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Triumph TR4 2.2 TR 4 100 PS (1961–1967)

 

Triumph TR4 2.2 TR 4 100 PS (1961–1967)
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Alle Erfahrungen
Triumph TR4 2.2 TR 4 (100 PS)

3,8/5

Erfahrungsbericht Triumph TR4 2.2 TR 4 (100 PS) von TrueTriumph, April 2009

3,8/5

Für die gängigen Bewertungskriterien ist so ein Liebhaber-Klassiker ungeeignet, dennoch habe ich auch das oben ausgefüllt ("It doesn't do the car justice!"):

Triumph TR 4
Zweisitziger Roadster der unteren Mittelklasse

Sportlicher Roadster mit zwei Sitzplätzen im klassischen Stil der sechziger Jahre. Hinreißende Optik über schon bei Produktionsbeginn veralteter Technik. Faszinierender Fahrspaß bei moderner Zuverlässigkeit.

+ voll reisetauglich für zwei Personen, echter Tourenwagen
+ sehr gefällige, relativ praktische Karosserie mit hohem Sympathiefaktor
+ sehr durchzugsstarker Motor
+ sichere Fahreigenschaften
+ bei leichten Modifikationen auch im modernen Verkehr flott zu fahren

- wartungsbedürftig, reparaturanfällig, Ersatzteile von bestenfalls als „schwankend“ zu bezeichnender Qualität und als gute teuer
- Federungskomfort sehr eingeschränkt
- Bedienung kräftezehrend (Lenkung, Schaltung, Bremsen)
- Motor für sportliches Fahren nur bedingt geeignet

Karosserie/Kofferraum

Verarbeitung/Handhabung

Für die Fahrzeugkategorie und das Alter ist die Verarbeitung gut, modernen Ansprüchen genügt sie nicht. Die Ebenmäßigkeit der Karosserieteile ist für die Fahrzeuggattung gut, die Spaltmaße sind eher grobschlächtig. Typenbedingter Nachteil: Die Motorhaube vibriert wegen der großen Länge, da sie nicht ausreichend stabilisierend unterstützt wird. Karosserieecken und Bleche hinter den Stoßstangen verschmutzen stark und sind aufwendig zu reinigen. Türen und Klappen sind recht ordentlich eingepaßt, moderne Maßtoleranzen gelten nicht.
Die gesamte Anmutung ist sportlich-elegant. Für die Zeit sehr reichhaltige Ausstattung: Türschlösser auf beiden Seiten, klappbare Sonnenblenden, Kurbelfenster, abschließbares Handschuhfach. Verdeck und Persenning. Recht ordentliche Verkleidung der Ablage hinter den Sitzen. Heizung mit Gebläse.
Drehzahlmesser, Tageskilometerzähler, Öldruckmesser und Ampèremeter. Die Instrumente zeigen verläßlich an und gehen recht genau. Tachoabweichung bei funktionierendem Tacho bei Tempo 80 +/- 5 Prozent.
Die Kofferraumauskleidung ist unzureichend (Teppichstück über dem Boden), Gepäckstücke können bei Fahrt in die ungeschützten Seitenteile drücken. Abpolstern mit einer Decke ist unerläßlich.
Das Verdeck sieht zwar wenig vertrauenerweckend aus (Sitz, Paßform, Anschluß an Karosserie), ist aber regendicht. Noch Roadster-Style, weil kein Klappverdeck, sondern jeweils über den Spriegeln anzubringender Stoff. Plexiglasscheiben vergilben bei mangelhafter Pflege leicht und sind sehr kratzempfindlich.
Kurbelfenster ohne Rahmen sind problematisch: Verlockung zum Türenschließen am geschlossenen Fenster beansprucht Führungen zu stark, außerdem starke Klapperneigung. Hebemechanismus im TR4 ist Fehlkonstruktion, die später geändert wurde. Fenster fährt nicht in die volle Höhe, sondern muß von Hand hochgezogen werden. Ohne diese Maßnahme kein dichtes Verdeck.
Regendichtigkeit dann erstaunlich gut, im Fußraum bei Starkregen geringe Wassermengen feststellbar. Ausknöpfbare Teppiche erleichtern das Trocknen, Imprägnierung empfehlenswert.
Verchromte Stoßfänger mit Hörnern sehr pflegeintensiv, bei dunkler Lackierung aber ein Blickfang. Aluminium-Abdeckleisten über Frontscheibenrahmen und entlang Heckablage sehr pflegeintensiv aber optisch sehr ansprechend. Sportliche Roadster-Linienführung beeindruckt aus jedem Blickwinkel.

