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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 17. November 2011

Die LA Auto Show ist eine kleine Messe. Nett formuliert, könnte man sie übersichtlich nennen, weniger charmant eine Provinzausstellung. Nichts desto trotz genießt sie einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Das liegt zum einen an den Besucherzahlen. Rund eine Million Interessenten werden während der zehntätigen Publikums-Veranstaltung erwartet. Der Großraum Los Angeles bietet zudem zahlungskräftige Kundschaft. Nicht umsonst sieht man im Stadtverkehr der Metropole in den angesagten Viertel überwiegend Fahrzeuge aus deutscher Produktion herumfahren. Dazu gesellen sich noch europäische, nicht ganz günstige Sportwagen.

Kein Wunder also, dass die deutschen Premiumhersteller sich in LA gekonnt in Szene setzen. Audi kann zwar in diesem Jahr mit keiner Neuheit dienen, hat aber das volle Fahrzeug-Programm dabei. Mit S6, S7, S8 sowie A8 GT Spyder bietet man den Schönen und Reichen Alternativen. Diese sind auch auf dem BMW-Stand unter den üblichen – allen voran X6 -Verdächtigen zu finden. Die Messe-Premiere des neuen 3er, der gerade in Europa erstmals gefahren werden kann, verschieben die Münchner in den Winter nach Detroit. In Los Angeles bringen sie ihr Elektro-Engagement zur Geltung. Der i3 und der i8 Concept sind gut fürs grüne Image. Nicht ganz unwichtig in Kalifornien, schließlich sind hier die Abgasanforderungen besonders hoch und im hiesigen Show-Biz sind Öko-Fahrzeuge in. Wenn sie auch noch schnell sind, umso besser.

Apropos schnell: Bei Mercedes stellt man unter anderem das C63 AMG Black Series Coupé sowie den SLK 55 AMG Roadster vor. Mit 380 kW/517 PS bzw. 310 kW/422 PS stellen sie die Leistungshungrigen zufrieden. Der größte Mercedes steht aber etwas verschämt in einer Ecke. Der Transporter Sprinter passt nicht ganz zum edlen Stern-Anspruch in Kalifornien.

Über Leistung brauchen die Kollegen aus Zuffenhausen nicht wirklich zu reden. Ihre Sportler verkaufen sich an der Westküste besonders gut. Die Sportwagen-Ikone 911 kommt schon optisch so schön daher gefahren, dass die PS-Zahl fast nebensächlich ist. Anders beim Panamera: Nicht dass er schlecht aussehen würde, aber als GTS ist sein Auftreten nochmals geschärft. Dito seine Leistung: Mit 316 kW/430 PS ist er nicht untermotorisiert.

VW zählt in Deutschland nicht direkt zu der Premium-Riege. Anders in den USA –- Jetta sowie der Passat und das zugehörige Coupé CC haben es den Amerikanern angetan. Der eben eingeführte Beetle soll sich ebenfalls zum Renner entwickeln. Bis es verkaufsmäßig soweit ist, zeigen die Wolfsburger schon einmal die R-Variante. Diese dürfte, wenn sie in zwei bis drei Jahren an den Start geht, um die 250 Pferdestärken mobilisieren.

Derweil setzt Ford auf andere Qualitäten. Hier in LA ist man als heimischer Anbieter präsent. Das Kompakt-SUV Escape zeigt schon einmal, wie der Kuga-Nachfolger aussehen wird. Außerdem ist man von der Notwendigkeit eines umfangreichen Angebots an social-media-Möglichkeiten im Auto überzeugt.

Beim Thema Kompakt-SUV kommen weitere Hersteller ins Spiel. Honda zum Beispiel. Der CR-V tritt in der vierten Generation ab Mitte Dezember in den USA an. In Deutschland müssen sich die Fans noch ein wenig gedulden. Vermutlich erst Ende 2012 feiert er hier sein Debüt. Bereits im Frühjahr bringt Mazda den CX-5 auf den deutschen Markt. Beide japanische Hersteller rücken zudem den effektiven Umgang mit Treibstoff in den Mittelpunkt ihres Messeauftritts. Honda zeigt die Elektro-Variante des Jazz, Mazda präsentiert seine neue und sparsame Motorengeneration „Skyactiv“.

Bei Toyota lässt sich selbstverständlich die Prius-Familie betrachten. Konzern-Schwester Lexus stellt die sportlich gestylte Business-Limousine GS 350 F Sport in den Mittelpunkt des Messeauftritts. Echte Neuheiten spart man sich für die Heimatmesse in Tokio auf. Nissan und Infiniti sind ebenfalls auf der Motorshow vertreten und machen deutlich, dass sie in den USA keinesfalls ein kleiner Nischenanbieter sind. Speziell für den US-Markt hat Infiniti mit dem JX ein Groß-SUV für bis zu sieben Personen entwickelt.

Längst aus der Nische heraus gekommen, sind die Koreaner. Im Stadtbild von Los Angeles fallen die vielen Hyundai- und Kia-Fahrzeuge auf. Anders als in Deutschland sind sie nicht nur bei Klein- und Kompaktwagen stark, sondern auch in der Mittelklasse. Kia unterstreicht zudem mit der GT-Studie, dass man ein ernst zu nehmender Wettbewerber ist, der weiter nach oben strebt.

Und die Amerikaner: Die sind natürlich auch da. Wobei „natürlich“ gar nicht selbstverständlich ist. Die schwere Wirtschaftskrise macht ihnen immer noch zu schaffen. Ob es daran liegt, dass ihre Präsentation so lust- und lieblos wirkt? Immerhin, sie leben noch, das scheint zu genügen. Themen wie Verbrauchsreduzierung kommen fast gar nicht vor. Dafür riesige Pickups wie der Silverado von Chevrolet oder der Raptor von Ford.

Chevrolet hat den Kleinwagen Spark im Gepäck, Fiat neben dem Cinquecento sowie dessen Abarth-Ableger die Chrysler-Modellpalette. Gemessen an der Blechmenge gibt der amerikanische Junior-Partner noch den Ton an. Aber wer weiß? Vielleicht machen es die Italiener im nächsten Jahr ähnlich wie Mini oder Smart und präsentieren ihren Kleinen mit mehr Selbstbewusstsein. Platz genug ist dafür noch auf dem Messegelände.

Eigentlich ist die Autowelt eine globale. Dass lokale Messen trotzdem von Bedeutung sind, beweist die Los Angeles Motorshow. Der Großraum beherbergt einfach zu viele gut situierte Käufer vor allem für deutsche Modelle.

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Fazit
Eigentlich ist die Autowelt eine globale. Dass lokale Messen trotzdem von Bedeutung sind, beweist die Los Angeles Motorshow. Der Großraum beherbergt einfach zu viele gut situierte Käufer vor allem für deutsche Modelle.

Quelle: Autoplenum, 2011-11-17

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