen, lackierter Kotflügel und Sportfahrwerk war den Fahrern beider Modelle die Aufmerksamkeit vor dem Straßencafé gewiss.

Gute Einsteiger-Cabrios
Heute sieht das oftmals anders aus: Die beiden Sportcabrios Ford Escort XR3i und Opel Kadett E GSi sind im Straßenbild selten geworden. Zwar macht sie das robuste Verdeck winterfest, der große Kofferraum erlaubt einen Wochenendeinkauf, und auch die Fahrleistungen der Sportmodelle können sich durchaus sehen lassen. Doch bislang scharen beide Henkelmänner nur eine kleine Fan-Gemeinde um sich. Eines ist sicher: Am Überrollbügel kann es nicht liegen, dass die offenen Kompakten heute oft unter Wert gehandelt werden. Wie kaum ein anderes Karosseriedetail prägen die massiven Sicherheitsbügel das Erscheinungsbild der kompakten Cabriolets der 80er. Vorreiter war 1979 das VW Golf I Cabriolet, aber auch Ford und Opel vertrauten bei der Konstruktion ihrer offenen Escort und Kadett auf den schwarzen Schutzbügel, der den Innenraum auf Höhe der B-Säule umspannt.

Dank Henkel so sicher wie in der Limousine
Schließlich soll er für die höchstmögliche Sicherheit bei einem Überschlag sorgen. Ein Aufwand, der sich lohnt, wie die Opel-Ingenieure feststellten: Mit zwei der zehn offenen Kadett-Prototypen, die insgesamt rund 600.000 Testkilometer absolvierten, wurden Crashtests durchgeführt. Das Ergebnis: Die Passagiere fahren im Kadett Cabrio ebenso sicher wie in der geschlossenen Limousine. Neben der Unfallsicherheit spielten aber auch Gewicht und Kosten bei der Entwicklung eine Rolle.Denn der Bügel-Kadett wiegt bereits 85 kg mehr als die Limousine, ein Vollcabrio hätte das Gewicht durch zusätzliche Verstrebungen weiter erhöht. Zudem wäre ein solches Modell durch eine aufwendigere Konstruktion 1.000 Mark teurer geworden.

Auch das Escort Cabrio kommt von Karmann
Auch der offene Ford Escort bringt rund 50 Kilo mehr auf die Waage als die geschlossenen Varianten. Im Vergleich zu ihnen wurde die Cabrio-Karosserie aufwendig überarbeitet und mit Verstärkungen und Versteifungen optimiert. Die Ingenieure veränderten dabei etwa 80 Prozent der Blechteile, viele wurden sogar völlig neu konstruiert. 1981 entwickelte Patrick le Quément, Leiter der Kölner Design-Abteilung und selbst großer Cabrio-Liebhaber, binnen weniger Monate eine offene Studie des Escort - allerdings ohne Wissen des Vorstands. Nachdem die Designer ihren Chefs den fertigen Prototypen präsentierten, entschieden sich die Vorstände erst wenige Tage vor der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 1981 in Frankfurt dazu, das Modell dort der Öffentlichkeit zu zeigen. Beim Publikum kam das neue Modell gut an, sodass Ford im Frühjahr 1982 verkündete, das Escort Cabriolet in Serie zu produzieren. Die ersten Exemplare rollten dann im September 1983 in Osnabrück vom Band, wo der Escort beim Cabrio-Spezialisten Karmann montiert wurde.