Übersichtlichkeit

Karosserieenden sind tadellos zu erkennen. Hinten angedeutete Heckflossen, vorne lang auslaufende Kotflügelenden, die der Orientierung sehr helfen. Rundumsicht bei geöffnetem Verdeck unerreicht, da kein Verdeckgestänge die Rücksicht stört und die Fensterpfosten der Frontscheibe relativ schmal sind.
Windschutzscheibenrahmen allerdings etwas niedrig, dadurch Ampelsicht bei geschlossenem Verdeck stark beeinträchtigt bei längeren Fahrern. Rücksicht durch drei Verdeckfenster tadellos.
Verchromte Scheibenwischerarme und Wischerblätter blenden stark bei Sonne.
H4-Licht aus relativ großen Rundscheinwerfern recht hell, aber durch eng stehende Lampen nicht sehr breit am Fahrbahnrand. Fernlicht tadellos.

Ein-/Ausstieg

Bei geöffnetem Verdeck relativ problemlos. Der Einstieg in die nahezu liegende Sitzposition ist bei vorgeschobenem Sitz wegen geringer lichter Öffnung unter dem Armaturenbrett Übungssache. Für den Fahrer erfordert Einfädeln der Beine unter dem Lenkrad Gelenkigkeit (zumindest bei längeren Figuren).
Geschlossen ist die freie Türöffnung bauartbedingt sehr klein, die geringe Fahrzeughöhe erfordert extreme Beweglichkeit.
Türen schließen recht ordentlich und springen auch bei Karosserieverwindung nicht auf, Türschlösser sind etwas hakelig. Leider keine Türaufhalter und auch keine tauglichen Anschlagbegrenzer, weshalb die freien Türbleche durch die hintere Kante der Vorderkotflügel eingedrückt werden können.

Kofferraumvolumen

Der Kofferraum ist überraschend geräumig. Zwei Trolleys und Kleinzeug lassen sich auf der Abdeckplatte der Reserveradmulde problemlos unterbringen. Bleibt das Reserverad weg, ist Platz zum Unterbringen von Verdeck und Persenning sowie weiterem Kleingepäck. Kofferraumform sehr praktisch und recht hoch.
Sehr große weitere Ablage hinter den Rücksitzen von nahezu nochmals demselben Volumen (spätere Modelle mit modernem Verdeck haben wesentlich weniger Platz – TR 4 IRS, TR 5 usw.). Durch vorklappbare Sitze bestens zu erreichen. Urlaubsgepäck für drei Wochen läßt sich ohne weiteres verstauen.

Kofferraum-Zugänglichkeit

Durch sehr große Klappe über fast die ganze Fahrzeugbreite gut zugänglicher Kofferraum. Öffnungswinkel der Klappe etwas gering, dafür sehr sichere Arretierung. Keine Variabilität.
Sichere Verriegelung durch Drehgriff mit Schloß.

