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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. Dezember 2020
Beim Thema Elektroauto geht es nach wie vor um das Henne-Ei-Prinzip. Ohne eine entsprechend große Zahl von Ladesäulen, kaufen viele kein Elektroauto. Und ohne eine genügend große Zahl von Elektroautos lohnt es für die meisten Betreiber nicht, Ladesäulen aufzustellen.

\"Wer die aktuellen Diskussionen um den Ausbau der E-Auto-Ladeinfrastruktur verfolgt, könnte den Eindruck gewinnen, dass der Erfolg der E-Mobilität allein an der Anzahl der öffentlichen Ladesäulen hängt. Aber das ist ein Trugschluss\", unterstreicht Berylls-Analyst Andreas Radics, \"Berylls hat für fünf wichtige europäische Märkte das Verhältnis zwischen der Anzahl zugelassener E-Autos und öffentlichen Ladesäulen analysiert. Mit 9,2 EVs, die sich eine Ladesäule teilen müssen, liegt Deutschland in dieser Übersicht nur im Mittelfeld. In Frankreich vor allem aber in den Niederlanden sieht das Verhältnis erheblich besser aus. Hier entfallen weniger E-Autos auf die vorhandenen Ladepunkte. Dass in den Niederlanden und Frankreich verhältnismäßig mehr E-Autos pro Kopf zugelassen sind, überrascht nicht. Schauen wir uns aber die Zahlen in UK und Norwegen an, wird deutlich, dass der Erfolg der EVs nicht proportional mit der Zahl der für die Allgemeinheit zugänglichen Ladesäulen steigt.\"

Im sehr kleinen, aber oft beispielhaft herangezogenen Elektroland Norwegen sind mittlerweile rund 440.000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Deutschland liegt mit knapp über 400.000 Fahrzeugen nur knapp dahinter - mit stark steigender Tendenz. In Norwegen kommen nicht rund neun Autos auf jede Ladesäule, sondern 23. Das Netz öffentlicher Ladepunkte ist in dem skandinavischen Staat nicht nur dünner als in Deutschland, sondern viel stärker ausgelastet. Und obwohl es mittlerweile zu Wartezeiten an den Ladesäulen kommt, hält der Elektroboom in Norwegen ungehindert an. Es ist nicht die Infrastruktur allein, die die Elektromobilität attraktiv macht. Vor allem in Norwegen, wo bereits viele Haushalte über eine private Lademöglichkeit verfügen, hat die öffentlichen Hand früh erkannt, dass ohne massive Förderung und Bevorzugung der EVs eine Verkehrswende nicht umsetzbar ist. Nervige Zusatzkosten wie City- / Brückenmaut, Gebühren für die Benutzung von Fähren oder das Parken auf öffentlichen Parkplätzen entfallen weitgehend für Fahrer eines Elektromobils.

Bei der Anschaffung wird auf die Kauf- und Mehrwertsteuer verzichtet und in einer Stadt wie Oslo dürfen Taxi- und Busspuren von den Elektrofahrzeugen mitgenutzt werden - noch. \"Dazu kommt, dass Norwegen mittlerweile nahezu komplett auf grünen Strom setzt und die dort fahrenden E-Autos zumindest im Betrieb CO2-neutral sind\", so Andreas Radics, \"ohne Zweifel ist es richtig, die Ladeinfrastruktur in Deutschland mit Hochdruck weiter auszubauen. Wir machen es uns aber zu einfach, wenn wir glauben, dass der Erfolg der E-Mobilität allein an einem engmaschigen Ladenetz im öffentlichen Raum hängt. Ohne kreative flankierende Maßnahmen, wie die Ausrüstung von Tankstellen mit Ladepunkten für E-Fahrzeuge, werden wir die, von der Bundesregierung als Ziel vorgegebenen, sieben bis zehn Millionen E-Autos in 2030 ganz sicher nicht erreichen.\"

Derzeit gibt es Deutschland rund 22.000 Ladesäulen. Mit großem Abstand führend sind die Großstädte München, Hamburg und Berlin. In Österreich sind es aktuell mehr als 5.200 und in der Schweiz sind es knapp über 2.000. Gerade an den Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen wird das Netz kontinuierlich ausgebaut, sodass man auch längere Strecken zurücklegen kann, ohne in Bedrängnis zu kommen, liegen zu bleiben. Immer mehr Tankstellen und Rastplätze werden daher mit Ladesäulen ausgestattet.
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Quelle: Autoplenum, 2020-12-28

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