Ford Escort Cabrio mit 1986er-Facelift
Erst kurz bevor die Freiluft-Variante der dritten Ford Escort-Generation 1986 ein Facelift erhielt, stellte Opel auf der IAA 1985 das Serienmodell des Kadett Cabrios vor. Nach der Präsentation dauerte es noch rund eineinhalb Jahre, bis die ersten Kunden den Opel im Frühjahr 1987 in Empfang nehmen konnten. Nuccio Bertone verpasste dem Kadett den letzten Design- Feinschliff. In Grugliasco bei Turin fertigte sein Team auch das fünflagige Stoffverdeck, den .berrollbügel und sämtliche Verstärkungen der Karosserie. Dabei schafften es die Entwickler, dass das Cabriolet der Limousine in Sachen Aerodynamik in nichts nachstand. Der geschlossene Kadett GSi galt mit einem cw-Wert von 0,30 damals als die windschlüpfigste Limousine der Welt. Auch das Cabrio schafft mit geschlossenem Dach einen respektablen Wert von 0,34. Offen steigt er auf 0,38, ein cw-Wert, den der Escort in geschlossenem Zustand erreicht.Die beiden Kompakt-Cabrios bieten nicht nur dem Wind wenig Angriffsfläche, sie wirken auch optisch sehr gefällig. Besonders als Sportmodelle Kadett GSi und Escort XR3i machen sie einiges her. Der gefahrene Ford Escort 1.6 XR3i von Händler Andreas Flath aus Egelsbach bei Frankfurt kann sein Geburtsjahrzehnt nicht wirklich verleugnen: Er steht auf filigranen 14-Zoll- Alufelgen, der Lack strahlt in Diamantweiß, das Verdeck trägt ebenfalls weißen Stoff. Ziemlich 80er irgendwie, die Gedanken schweifen ab zu Miami Vice und ja, auch zu Boris Becker.

Ford widmet Boris Becker ein Sondermodell
Der gewann 1985 und 1986 das Tennisturnier von Wimbledon. Grund genug für Ford, ihm ein Sondermodell zu widmen, "BB" für Boris Becker - natürlich in Weiß wie sein Tennis-Outfit. Auch wenn der Test-Escort ohne die beiden Buchstaben des Sondermodells am Heck auskommen muss, gefällt er mit seiner flachen, nahezu gerade verlaufenden Gürtellinie. Durch sie wirkt die Karosserie schlicht und gestreckt. Das Schnellfaltverdeck legt sich flach und kompakt in der Verdeckwanne zusammen. Unter der Persenning fällt es kaum auf, hebt sich nur rund 20 Zentimeter von der Karosserie ab. Front- und Heckpartie identifizieren das Cabrio eindeutig als Escort-Abkömmling, sie unterscheiden sich von der Limousine nur wenig.Dass es sich beim weißen Ford Escort Cabrio um ein Sportmodell handelt, merkt der Fahrer spätestens im Innenraum. Dort empfangen ihn blau-grau gemusterte Recaro-Sportsitze mit grauen Ledersitzwangen. Hat man einmal Platz genommen, signalisieren sie auch eher schmalen Schultern: "Ich halte dich in engen Kurven sicher im Sitz."

Ford Escort Cabrio mit serienmäßigem ABS
Bis auf leichte Patina an den Wangen sieht man dem Interieur nicht an, dass seit Erstzulassung im Juni 1990 bereits neun Besitzer am Lenkrad gekurbelt haben. Eine mitunter anstrengende Tätigkeit, denn eine Servolenkung war nicht lieferbar. Dafür stattete Ford den Escort immerhin mit ABS aus. Im Cockpit sitzt alles am rechten Platz, die Bedienung ist Ford-typisch einfach. Nur die Blinker- und Scheibenwischerschalter sehen nicht aus wie übliche Hebel, sondern ähneln eher den kleinen Joysticks einer Spielekonsole – Zeitgeist der 80er eben.

Kadett GSi mit LCD-Tacho
Noch einen Schritt weiter ins Computerzeitalter ging Opel mit dem Cockpit des Kadett GSi: Statt klassischer Rundinstrumente bauten die Rüsselsheimer einen modernen Digitaltacho in ihr Topmodell. Gelbe Zahlen auf der zentralen LCD-Anzeige zeigen die Geschwindigkeit an. Digitale Diagramme informieren direkt daneben über Tankinhalt und Öltemperatur. Je nach Lichteinfall – gerade bei offenem Dach – sind sie aber nicht wirklich gut ablesbar. Im Opel sitzt man bequem auf straffen Sportsitzen, bei offenem Dach schirmt die hohe Taille den Wind effizient ab, im Ford Escort geht es stürmischer zu.Das weinrote Opel Kadett Cabrio von Besitzer René Jacob zeigt etwas offensiver, dass es sich bei dem im Dezember 1988 zugelassenen Cabrio um das GSi-Modell handelt. Zwischen vorderem Radhaus und Tür prangt das GSi-Logo, ein weiteres ziert den Kühlergrill unter dem Opel-Blitz – normalerweise. Dieser Schriftzug wurde beim Test-Kadett jedoch vom Vorbesitzer entfernt, der den offenen Opel mit Sportfahrwerk, Domstrebe und dickem Endtopf etwas aggressiver machen wollte, als es die Serienversion vorsah.