Innenraum

Bedienung

Bedienung überwiegend funktionell angelegt aber teilweise sehr kraftraubend. Wichtigste Schalter in einer Leiste in Armaturenbrettmitte. Damals Stand der Technik, heute gewöhnungsbedürftig: Abblendschalter als Fußtaster. Lenksäule läßt sich in der Werkstatt etwas in der Länge verstellen, um langbeinigen Fahrern mehr Bewegungsfreiheit unter dem Lenkrad zu verschaffen.
Vordersitze lassen sich in Länge und Lehnenneigung verstellen (neue Sitze aus dem letzten TR 6-Modell nachgerüstet). Fensterheber und Türöffner recht gut zu erreichen. Türgriffe innen unter der Fenstersäule gut erreichbar.
Hauptinstrumente Tacho und Drehzahlmesser tadellos im Blickfeld des Fahrers, sehr große und gut ablesbare Skalen. Nebeninstrumente zentral im Armaturenbrett, aus den Augenwinkeln ganz gut zu sehen, Tank- und Temperaturanzeige bei großen Fahrern durch rechten Arm und Lenkrad etwas verdeckt. Instrumentenbeleuchtung unzureichend.
Zündschloß in Armaturenbrettmitte sehr praktisch, da kein vor den Knien pendelnder Schlüsselbund stört. Dafür fehlt ein Lenkschloß.
Ablagen in den Türen und Handschuhfach sehr groß. Heckablage tadellos zu erreichen.
Handbremshebel leider im Beifahrerfußraum und damit schwer zu erreichen. „Fly-Off“-Hebel für Alltagsbetrieb wenig zweckmäßig.
Scheibenwischer mit nur einer Geschwindigkeit und unzureichendem Wischfeld. Scheibenwascher pneumatisch mit ausreichendem Waschwasservorrat.
Verdeckaufbau aufwendig, da kein Klappverdeck. Dafür wenig Platzverlust im Heckbereich durch kleines Verdeckgestänge. Gesondertes Lagern des Verdeckes kostet dafür Kofferraum. Aufbau erfordert Geschick und Kraft (Einfädeln entlang der Führung am Frontscheibenrahmen, richtige Reihenfolge beim Verspannen).
Pedalerie steht sehr eng zusammen. Keine Stütze für den linken Fahrerfuß vorhanden außer Abblendschalter. Dadurch häufig versehentlich eingeschaltetes Fernlicht. Für kurzbeinige Fahrer sehr schlecht erreichbar, da zu weites Vorrücken des Sitzes an das Lenkrad erforderlich.
Lenksäule steht etwas zu tief für sehr große Fahrer, denen das Lenkrad ruhig noch etwas weiter entgegenkommen dürfte.

Raumangebot vorne

Fahrersitz für Personen bis 190 cm Größe einstellbar. Bei geschlossenem Verdeck sehr angenehme Kopffreiheit. Innenbreite naturgemäß beschränkt, Schulterkontakt nicht zu vermeiden. Fahrzeug ist ja nur 146 cm breit! Beinfreiheit in der Länge enorm, Fußraum dafür vor allem auf Fahrerseite sehr schmal. Die liegende Sitzposition macht bei großen Fahrern eine leichte Froschhaltung erforderlich, um ausreichend Bewegungsraum für die Lenkung zu behalten.
Für Fahrzeuggröße und –kategorie selbst im Vergleich mit modernen Nachfolgern sehr ordentliches Raumangebot.

Komfort

Federungskomfort

Federung insbesondere der Hinterachse (Starrachse an Blattfedern) äußerst hart. Kurze Fahrbahnstöße werden ungefiltert weitergegeben. Fahrzeug ist auch auf äußerlich ebenen Straßen ständig in Bewegung. Vorderachse federt recht manierlich, ist durch schweren Motor auch hoch belastet. Lange Fahrbahnwellen werden gut gemeistert. Höheres Fahrtempo mildert die Stöße nicht sondern erhöht deren Frequenz. Beladung bewirkt eine nennenswerte Verbesserung. Dämpfer sind hart, Fahrzeug wippt nicht nach und wirkt sehr straff. Nahezu keine Seitenneigung auch bei forcierter Kurvenfahrt.
Fahrwerksgeräusche im Alltag nicht feststellbar, da allgemeine Fahrgeräusche alles übertönen. Bei Rollenlassen mit abgestelltem Motor nur leichtes Abrollgeräusch der Reifen vernehmbar (Hankook K 715 in 165/80 R 15 - sehr empfehlenswert!).

