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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 25. August 2016

Früher gab es im sogenannten Premium-Segment ein paar große Limousinen und ein paar schnelle Sportwagen. Heute sind die Edel-Hersteller längst zu Vollsortimentern geworden. Selbst in der Kleinwagenklasse kann man mittlerweile „Premium“-Autos kaufen. Und nicht nur die Menge der Modelle wird langsam unübersichtlich, auch die Zahl der Marken ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Eine Übersicht.

Das Etikett „Premium“ ist zunächst einmal nur eine Selbstzuschreibung der Hersteller. Als Marketing-Erfindung soll es vor allem höhere Preise rechtfertigen als sie die sogenannten Volumenhersteller verlangen. Im Gegenzug muss eine selbsternannte Premiummarke aber auch liefern. Entweder in Form besonders fortschrittlicher Technik, flotten Designs oder herausragender Verarbeitung. Teure Modelle oder ein großer Name allein reichen auf Dauer nicht. Schafft es eine Marke jedoch, die teils überhohen Preise dauerhaft beim Kunden durchzusetzen, ist sie extrem einträglich. Kein Wunder, dass die Zahl der angebotenen Modelle ständig wächst.

Audi hat als einer der ersten Marken konsequent den Ausbau der Modellpalette vorangetrieben. Mit dem A1 sind die Ingolstädter als einzige Marke im Segment sogar in der Kleinwagenklasse mit einem eigenen Modell vertreten. Während der Polo-Ableger und die vom Golf beziehungsweise Tiguan abgeleiteten A3 und Q3 im Kern aufgehübschte VWs sind, kommt ab der Mittelklasse (A4) eigene Technik zum Einsatz. Anders als etwa Mercedes und BMW nutzt Audi auch für die großen Modelle eine Frontantriebs-Plattform. Weil das für große und starke Autos eine eher ungünstige Antriebsart ist, hat die Marke schon früh stark auf den Allradantrieb gesetzt. Mittlerweile zählt dieser zum Imagekern. Günstigstes Modell: der Kleinwagen A1 für 15.950 Euro. Teuerstes Modell (ohne Sonderausstattung): der Supersportwagen R8 Coupé V10 Plus für 190.000 Euro).

BMW hat die konventionellen Kleinwagen zu Markentochter Mini ausgelagert, mit dem Elektromobil i3 aber den vielleicht technisch überzeugendsten Stromer im Programm. Generell stehen die Münchner aktuell eher für „Vorsprung“ auf diesem Gebiet als die Ingolstädter, hat man mit dem Hybrid-Sportwagen i8 doch auch einen der aufregendsten Öko-Modelle im Portfolio und setzt zudem auch besonders konsequent auf Carbon-Leichtbau. Generell treten die Münchner aber gerne sportlich auf, bauen im Vergleich mit der Konkurrenz auch immer noch die sehnigsten und dynamischsten Autos im Premiumsegment. Zudem ist der im internationalen Vergleich kleine Hersteller oft besonders pfiffig, BMW hat etwa die SUV-Coupés (X6 und Co.) erfunden, die dank des überragenden Erfolgs nun fleißig von der Konkurrenz nachgebaut werden. Günstigstes Modell: der kompakte 116i für 23.250 Euro. Teuerstes Modell: die Oberklasselimousine M760Li V12 für 166.300 Euro.