Spritziger Zweiliter im Opel Escort
Eine Optimierung, die so eigentlich gar nicht notwendig ist. Denn das Opel Kadett Cabrio überzeugt mit seinem spritzigen Zweiliter-Motor als Sportler. Mit geregeltem Kat versehen, entwickelt er 115PS und stürmt in etwas mehr als zehn Sekunden auf Tempo 100. Erst bei 195 Stundenkilometern endet der Vortrieb. Doch das möchte eigentlich kein Cabrio-Liebhaber ausprobieren, allein der Windgeräusche wegen.Der GSi-Motor reagiert feinfühlig auf Gasstöße und dreht auch aus niedrigen Drehzahlen willig hoch. Bei Landstraßentempo mit wenig Umdrehungen im fünften Gang cruisen? Kein Problem. Das Fahrwerk des Opel Kadett Cabrio ist im Serienzustand eher komfortabel und nicht zu hart abgestimmt, schnelle Kurvenfahrten nimmt der Wagen gutmütig mit leichtem Untersteuern. Die aufwendige Entwicklung des Cabrios zeigt hier ihre Wirkung, Karosserieverwindungen halten sich in Grenzen.

Ford Escort ist das sportlichere Cabrio
Auch das Ford Escort Cabrio ist verwindungssteif, er federt straffer und sportlicher. Der 1,6-Liter-Motor tut sich im Vergleich etwas schwerer. Sein Hubraum-Defizit gleicht er mit höheren Drehzahlen aus, erst ab 3.500 Umdrehungen zieht er mit heiserem Grollen überzeugend an. Darunter gibt sich das Aggregat eher zäh und weniger elastisch als der Opel-Motor. Die Gänge lassen sich ordentlich sortieren.Trotz sportlichem Antrieb - die wenigsten Fahrer werden bei Ford Escort XR3i Cabrio und Opel Kadett GSi Cabrio regelmäßig die volle Leistung abrufen. Ihre Stärken entfalten Escort und Kadett vielmehr bei entspannten Ausflügen zum Strandbad, zur Eisdiele oder auch auf dem Weg in den Urlaub. Längere Fahrten mit Gepäck sind durchaus möglich: Der Escort zeigt sich im Vergleich als Lademeister, mit 322 Litern schlägt er das Gepäckfach des Opel (290 Liter). Bei beiden Modellen lässt sich der Kofferraum durch Umklappen der Rückbank erweitern. Auf ihr dürfen im Escort sogar drei Personen Platz nehmen. Wirklich bequem sitzen dort allenfalls drei kleine Kinder. Zwei Erwachsene finden genug Raum für ihre Beine - in beiden Cabrios.Der Kreis der Fans von Escort und Kadett ist überschaubar, obwohl die Cabrios viel Fahrspaß bieten und uneingeschränkt alltagstauglich sind. Die Preise dümpeln selbst für gute, original erhaltene Modelle im Keller. Doch ein solches Exemplar zu finden, erfordert Geduld: Schaut man sich in Online-Börsen um, findet man viele Escort und Kadett unter 1.000 Euro in traurigem Zustand. Auf der anderen Seite der Preisskala reihen sich spannende Tuning-Experimente - bis hin zum Totalumbau. Dazwischen verstecken sich einige scheckheftgepflegte Ersthandfahrzeuge. Günstiger zu viert offen zu fahren, ist kaum möglich. Hinzu kommt, dass die Wartung ebenfalls preiswert ist. Ersatzteilsorgen: bisher Fehlanzeige.

Testwertung

4,0/5

Opel Kadett City 1200 und Opel Adam 1.4 Jam: Adams Family im Fahrbericht
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Opel Kadett City 1200 und Opel Adam 1.4 Jam: Adams Family im Fahrbericht

Ein geschätzter Redaktionskollege hätte diesen Artikel mit einem Wortspiel über "Sex and the City" anfangen können. Besaß er doch in jüngeren Jahren einen Kadett C City, in dem er nicht nur die Heide eroberte, sondern "auch die Tine". Doch als Magazin für die ganze Familie schwelgen wir nun nicht in romantischen Erinnerungen, starten stattdessen einen historischen Exkurs ins Jahr 1974, als der VW Golf auftritt und für den Kadett alles ändert.