Sitzkomfort

Nachgerüstete Sitze aus TR 6-Reihe sind nicht sehr breit auch wegen des schmalen Einbaumaßes zwischen Außenwand und Kardantunnel, aber sehr angenehme Länge der Sitzfläche und hohe Rückenlehne. Feste Polsterung und gute Unterstützung des Rückens, jedoch kein ausreichender Seitenhalt. Lehnenneigung verstellbar und Lehne vorklappbar (sehr praktisch bei Verdeckmontage). Höheneinstellbare Kopfstützen zwar nicht periodengerecht aber sehr komfortabel bei längerer Fahrt.
Ledersitze regen leicht zum Schwitzen an, sind aber besser als Kunstleder im Temperaturverhalten.
Haltegriff für den Beifahrer unter dem Handschuhkasten groß und gut zu greifen.
Langbeinige Fahrer kommen mit dem linken Knie an den Türöffner, was auf die Dauer lästig ist. Vorschieben in die Verriegelungsposition hilft nicht, da der Hebel in Ruhestellung zurückkehrt. Kleineres Lenkrad unbedingt empfehlenswert, um etwas mehr Platz zu schaffen.

Innengeräusch

Der Geräuschpegel ist bei jedem Tempo hoch bis sehr hoch. Sehr deutlich hörbare Ansauggeräusche. Der Auspuff ist trotz Serienkonfiguration mit drei Schalldämpfern recht laut, Umrüsten auf Edelstahl fördert die Emissionen. Windgeräusche bei geschlossenem Verdeck ab Tacho 130 sehr laut. Das Problem ist die mangelhafte Paßgenauigkeit aller Nachrüstanlagen im Bereich der Rahmendurchführung und damit verbundene Berührung des Rohres mit dem Karosserierahmen. Der letzte Schalldämpfer liegt sehr nahe am Bodenblech und überträgt Geräusche. Eine maßgefertigte Anlage sichert den gewünschten Klang bei Vermeiden der geschilderten Probleme.
Bei geöffnetem Verdeck angenehme Reisegeschwindigkeit bis 140 km/h bei herabgekurbelten Scheiben.
Fliegerhaube sehr empfehlenswert - sieht aber skurril aus ... Für sehr schnelles Offenfahren (Tempo 140 und mehr) Fliegerbrille unerläßlich, Windschläge auf die Augen ermüden stark.
Reifen rollen recht laufruhig ab. Keine Getriebegeräusche, kein Brummen aus dem Antrieb auch bei hoher Last. Bei konstanter Fahrt mit Tempo 140 und rund 3500/min zwar lauteres Motorgeräusch aber keinerlei störende mechanische Frequenzen.

Klimatisierung

Starke Innenraumaufheizung durch Auspuffanlage insbesondere im Fußraum. Heizung bei warmem Motor für die Bauperiode wirkungsvoll und bis +5 Grad beim Offenfahren mit mäßigem Tempo ausreichend. Ein gut heizender TR4 hat den falschen (modernen) Thermostat drin und ist dabei, seinen Zylinderkopf zu ruinieren - das muß man wissen! Heizungsluft läßt sich auch auf die Frontscheibe lenken.
Bei geschlossenem Verdeck Heizung nahezu entbehrlich, da der kleine Innenraum schon vom Auspuff stark erwärmt wird. Typen mit nachgerüstetem Kunstlederverdeck werden innen schnell stickig, da Verdeckhaut nicht atmet.
Belüftung durch große Seitendüsen an sich sehr wirkungsvoll. Luftstrom zielt auf Fahrerseite ins Gesicht und die Augen durch die Drosselklappe in der Düse. Läßt sich leider nicht beheben, da nur Luftmenge, nicht aber Düsenstellung korrigiert werden können.