Cadillac war zuletzt sogar auf seinem Heimatmarkt USA ins Hintertreffen geraten. Zu schwer, zu altmodisch, zu behäbig wirkten Marke und Modelle. Seit einigen Jahren erlebt die Traditionsreiche Marke aber eine Renaissance mit Modellen wie dem modernen Mittelklässler ATS oder dem nach europäischem Vorbild auf Dynamik getrimmten Business-Gleiter CTS. Auch das neue SUV-Modell XT5 ist wieder in Schlagreichweite zu europäischen Konkurrenz gerückt. Der teils etwas barocke Ami-Stil im Interieur ist mittlerweile eher Alleinstellungsmerkmal als Verkaufshindernis. Schwieriger ist hingegen die eingeschränkte Motorenpalette: Diesel gibt es gar nicht, Vierzylinder selten und Hybridantrieb meist nur für Dickschiffe wie das Riesen-SUV Escalade. In Europa dürfte die Marke exotisch bleiben – was allerdings auch im Sinne der geneigten Käuferschaft sein dürfte. Günstigstes Modell: die Mittelklasselimousine ATS für 36.600 Euro. Teuerstes Modell: das Luxus-SUV Escalade für 99.500 Euro.

DS ist der neueste Starter im Premium-Feld. Bis vor kurzem waren die Franzosen noch eine Submarke von Citroen, mittlerweile tritt man unter eigenem Logo eigenständig auf. Unter der extrovertiert gestalteten Karosserie steckt jedoch immer noch Technik der französischen Volumenmarke. Allerdings ist das außen wie innen kaum zu sehen, so viel Aufmerksamkeit und Liebe haben die Designer den Edel-Ablegern gewidmet. Wer Originalität und auch ein wenig Schrulligkeit kühler Perfektion vorzieht, ist bei DS an einer guten Adresse. Technisch gibt es meist Hausmannskost, Ausnahme ist der aufwendige Diesel-Hybrid-Allradantrieb im aktuellen Flaggschiff DS5. Günstigstes Modell: der Kleinwagen DS3 für 15.890 Euro. Teuerstes Modell: der Business-Crossover DS5 Hybrid für 41.940 Euro.

Infiniti war in Deutschland lange eher für sein Formel-Eins-Engagement bekannt. SUV-Fans kannten vielleicht noch die schwungvoll gezeichneten Crossover-Modelle EX und FX. Spätestens seit dem Marktstart des Mercedes-A-Klasse-Ablegers Q30 dürften die Japaner aber auch auf dem Schirm durchschnittlicher Autokäufer auftauchen. Während der Kompakte und das technisch verwandte SUV QX30 auf Daimler-Technik vertrauen, sind die größeren Modelle Eigenentwicklungen oder aufgepimpte Modelle von Konzernmutter Nissan. Definierte sich die Marke zunächst vor allem über ihr Design, will man seit einiger Zeit auch technisch in die Oberliga aufrücken. Neuester Coup soll ein Turbobenziner mit vollvariabler Verdichtung werden, der hohe Leistung und niedrigen Verbrauch vereinen will. Günstigstes Modell: der kompakte Fünftürer Q3 für 24.200 Euro. Teuerstes Modell: das große SUV Q70 5.0 AWD für 70.100 Euro.

Jaguar hat sich im vergangenen Jahrzehnt bemerkenswert konsequent erneuert. Aus der barocken Landadels-Marke ist ein moderner Premium-Vollsortimenter geworden. Selbst der Neustart in der Mittelklasse nach dem Debakel mit dem X-Type zu Anfang des Jahrtausends, scheint geglückt. Die Modellpalette wirkt wie aus einem Guss, vom Mittelklässler XE bis zum Flaggschiff XJ treten alle Autos im gleichen Stil auf. Technisch punkten die Briten mit konsequentem Alu-Leichtbau und einer Familie sparsamer Vierzylinder-Diesel und –Benziner. Dazu kommt als emotionales Sahnehäubchen der Sportwagen F-Type, der die Tradition des legendären E-Type in die Jetztzeit herüberholt. Mit dem SUV-Modell F-Pace ist die Marke zudem seit kurzem im boomenden SUV-Markt vertreten. Günstigstes Modell: die Mittelklasselimousine XE für 36.450 Euro. Teuerstes Modell: der offene Sportwagen F-Type SVR 5.0 V8 für 145.400 Euro.  