1975 fordert Opel VW mit dem Kadett heraus Seit 1962 rivalisiert der mit dem Käfer, kommt 1973 in Generation drei wieder hinterradgetrieben und stufenheckig daher. Es gibt ihn als Kombi, Coupé und Cabrio. Doch die Kadetten wirken altertümlich, als der Golf Quermotor und Frontantrieb endgültig in der Kompaktklasse etabliert. Opel braucht schnell eine Antwort auf den VW. Zu dessen Vorzügen zählen auch die große Heckklappe und die klappbare Rückbank. Beides habe sich in den Kadett einkonstruieren zu lassen, beschließt die Chefetage von Opel. Die Techniker stutzen den Stufenheck-Kadett um 23 Zentimeter, schrauben die kompaktere Hinterachse des Caravan drunter, damit über Kardan und Differenzial Platz für Reserverad und Tank bleibt. Weil der Kofferraum dadurch ohnehin schon knapp ist, rückt die Fondbank ein Stück nach vorn, lässt sich immerhin umklappen und mit feschem Schottenkaro beziehen. Hinten die große Klappe dran, fertig ist der City. Schon im Herbst 1975 fordert der Opel Kadett City den Golf heraus. Insgesamt laufen 263.090 City vom Band – was nach viel klingt, solange man verschweigt, dass VW allein im Jahr 1976 doppelt so viele Gölfe baut, nämlich 528.872. 1981 endet der Verkauf des City in Deutschland, seine Karriere aber noch lange nicht. Bis 1987 wird er im Amerikanischen von Chevrolet bis Pontiac von GM-Marken verkauft. Unseren kermitgrünen 75er City rüttelt nun der Anlasser wach. Der 1,2-Liter-Vierzylinder scharrt sich in einen unternehmungslustigen Leerlauf, der erste Gang klackt locker rein. Beim Anfahren reckt der Opel Kadett City das Heck, zieht dann prustend los. Leicht und flockig dreht dieser Motor, der für den A-Kadett entwickelt wurde, bis 1993 blieb und mit seiner Zuverlässigkeit Imperien überdauert. Diesen City hat der 1200er in 39 Jahren erst 103.000 km vorangebracht. Von ihm lässt sich der hinterradgetriebene Kadett nicht zu sachtestem Leistungsübersteuern verführen. Doch er kurvt munter, von der Lenkung präzise geführt durch Biegungen, stoppt dann neben dem Adam.

Opel Adam als Antwort auf den Mini Dieser kleine Adam ist der größte Opel seit Jahren, für viele derzeit das beste Modell der Marke. Wie der City entstand der Adam in einer Zeit der Defensive auf Basis eines größeren Modells. Wobei er alle Tantigkeit des Corsa hinter sich lässt. Vor allem aber ist er neben aller Lifestylerei und den Hunderttausenden Individualisierungsmöglichkeiten ein richtig gutes Auto. Dazu braucht es eben noch immer mehr als einen LED-beglimmten Innenhimmel oder eine moderne Infotainment-Abteilung, nämlich auch bequeme Sitze, einfache Bedienung, ein kompetentes Fahrwerk und motivierte Motoren. Dem Vierzylinder hilft die knapp gestufte Fünfgangbox über die Durchzugsschwäche hinweg. So tourt der Adam energisch los, wetzt aufgekratzt über Landstraßen, wuselt mit der leichtgängigen City-Kennlinie der Servolenkung quirlig durch die Stadt und rangiert sich tollkühn und selbstständig in enge Parklücken. Bei alldem bewahrt er Opel-Tugenden, fährt sicher, solide, sparsam. Der Opel Kadett C City war eine Reaktion auf den Golf, eine Notlösung, um fünf Jahre zu überbrücken, bis der Kadett D ebenfalls mit Quermotor-/Frontantriebs-Layout kam. Manche meinen, Opel hätte bis 2013 gebraucht, um diese fünf Jahre wieder aufzuholen. Dann kam der Adam, ein Symbol der Stärke, Schaffenskraft und des Überlebenswillens der Marke. Mit dem Mini-Gegner, einem Auto, das man nicht braucht, sondern will, hat Opel noch mal bei Adam angefangen.