Motor/Antrieb

Fahrleistungen

Der langhubige Vierzylinder ermöglicht sehr ordentliche Fahrleistungen, obwohl das Fahrzeug ist für seine Größe recht schwer geraten ist. Die Maschine erreicht ein hohes Drehmoment bei sehr niedriger Drehzahl. Drehmomentverlauf für niedertouriges Fahren optimal, Mindestdrehzahl wegen Lagerbelastung und Öldruck muß beachtet werden. Das gesamte Drehzahlniveau entspricht dem eines modernen Dieselmotors, dem das Drehmomentverhalten auch entspricht. Beim Beschleunigen ist ein Ausdrehen der Gänge nie erforderlich, spätestens bei 4000/min kann geschaltet werden.
Durch recht kurze Getriebeübersetzung (Hinterachse 3,7:1) enormes Anzugsvermögen aus mittlerer Drehzahl auch im vierten Gang (selbst im Overdrive). Sehr gutes Ansprechen auch auf kleinste Gaspedalbewegungen (Zugkraft des Motors nimmt spontan zu, Drehzahl steigt nicht so schnell – optimales Ergebnis eines Langhubmotors). Fahrzeug wirkt sehr lebendig und ermuntert zu flotter Landstraßenfahrt.

Fahrleistungen nach Handmessung: 20 – 100 km/h ca. 10 Sekunden (Kupplung durch Messung aus dem rollenden Fahrzeug geschont), Höchstgeschwindigkeit im 4. Gang ohne Overdrive nicht ermittelt, da bei 5000/min das Fahrzeug weiter beschleunigt und dann schon 180 km/h auf dem Tacho erreicht sind. Rücksicht auf die alten Komponenten verbietet dauerhaftes Ausnutzen der Leistungsfähigkeit. Sinnvolle Höchstdrehzahl 4000/min zur Motorschonung.

Laufkultur

Auslegung mit langem Hub und nur drei Kurbelwellenlagern und sehr hohe Schwungmasse sorgen für relativ zähes Hochdrehen, wobei aber selbst bei 5000/min noch keine Zeichen mechanischer Überbeanspruchung spürbar werden. Im Alltag sind diese Drehzahlen sogar schädlich, das Werk weist in der Betriebsanleitung darauf hin, daß die Maschine nicht für Dauerdrehzahlen von mehr als 4500/min ausgelegt sei. Überforderung ist dem Motor sofort anzumerken (falsche Drehzahl, zu hohe Last).
Gasannahme mit zwei SU-HS 6-Vergasern stets sehr sauber und lochfrei. Motor läßt sich kaum abwürgen wegen hoher Schwungmasse. Die originalen H6 sind eine Fehlkonstruktion sowohl wegen der Führung der Gasbetätigung (einseitige Belastung der Drosselklappenwellen und Verschleiß) und der Choke-Betätigung (Düsenstock verklemmt sich spätestens bei jedem zweiten Mal).
Kaltstart mit sehr schwer bedienbarem Choke tadellos. Warm- und Heißstart vorbildlich.
Motorgeräusch sehr kernig aber sympathisch in der Frequenz. Bei niedrigen Drehzahlen unter 2000/min und höherer Last typisches Ansaug- und Auspuffgeräusch, das Fans suchen. Scharfes Ansauggeräusch bei Hochschalten um ca. 4000/min.
Antriebsstrang kann sich unter hoher Last und bei Kurvenfahrt verwinden, kurzes Gaswegnehmen hilft. Selbst Umrüsten auf bessere Motorlager gibt keine endgültige Abhilfe.

Schaltung

Getriebe läßt sich nur mit sehr hohem Kraftaufwand schalten. Kalt ist beim Hochschalten Doppelkuppeln hilfreich und mit Übung Zwischengas. Schaltwege normal lang, Gangrastungen sehr präzise. Zuverlässige Synchronisation, wenn die Gänge mit Verstand geschaltet werden.
Kupplung erfordert sehr hohe Bedienkraft bei recht langem Pedalweg. Hydraulische Betätigung. Bei Schalten unter Last ist die Kupplung von der großen Kraft des Motors überfordert und neigt zum Durchrutschen. Nachrüstkupplungen haben stärkere Federn und damit noch höhere Bedienkräfte.