Lexus ist die ältestes der japanischen Premium-Marken. Und auch die am längsten in Deutschland etablierte. Anders als in den USA konnte sich die Toyota-Tochter in den fast drei Jahrzehnten hierzulande aber nie wirklich festsetzen. Wirkten die Autos zunächst auf den ersten Blick wie eine fernöstliche Mercedes-Kopie, zeigten sie später ein starkes eigenes Profil – vor allem technisch. Bei den Deutschen kamen die avantgardistische Elektronik und der hochentwickelte Hybridantrieb aber nur bedingt an. Hier blieb der Diesel-Mercedes auch in Sachen Prestige das Maß der Dinge. Hoher Fahrkomfort, pingeligste Verarbeitung und ein etwas behäbiges Image reichten nur für einen Nischenmarkt. Mittlerweile tritt Lexus extrovertierter auf, hat dezidiert sportliche Modelle im Programm und die Modellpalette nach unten ausgebaut. Günstigstes Modell: der Kompakt-Hybrid CT 200h für 26.950 Euro. Teuerstes Modell: die Hybrid-Oberklasselimousine LS 600h für 112.000 Euro.

Mercedes ist wohl immer noch die Premiummarke per se. Konzentrierte man sich jahrzehntelang auf große Limousinen und Sportwagen, spricht man spätestens seit dem Baby-Benz 190 auch die gesunde Mittelschicht an. Mit Modellen wie der neuen A-Klasse und ihren Ablegern holt man mittlerweile auch Menschen diesseits des Gleitsichtbrillenalters ins Boot, allgemein ist das Portfolio der Marke mit dem Stern breit wie noch nie. Technisch marschiert man gemeinsam mit BMW dem Segment immer noch voran, vor allem Vernetzung, Sicherheit und autonomes Fahren steht bei den Schwaben hoch im Kurs. Mit dem AMG GT gibt es seit kurzem auch wieder einen emotionalen und ernstzunehmenden Sportwagen im Programm. Dazu kommen Allzeit-Klassiker wie der Geländewagen der G-Klasse, der Roadster SL oder die S-Klasse, die immer noch Sinnbild für automobilen Luxus ist. Günstigstes Modell: der Hochdachkombi Citan für 21.100 Euro. Teuerstes Modell: der Geländewagen G 65 AMG V12 für 273.940 Euro.

Volvo hat ähnlich wie Volvo in kurzer Zeit eine bemerkenswerte Transformation durchgemacht. Von der stiefmütterlich behandelten Ford-Konzernmarke hat man sich unter chinesischer Ägide zu einem selbstbewussten Premiumanbieter mit eigenem Technik-Profil entwickelt. Dazu zählt neben der weiterhin wichtigen Sicherheits-Technik auch ein konsequenter Downsizing-Ansatz beim Antrieb. Wo die Konkurrenz auf Sechs- und Achtzylindermotoren setzt, nutzen die Schweden ausschließlich Vierzylinder. Bei Bedarf unterstützt von Turbos oder Elektromotoren. Immerhin bis zu 300 kW/407 PS werden so aus zwei Litern Hubraum herausgeholt. Größter Pluspunkt dürfte aber aktuell das Design sein. Die neuen Modelle wie XC90, S90 und V90 zeigen ein modernes und scharfes Profil, ohne die Markentradition zu vergessen. Günstigstes Modell: der kompakte V40 für 23.750 Euro. Teuerstes Modell: das Luxus-SUV XC90 T8 Plug-in-Hybrid für 76.650 Euro.

Opel, Ford, VW und Co. bauen zweifellos gute Autos. Wer sich aber wirklich was gönnen will, schaut in der Premium-Abteilung der Konzerne vorbei. Auch dort gibt es eine breite Auswahl.

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Fazit
Opel, Ford, VW und Co. bauen zweifellos gute Autos. Wer sich aber wirklich was gönnen will, schaut in der Premium-Abteilung der Konzerne vorbei. Auch dort gibt es eine breite Auswahl.

Quelle: Autoplenum, 2016-08-25

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