Autoklassiker: Opel Kadett B - Per Aspera ad Astra
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Autoklassiker: Opel Kadett B - Per Aspera ad Astra

Mit dem neuen Astra bläst Opel zum Generalangriff auf den Golf. Einst etablierten sich die Rüsselsheimer mit dem Kadett B als feste Größe in der Kompaktklasse. Zeit für eine Ausfahrt mit dem Astra-Urahn.

Dieses Auto ist so gemütlich wie ein Kaffeekränzchen am Sonntagnachmittag. Mit einer sanften Schaukelbewegung gleitet der Kadett über Bodenwellen hinweg und will nur hin und wieder mit ein paar Korrekturen am spindeldürren Volant auf Kurs gebracht werden. Was die Federung nicht wegsteckt, wird von den Sitzpolstern geschluckt, die ungefähr soviel Seitenhalt bieten wie ein Wackelpudding. Mit nicht mal 800 Kilogramm kommt der 1,1-Liter Vierzylinder gut zurecht, auch wenn je nach Ausstattung nur 45 bis 60 Pferdchen unter der Haube schlummern.

Der Opel Kadett B hat zwar kein Blumenväschen am Armaturenbrett wie der Käfer, dafür aber moderne Schalter, einen Tacho, der voller Optimismus bis 160 reicht und ein Handschuhfach mit schmucker Drehknopf-Öffnung. Die schwarzrot gemusterten Sitze harmonieren perfekt mit den Fußmatten. Die sehen zwar aus wie selbst gehäkelt - doch es gab sie beim freundlichen Opel-Händler als Zubehör. Im neuen Astra legt Opel viel Wert auf Ablagen – Becherhalter, Platz für 1,5-Liter Flaschen, Handy oder iPod. Beim Kadett wäre im gigantischen Fußraum zwar ohne Ende Raum für Ablagen. Doch die sucht man - abgesehen vom Handschuhfach - vergebens. Wozu auch? Der Kofferraum hat üppige Ausmaße und lässt neben dem Gepäck noch reichlich Spielraum für andere Sachen: Auf der linken Seite macht es sich das Reserverad bequem, rechts hat sich der 40 Liter große Kraftstofftank mitten im Aufprallbereich häuslich eingerichtet.

Kadett oder Käfer – bis in die frühen 70er Jahre hinein gab es auf diese Frage für logisch denkende Autofahrer eigentlich nur eine Antwort. Der Kadett war zwar etwas teurer als der Volkswagen – im August 1970 musste man für den kompakten Opel mit Stufenheck und zwei Türen 5840 D-Mark auf den Tisch legen, für einen Standard-Käfer 4695 Mark. Doch der Kadett bot mehr Platz für die Passagiere, mehr Laderaum, mehr Leistung und verbrauchte auch noch weniger Sprit. Trotzdem zog der Käfer dem Kadett bei den Verkaufszahlen davon. "Da weiß man, was man hat", frohlockte man in Wolfsburg.

Bis in die 60er Jahre hinein waren Opel und Volkswagen eigentlich keine Konkurrenten – VW baute den Käfer, Opel große Limousinen mit amerikanischem Einschlag. Erst mit dem Kadett gingen die Rüsselsheimer auf Käferjagd. Den Namen lieh man sich vom erfolgreichen Vorkriegsmodell, die Form des Wagens war allerdings kantig-modern. Extra für den Kadett baute Opel sein neues Werk in Bochum, in dem auch der neue Astra vom Band laufen wird. Von 1962 bis 1965 entstanden 650.000 Kadett A – nicht mehr als ein Achtungserfolg, krabbelten doch im gleichen Zeitraum 3,4 Millionen Käfer vom Band.

Erst mit dem Kadett B startete Opels Kompaktklasse richtig durch. Bis 1973 wurden mehr als 2,7 Millionen B-Kadetten gebaut. Der Wagen verringerte nicht nur bei den Verkaufszahlen den Abstand zum Käfer. Er war auch rundum das modernere Fahrzeug. Der Stolz auf den eigenen Fortschritt schlug sich sogar in der Betriebsanleitung des Kadett wieder, die mit den Worten beginnt: "Herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Wagen, der in einem der modernsten Automobilwerke der Welt entstanden ist und alle neuzeitlichen Erkenntnisse der automobiltechnischen Entwicklung in sich birgt."