Getriebeabstufung

Sehr kurz abgestuftes Getriebe, so daß die Höchstgeschwindigkeit deutlich über der Nenndrehzahl und der höchstzulässigen Dauerdrehzahl erreicht wird. Für schnellere Autobahnetappen ohne Overdrive ungeschickte Abstufung. Bei 4000/min werden im 4. Gang ohne Overdrive erst 140 km/h erreicht. Andererseits genügt diese Abstufung den Ansprüchen bei offenem Fahren vollauf und der vierte Gang ist praktisch ab Tempo 70 uneingeschränkt auch für Überholspurts verwendbar. Overdrive zu den Gängen 2-4 (!!) senkt die Drehzahlen um 20 %. Witzig: in der Stadt 2 oder 2 mit OD, auf der LAndstraße 3 oder 3 mit OD, auf der Autobahn 4 oder 4 mit OD - Kupplungsfuß hat Pause. Durch sehr elastische Motorcharakteristik erster Gang nur zum Anfahren erforderlich und Abbiegen selbst im dritten Gang völlig problemlos. Motor zieht aus Leerlaufdrehzahl mit ungeheurer Kraft an.

Fahreigenschaften/Sicherheit

Richtungsstabilität

Geradeauslauf durch großen Raddurchmesser auf ebener Fahrbahn sehr gut. Auf unebener Fahrbahn überträgt sich die Unruhe auf die Karosserie, deren Verwindungen den Geradeauslauf etwas beeinträchtigen. Geradeauslauf auf sehr unebener Fahrbahn durch Versetzen der Hinterachse beeinträchtigt. Bei Gewöhnung dennoch keine Unsicherheit.
Recht hohe Seitenwindempfindlichkeit schon bei offenem und stärker bei geschlossenem Verdeck.

Kurvenverhalten

Sehr neutrales Verhalten in Kurven. Übersteuern setzt „unter Zug“ spät und sehr gut kontrollierbar ein. Fahrzeug neigt nicht zum Ausbrechen. Trotz sehr schweren Motors noch kein starkes Untersteuern z.B. bei Bergabkurven. Trotz geringer Hinterachsbelastung noch gute Traktion, also keine relativ schnell durchdrehende Antriebsräder. Dennoch auch bei Nässe keine besondere Vorsicht erforderlich. Fahrzeug macht einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck.
Vor der Verwendung zu großer Reifen muß gewarnt werden: Die Karosserie kann beim Einfedern auf dem Reifen aufsetzen, 185 R 15 ist deshalb nicht zu empfehlen.
Luftdruckangaben der historischen Betriebsanleitung sind für moderne Reifen nicht empfehlenswert. Recht probat und ein Kompromiß aus Straßenlage, Lenkkräften und Komfort ist bei vorne 2,0 bar und hinten 2,2 bar.

Handlichkeit

Nicht besonders kleiner Wendekreis, da der im Vergleich riesige Motor und die Radkästen bei dem schmalen Fahrzeug den Lenkeinschlagwinkel begrenzen.
Lenkung erstaunlich präzise und richtungsgenau, kein Spiel vorhanden. Stoßempfindlichkeit noch erträglich. Gutes Lenkgefühl nach Gewöhnung an den Kraftaufwand.
Sehr hohe Lenk- und Haltekräfte erforderlich, im Stand äußerst schwergängige Lenkung. Umrüstung auf MotoLita-Lenkrad mit kleinerem Durchmesser wegen des Platzes für die Beine bei großen Fahrern empfehlenswert (und periodengerecht). Lenkradkranz des Serienlenkrades sehr dünn und rutschig. Lenkkräfte steigen dann natürlich an. Handschuhe sind stets ratsam.

Bremsen

Einkreisbremsen als damaliger Stand der Technik, vordere Scheibenbremsen aufwendig für die Zeit. Keine Bremshilfe, also sehr hohe Pedaldrücke erforderlich. Umrüsten auf verbesserte Lucas-Scheiben und Stahlflex-Bremsleitungen empfehlenswert (und teuer).
Dosierbarkeit nach Gewöhnung an die Pedalkräfte erstaunlich gut. Bremswirkung den Fahrleistungen angemessen. Kein Nachlassen bei höherer Beanspruchung, keine besonders steigenden Pedalkräfte. Keine vorzeitige Blockierneigung, Blockiergrenze durch gutes Pedalgefühl fein regulierbar. Bremse verzögert auch auf unebener Fahrbahn sehr spurtreu bei Lenkung in Geradeausstellung. Bei Kurvenfahrt provoziert etwas kräftigeres Bremsen Lastwechsel, da keine Bremskraftregelung vorhanden.
Handbremswirkung sehr zuverlässig bei im Vergleich niedriger Zugkraft am soliden Hebel. Fahrzeug läßt sich auch aus hohem Tempo nur mit der Handbremse sicher verzögern. Bremsanlage allerdings einstellempfindlich. Kein übermäßiger Belagverschleiß feststellbar.

