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Testbericht

12. Februar 2015
Berchtesgaden, 12. Februar 2015 - Es gibt Typen, die werden nicht älter, nur besser. Beispiel gefällig? Das Phänomen Volvo XC60! Als das nordische Pendant zu BMW X3, Audi Q5 und Co. Ende 2008 auf den Markt kam, sagten alle: "Oooh, ist der schön!", und sie sagten auch: " Oooh, fährt der toll!". Und jetzt, schlappe sechseinhalb Jahre später sagen das die meisten immer noch. Glücklicherweise (vor allem für Volvo) wird aber nicht nur gelobt, sondern auch fleißig gekauft. Immer noch und immer mehr. Der XC60 hat im letzten Jahr ein sattes Plus von 28,5 Prozent eingefahren. In Deutschland machte er mit über 11.000 verkauften Exemplaren mehr als ein Drittel des Markenabsatzes aus. Europaweit liegt er sogar vor Audi Q5, BMW X3/X4 und Mercedes GLA an der Spitze seines Segments. Viel Leistung, kein Allrad Damit das so weitergeht (der Nachfolger lässt noch ein wenig auf sich warten), wird immer wieder behutsam gepflegt. Jetzt zum Beispiel hält ein neuer Top-Benziner Einzug. Er stammt aus der Drive-E-Vierzylinder-Familie, auf die die Schweden so stolz sind und um das "Top" zu rechtfertigen, hat er einen Turbolader, einen Kompressor und 306 PS. Was er allerdings nicht hat, ist ein Allradantrieb. Nicht nur weil der XC60 ein SUV ist, klingt das ziemlich hanebüchen. Und nicht nur weil es derzeit ziemlich weiß und rutschig ist, fährt es sich auch so. Ja, Antriebseinflüsse Auch wenn das aufgepumpte Zweiliter-Motörchen oben raus etwas dünner ist als ähnlich starke Sechszylinder, hat es nämlich die meiste Zeit mächtig viel Bumms. Und dieser Bumms bringt die angetriebenen Vorderräder die meiste Zeit gehörig ins Schwitzen. Es braucht nicht viel Gas, um hilflos scharrende Vorderräder und ein wild blinkendes ESP-Lämpchen heraufzubeschwören. Außerdem zieht und zerrt es beim Beschleunigen in der Lenkung, wie in der ersten Reihe eines Justin-Bieber-Konzerts. Das ist in zweierlei Hinsicht doof, denn erstens würde der neue und durchzugsstarke Antrieb mit seiner schnellen, unaufgeregten Achtgang-Automatik ganz prächtig zum Charakter des XC60 passen und zweitens ist der Rest des XC60 noch immer richtig knorke.
Sehr leise, sehr angenehm In Sachen Komfort zum Beispiel. Der Kleinere der beiden hohen Schweden ist toll gekapselt und sehr leise (nur bei höheren Drehzahlen verfällt der Motor in ein etwas angestrengtes Schreien). Auch das Fahrwerkslayout - der Testwagen hatte weder die adaptiven Dämpfer noch das knüppelharte Sportfahrwerk an Bord - verspricht hohe Cruiser-Qualitäten, ohne den T6 zu einem wild schaukelnden Ausflugsdampfer zu machen. Natürlich kommt er nicht an die Spaß-Qualitäten eines BMW X3 heran, aber er liegt noch immer sehr gut in der Hand, hat seine Karosseriebewegungen im Griff und eine gut gewichtete, wenn auch etwas gefühllose Lenkung. Die Anmutung stimmt noch immer Außerdem sitzt es sich in ihm nach wie vor hervorragend und die Qualitätsanmutung ist noch immer am oberen Ende der Skala. Lediglich beim Infotainment und der Bedienung wird (wie eigentlich in allen aktuellen Volvos) klar: Gut, dass der neue XC90 in den Startlöchern steht. Sein Infotainment-System hat einen großen Bildschirm und wenig Knöpfe. Hoffentlich haben das die anderen Volvos auch bald. Kleiner Lichtblick: Die Verbindung mit dem Smartphone funktioniert schnell und unkompliziert und sogar die Redakteurs-eigene Spotify-Musikauswahl wurde klaglos abgespielt. Bald auch mit Allrad Ihnen den Volvo XC60 T6 ans Herz zu legen, fällt dennoch schwer - zumindest vorerst. Denn gegen Herbst 2015 werden die Skandinavier das tun, was sie gleich hätten tun sollen: Ihren stärksten Vierzylinder mit einem Allradantrieb zusammenspannen. Die Kombination aus XC60, 306 PS und vier angetriebenen Rädern klingt ziemlich verlockend. Bis dahin sind Sie womöglich mit einem der beiden Fünfzylinder-Diesel plus Allradantrieb (im D4 AWD mit 181 PS, im D5 AWD mit 215 PS) besser bedient. Parallel wird auch der ältere und ziemlich trinkfeste 3,0-Liter-V6-Allrad-Benziner mit 304 PS weiter angeboten. Der neue, vorderradgetriebene T6 startet bei 47.400 Euro. Zum Vergleich: Der ebenfalls 306 PS starke BMW X3 xDrive 35i (allerdings mit Allrad und Sechszylinder) kostet mindestens 54.600 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Anzahl Gänge:8
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihenmotor, Turbo, Kompressor
Hubraum:1.969
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:225 kW (306 PS) bei UPM
Drehmoment:400 Nm bei 2.100-4.500 UPM
Preis
Neupreis: 47.400 €
Fazit
Die durchaus schlagkräftige Kombination aus neuem Turbo-Kompressor-Vierzylinder und geschliffener Achtgang-Automatik wirkt ohne Allradantrieb ein wenig verloren. Der vorderradgetriebene XC60 T6 bringt seine 306 PS und 400 Newtonmeter nicht so richtig auf die Straße. Für den Rest des schwedischen Erfolgs-SUVs gilt: Kann man getrost kaufen! Schön, gediegen, handlich, sicher und komfortabel ist er nämlich noch immer. + Durchzugsstärke, ordentliche Fahrdynamik, hohe Wertigkeit - Frontantrieb, Bedienung
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2015-02-12

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