Der kompakte Opel bot außerdem eine nie da gewesene Variantenvielfalt. 12 Versionen standen zur Auswahl, darunter der Kombi namens Caravan, ein Rallye-Kadett und verschiedene Coupés. Eins davon lieferte sogar Ideen für den neuen Astra: "Bei der Gestaltung der C-Säule haben wir uns vom Kiemen-Coupé aus dem Jahr 1967 inspirieren lassen", sagt Astra-Chefdesigner Uwe Mueller. Beim D-Kadett (1979 bis 1984) brach Opel mit dem Prinzip des Hinterradantriebs und stellte (wie auch VW beim Golf) auf Frontantrieb um, was die Fahrsicherheit verbesserte und gleichzeitig Kosten sparte. Gegen den Verkaufsschlager Golf sollte der Kadett allerdings nie eine Chance haben – auch nicht, als der aerodynamische E-Kadett 1984 zum Auto des Jahres gekürt wurde.

Mit dem Astra F kam 1991 ein völlig neuer Wagen auf den Markt, der mit 4,1 Millionen gebauten Exemplaren bis heute Opels Beststeller-Liste in der Kompaktklasse anführt. In den frühen 90ern hatte die Marke mit dem Blitz dank Astra und Vectra ein frischeres und modernes Image als Erzfeind VW. Danach gingen die Verkaufszahlen nach unten – der Astra G verkaufte sich 3,95 Millionen mal, der Astra H (ab 2004) bis heute 2,2 Millionen mal. Auch mit dem viel versprechenden neuen Astra dürfte die mehr denn je umkämpfte Kompaktklasse ein hartes Brot für die Rüsselsheimer bleiben. Aber schon die alten Römer wußten: Per Aspera ad Astra - man gelangt nur durch Entbehrung zu den Sternen.

Autoklassiker: Opel Kadett 1.6 Aero - Obel ohne
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Autoklassiker: Opel Kadett 1.6 Aero - Obel ohne

Als 1973 der Kadett C vom Band rollte, hielt die Sportlichkeit auch in der bis dato eher langweiligen Kompaktklasse Einzug. Doch besonders spannend wurde der Aero - als Traum vom unbeschwerten Cabriofahren.

Als die Rüsselsheimer 1973 den pragmatischen Kadett C vorstellten, verfolgten im gleichen Jahr eine Milliarde Menschen das legendäre Elvis-Konzert auf Hawaii, Carl Gustav XVI. wurde König von Schweden und das World-Trade-Center wurde in New York seiner Bestimmung übergeben. Ein Cabriolet in der preiswerten Kompaktklasse – davon konnten die Kunden bis dahin nur träumen. Es gab einen Mercedes SL, den offenen Käfer und ein paar schneidige Briten. Doch das war's auch schon. Mit der Sportskanone Kadett C GT/E spielen die Rüsselsheimer erfolgreich den Vorreiter für eine neue sportliche Kompaktklasse, die später der Golf GTI dominierte. Doch der coolste Kadett war und ist der offene Aero – das Cabriolet für jedermann. Er wurde 1976 vorgestellt.

Die Idee, ein Cabriolet zu einem günstigen Preis zu bauen, war in Deutschland nicht neu. Das VW Käfer Cabriolet hatte sich bereits in den 50er Jahren zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt und auch die Pläne für einen offenen Golf lagen schon in der Schublade. Bis zu seinem Start sollten jedoch noch sechs weitere Jahre vergehen. Opel wollte ebenfalls ein Cabrio - und wo sollte es besser hineinpassen, als in die neue Kadett-Familie der Generation C: Preiswerter Dreitürer, Stufenheckversion, Caravan, Coupé, die 105 PS starke, 900 Kilogramm schwere und über 180 km/h schnelle Sportskanone GT/E – da passte ein Cabriolet prächtig.