Sicherheit

Verbundglasfrontscheibe und Abreißelement in der Lenksäule sind die einzigen Vorkehrungen gegen Verletzungen.
Keine Rückhaltesysteme, keine Knautschzonen. Beim Aufprall löst sich im Zweifel die Karosserie vom Rahmen und klemmt die Insassen ein. Denen bleibt dann nur die Hoffnung, vorher aus dem Wagen geschleudert worden zu sein.

Umwelt

Auch bei Oldtimern nicht ganz uninteressant ...

Verbrauch

Für das Fahrzeugalter und die schon damals wenig fortschrittliche Motorkonstruktion genügsame Verbrauchswerte. Im Mittel reichen 9,5 L/100 km (Super). Sehr ruhige Landstraßenfahrt geht auch mit 8 L/100 km. Um Überhitzung unter Last zu verhindern, sollte eine etwas fettere Motoreinstellung bevorzugt werden, die einen Mehrverbrauch von ca. 0,5 L/100 km bedeutet. Motor reagiert auf unterschiedliche Fahrweise nicht mit wesentlichen Schwankungen im Verbrauch.
Kurzstreckenverbrauch bei häufigen Kaltstarts bis zu 15 L/100 km. Ventilschutz möglicherweise empfehlenswert, wenn keine Umrüstung auf bleifrei, obwohl zu Zeiten der Motorentwicklung noch gar kein Bleibenzin erhältlich war.
Volltanken nur bis zum Abschalten der Zapfpistole ratsam. Tanküberlauf liegt versteckt im Stutzen und führt Übermengen sofort ins Freie. Dann auch sehr starke Geruchsbelästigung im Fahrzeug spürbar.

Abgas

Die Abgaswerte genügen heutigen Anforderungen überhaupt nicht mehr. Das Fahrzeug verursacht starke Geruchsbelästigungen durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Im Fahrzeuginneren bei geschlossenem Verdeck im Leerlauf deutlich ansteigende Geruchsbelästigung. Bei Stau können Kopfschmerzen auftreten! CO läßt sich aber unter 4,0 Vol % einregulieren.

Wirtschaftlichkeit

Betriebskosten

Bei heutigen Kraftstoffpreisen etwas erhöhte Betriebskosten, für Fahrzeugklasse und Alter normaler bis geringer Aufwand. Ölverbrauch hängt extrem vom technischen Zustand des Motors ab, bei meinem Fahrzeug kein Nachfüllen zwischen den Wechseln erforderlich. Verbrauch geschätzt 0,2 L/1000 km.