Doch so einfach ließ sich das mit dem Kadett Cabriolet nicht machen. Die Karosseriestruktur war zu weich für einen normalen offen Flitzer und die Entwicklung einer Version mit einem Überrollbügel zu aufwendig. Da die eigenen Erfahrungen mit derartigen Kleinserien fehlten, wandte man sich an die Firma Baur. Der Karosseriespezialist in Stuttgart hatte sich nicht nur mit der Entwicklung und dem Bau von BMW-Spezialfahrzeugen einen Namen gemacht und dabei Cabrio- und Targa-Kompetenz bewiesen. Unter dem Namen Kadett Aero entwickelte das Baur-Team zusammen mit Opel-Ingenieuren auf Basis der dreitürigen Stufenheckversion einen viersitzigen Targa.

Die Entwicklungszeit war kurz. Und so erblickte der mit breiten Überrollbügel und einer mächtigen C-Säule ausgestattete Kadett Aero 1976 das Licht der automobilen Welt. Die Einführung mit dem müden 1,2-Liter-Vierzylinder und seinen 44 kW/60 PS sollte aber zunächst nicht so recht zu einem sportlich positionierten Ausflugsmobil mit Namen Targa passen. Erst ab Herbst 1977 wurde der insgesamt 1.242mal produzierte Kadett Aero auch mit dem deutlich besseren 1,6 Liter Triebwerk angeboten. Der 75 PS starke Hecktriebler war mit der höherwertigen SR-Ausstattung ausgestattet, die unter anderem Drehzahlmesser, Analoguhr, Vierspeichenlenkrad und Zusatzinstrumente umfasste. Das Fahrwerk wurde bereits in der ersten Hälfte der 70er Jahre hoch gelobt. So verfügte der Kadett C anders als Konkurrenz und Vorgänger vorne über eine neue Doppelquerlenkerachse mit Schraubenfedern. Für Sicherheit in flott gefahrenen Kurven sorgen Stahlgürtelreifen und ein Stabilisator rundum. Das Targadach ließ sich mit wenigen Handgriffen und etwas Fummelei demontieren und in einer Schiene im üppig dimensionierten Kofferraum befestigen. Das Faltverdeck mit der Kunststoffscheibe warf der Pilot einfach nach hinten und verstaute es nur selten unter der PVC-Persenning.

Das Modell mit der Baur-Seriennummer 963 ist ein besonders seltenes aus dem Jahre 1977. Lackiert in unschuldigem Weiß hat es den Opel-Besitz bis heute nicht verlassen und derzeit gerade mal 4441 Kilometer gelaufen. Die beiden Targadach-Elemente fallen trotz ihrer schwarzen Farbe jedoch weniger ins Auge als die weißen ATS-Alufelgen und der ebenso hässliche wie unangenehm anzufassende Bezugsstoff von Sitzen und Türverkleidungen im extravaganten Pepita-Muster. Doch das waren nun mal die 70er Jahren. Komfortable Ausstattungsdetails suchte man vergeblich. Immerhin gibt es Chromstoßstangen, eben die lackierten Alufelgen, Uhr und Drehzahlmesser. Dazu Kopfstützen und Automatikgurte. Doch das war es auch schon. Annehmlichkeiten wie elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung oder gar Colorglas waren beim Aero 1.6 noch Zukunftsmusik.

Der Grund für den Misserfolg des Kadett Aero war weniger das nach heutigen Maßstäben nur mäßig grazile Design, sondern der hohe Preis. Die Aero-Preise machten dem Namen alle Ehre und entschwanden mit rund 15.000 D-Mark in ungewohnt luftige Höhen. Aufgrund der ausgelagerten Produktion lag der Preis rund 5.000 D-Mark über einem vergleichbaren geschlossenen Modell. So wurde der 4,12 Meter lange Kadett Aero im Frühjahr 1978 aufgrund der dünnen Kundennachfrage wieder aus dem Programm genommen.

Der nächste Opel-Vorstoß in die Liga der Sonnenanbeter ließ bis zum Jahre 1987 mit dem Kadett E Cabriolet auf sich warten. Er sollte dem Erfolgsmodell VW Golf Cabriolet Kunden abjagen und den ebenfalls mit einem Überrollbügel ausgestattetem Ford Escort Cabriolet auf Distanz halten. Beides gelang nur eingeschränkt. Heute sind die wenigen auf dem Markt befindlichen Modelle des Opel Kadett Aero heiß begehrt. Für ein gepflegtes Modell muss man unabhängig von Motorisierung und Ausstattung mindestens 10.000 Euro bezahlen. Und das Angebot ist rar – sehr rar.