Werkstatt-/Reifenkosten

Recht hoher Wartungsbedarf durch eine Vielzahl von Schmierstellen. Halbierte Ölwechselintervalle sind empfehlenswert, um stets optimalen Betrieb der Maschine und bestmögliche Motorsauberkeit zu sichern (alle 3.000 km). Verwendung von Klassiker-Ölen nicht zwingend bei geeigneter Motorrevision. Hier verwendet: 10 W 40 modernes Mehrbereichsöl.
Nahezu jedes mechanische Teil des Wagens ist in irgendeiner Weise zu pflegen, einzustellen und zu schmieren. Wenigstens einmal jährlich ist eine große Durchsicht erforderlich, die ohne Reparaturen zwischen 300 und 400 EUR kosten kann. Bei regelmäßiger Durchsicht an sich sehr zuverlässig, aber die Belastabreit der alten teile entspricht bei weitem nicht modernen Vorstellungen. Fahrzeuglebensdauer nach Hersteller: 7 Jahre oder 50.000 miles!! Da sind die erreichten 46 Jahre nicht schlecht, auch der Motorblock und Kopf sowie Hinterachse sind noch die ersten Teile bei meinem.
Ersatzteile sind manchmal sehr gut verfügbar, wenn auch viel "Indienschrott" am Markt ist (der im Zweifel nur eine Saison hält!). Ersatzteilpreise auf für Oldtimer noch gerade so günstigem Niveau. Optimierungen anläßlich sowieso fälliger Ersatzmaßnahmen bieten sich an, solange die Originalität annähernd gewahrt bleibt (Drehstromlichtmaschine, Sportanlasser, elektronische Zündung, Bremsen).
Reifenverschleiß ist gering, eher wird das Alter einen Austausch erforderlich machen. Ersatz in Größe 165 R 15 ist billig. Hankook ein sehr gutes modernes Profil in dieser Größe im Programm!
Wertverlust

Bei ständiger sachgemäßer Pflege und regelmäßigem Bewegen ist das Fahrzeug ein äußerst dankbarer Gebrauchsgegenstand. In gutem Zustand und bei stabilem Marktverlauf ist Wertverlust eigentlich nicht zu erwarten. Ob alle individuellen Verbesserungen noch bei Käufern Interesse finden, muß offen bleiben. Gute bis sehr gute Exemplare sind rar und teuer.

Fixkosten

Durch H-Zulassung feste KFZ-Steuer und sehr günstige Versicherungsprämien halten die Fixkosten auf günstigem Niveau (incl. Vollkasko ca. 180 EUR jährlich). Clubbeitrag für TR-Register oder ähnliche Zusammenschlüsse sollte unbedingt wenigstens anfangs eingeplant werden.

So oder so ähnlich würde wohl mit heutigen Augen ein solcher „Test“ ausfallen – wobei alle Beurteilung subjektiv sind und andere vielleicht eine abweichende Meinung haben werden … aber das Fahrgefühl in einem solchen alten Roadsterist so oder so für Fans unbezahlbar!

Markus

Alle Varianten
Triumph TR4 2.2 TR 4 (100 PS)

  • Leistung
    73 kW/100 PS
  • Getriebe
    Manuelles Getriebe/ Gänge
  • 0-100 km/h
  • Neupreis ab
  • Verbrauch nach Herstellerangaben
    0,0 l/100 km (kombiniert)
  • Energieeffizienz­klasse

Technische Daten Triumph TR4 2.2 TR 4 (100 PS)

Allgemeine Merkmale
FahrzeugklasseSportwagen
KarosserieformRoadster
Anzahl Türen2
Sitzplätze
Fahrzeugheck
Bauzeitraumab
HSN/TSN
Antrieb
GetriebeartManuelles Getriebe
Gänge
Hubraum2.138 ccm
Leistung (kW/PS)73 kW/100 PS
Zylinder
Antriebsart
0-100 km/h
Höchstgeschwindigkeit
Anhängelast gebremst
Anhängelast ungebremst
Maße und Stauraum
Länge
Breite
Höhe
Kofferraumvolumen
Radstand
Reifengröße
Leergewicht
Maximalgewicht
Antrieb
GetriebeartManuelles Getriebe
Gänge
Hubraum2.138 ccm
Leistung (kW/PS)73 kW/100 PS
Zylinder
Antriebsart
0-100 km/h
Höchstgeschwindigkeit
Anhängelast gebremst
Anhängelast ungebremst

Umwelt und Verbrauch Triumph TR4 2.2 TR 4 (100 PS)

Kraftstoffart
Tankinhalt
Kraftstoffverbrauch nach Herstellerangaben0,0 l/100 km (kombiniert)
l/100 km (innerorts)
l/100 km (außerorts)
CO2-Emissionen nach Herstellerangaben
Tatsächlicher Kraftstoffverbrauch
Tatsächliche CO2-Emissionen
Schadstoffklasse
Energieeffizienzklasse

Alternativen

Triumph TR4 2.2 TR 4 100 PS (1961–1967)